Oberbürgermeisterin lobt Bürgersinn

Freuen sich gemeinsam über die erfolgreiche Zusammenarbeit: v.l.n.r. Birte Braun, Leonhard, Andreas Schmieg, Dagmar Mühlenfeld, Schulamtsdirektorin Christa Stocks, Schulleiterin Elke Fromme und CDE-Vorsitzender Lothar Fink

Foto: Volker Wiebels

Als mittelständischer Unternehmer, der sein Geld mit Bausanierung verdient, muss der Vorstandsvorsitzende der Firma Torkret, Andreas Schmieg, hart kalkulieren. Dennoch leistet sich der in Mülheim wohnende Unternehmer, der für 360 Mitarbeiter Verantwortung trägt, Investitionen in soziales Engagement. So hat Torkret jetzt 20 000 EURO bereitgestellt, die dazu beitragen, dass an der Styrumer Grundschule Schlägelstraße eine Sozialpädagogin beschäftigt werden kann. Für den gleichen Zweck hat ein Mülheimer Ehepaar, das anonym bleiben möchte, ebenfalls 20 000 EURO gespendet.

Das CBE fungiert als Arbeitgeber

Offiziell angestellt ist Sozialpädagogin Birte Braun, die an der Schlägelstraße zwei mehrfach behinderte Kinder betreut, beim Zentrum für bürgerschaftliches Engagement (CBE). Weil Braun ihre beiden Schützlinge täglich begleitet und ihnen bei den kleinen und großen Dingen des Schulalltags zur Seite steht, können die Kinder am ganz normalen Unterricht teilnehmen und müssen keine Sonderschule besuchen. Nicht nur Schulleiterin Ellen Fromme spricht von einer "großen Erleichterung" und freut sich, dass ein Unternehmen bereit ist "eine soziale Aufgabe zu übernehmen". Der Förderverein der Schule, daran lässt die Rektorin keinen Zweifel, wäre mit der Finanzierung der zusätzlichen Stelle überfordert gewesen. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld sprach gestern in der Schule an der Schlägelstraße von "einem großen Schritt nach vorn, der ausstrahlen wird" und forderte eine verstärkte "Anerkennungskultur", die Menschen, motiviere, "sich für unser Gemeinwesen zu engagieren". Trotz der großzügigen Torkret-Spende sieht sich Vorstandschef Schmieg keineswegs als "großen Gönner, sondern als ganz normalen Unternehmer", der sich zusammen mit seinen Mitarbeitern für konkrete soziale Projekte engagiert, um den Sozialstaat zu entlasten. Dabei hat er auch einen politischen Hintergedanken. Denn Schmieg ist davon überzeugt, dass die Lohnnebenkosten nur dann gesenkt werden können, wenn sich Bürger und Unternehmen von der "Vollkaskomentalität" verabschieden und sich sozial engagieren, um den Staat finanziell zu entlasten. (Thomas Emons/NRZ Mülheim)

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Stand: 13.05.2004

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