Oberbürgermeisterin begrüßte russische Künstler
Begrüßungsrede von Oberbürgermeisterin Mühlenfeld anlässlich des Besuches russischer Künstler in Mülheim an der Ruhr am 15. Oktober 2003
Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld konnte im Rathaus hochkarätige russische Künstlerinnen und Künstler begrüßen: Den virtuosen Solisten Bolot Bairychew, das Ensemble der russichen Volksinstrumente Dimitri Pokrowski und die Jazz-Band Wolkow-Trio.

Foto: Walter Schernstein
Dobri djen! (Guten Tag.)
Dabrá paschálowat. (Herzlich willkommen)
Sehr verehrte Gäste aus dem fernen Russland,
meine Herren und Damen,
von Igor Strawinksky ist der Satz:
Mit Musik kann man nichts sagen – oder aber alles.
Die Sprache der Musik ist international. Sie wird von allen verstanden. Insofern begrüße ich Sie als Botschafter der internationalen Verständigung hier bei uns in Mülheim an der Ruhr.
Für Menschen in meinem Alter ist Russland ein besonderes Land. Ich bin ein „Kind des kalten Krieges“. Aufgewachsen bin ich in einer Zeit, in der uns gesagt wurde: Russland ist gefährlich. Der Satz „Die Russen kommen!“ löste Angst uns Schrecken aus.
Heute sind sie da. Stehen im Rathaus meiner Heimatstadt und sind alles andere als erschreckend. So schnell haben sich die Zeiten geändert. Aus Feinden sind Nachbarn im gemeinsamen Haus Europa geworden.
Doch die russische Kunst wohnte schon immer in diesem Haus. Dostojewski, Tolstoi, der große Alexander Puschkin, Tschaikowskij, Borodin, Prokoffjew, der in seiner belagerten Heimatstadt die berühmte Leningrader Sinfonie schrieb – sie alle gehören und gehörten schon immer zum Kulturerbe Europas, ja der Welt
Russen und Deutsche verknüpft trotz aller schrecklichen Geschehnisse ein Band. Die Stadt aus dem das Wolkow-Trio kommt trägt einen deutschen Namen: St. Peterburg – es fehlt nur das „S“. Gibt es eine deutsche Stadt mit einem russischen Namen? In Russland trifft man mehr Menschen, die Deutsch können als in Frankreich. Wer von uns Deutschen kann Russisch? Der Russische Präsident Wladimir Putin hat im Deutschen Bundestag eine Rede gehalten – auf Deutsch.
Heute spielt eine russische Band im Jazz-Keller in Mülheim. An der Hauswand hängt ein Schild. Auf ihm kann man die Entfernung zwischen Mülheim und dem berühmten Jazz-Club in St. Petersburg ablesen.
Als Kind des kalten Krieges freue ich mich über solche Begegnungen. Sie beweisen, dass nichts ewig ist. Sie belegen, dass Vorurteile kein ewiges Leben haben. Moskau ist eine Stadt mitten in Europa. St. Petersburg war schon immer Russland Tor zum Westen.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Aufenthalt in unserer Stadt, in unserem Land. Ich wünsche Ihnen weiterhin Erfolg bei Ihrer künstlerischen Arbeit und erhebe mein Glas
Sastarówje. Hier bei uns im Ruhrgebiet sagt man: Glück auf!
Kontakt
Stand: 17.10.2003













[schließen]
Bookmarken bei