Oberbürgermeisterin Mühlenfeld diskutierte mit Bürgerschaft in der Alten Post

Es kommt Bewegung in das Thema Innenstadt – und die Mülheimer Bürger und Bürgerinnen wollen mitreden. Das zeigte deutlich die Stadtkanzlei-Veranstaltung am Donnerstag (18. März) in der Alten Post. Über 170 Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren gekommen, um mit Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und Fachleuten aus der Verwaltung nach neuen Wegen für die Gestaltung der Mülheimer Innenstadt und den Einzelhandel zu suchen.

Initiatorin Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld im Kreise der Referenten

Fotos: Walter Schernstein


"Der Zustand, den wir beklagen, ist nicht von heute auf morgen entstanden. Deshalb werden wir Geduld und Durchhaltevermögen brauchen, um ihn zu verbessern", so Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld zu Beginn der Veranstaltung. Sie gab das Wort zunächst an Heinz Konze von der Bezirksregierung Düsseldorf und Rolf Hornbostel, Leiter des Stabes Kommunale Entwicklungsplanung und Stadtforschung.
Die beiden Herren informierten die Zuhörer und Zuhörerinnen über Einzelhandelskonzepte, vermehrten Wettbewerb, Kaufbindung, Sortimentslisten, sinkende Kaufkraft und Umsätze im westlichen Ruhrgebiet und in Mülheim. Ihr Fazit: Schlechte Standorte müssen "überplant" werden, gute Standorte sind rar und müssen ausgebaut werden. Der richtige Weg dorthin führe über Ruhrbania. Die Referenten stellten aber auch klar, dass nicht die Stadt allein die Belebung der Innenstadt erreichen kann: Immobilieneigentümer, Filialisten und eigentümergeführte Fachgeschäfte seien ebenso in der Pflicht.

MST unterstützt die Innenstadt

Frank Rehmann präsentierte in der Alten Post das aktuelle City-Management der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH. Mit hochwertigen Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen und einem professionellen Management für leerstehende Ladenlokale soll die Mülheimer Innenstadt attraktiver werden und mehr Menschen anziehen. Die MST unterstützt zudem die Initiative mh+, einen Zusammenschluss von rund 40 inhabergeführten Geschäften, und die Umgestaltung des Wochenmarktes. Für dieses Engagement gab es viel Lob aus dem Publikum.

10-Punkte-Plan für Mülheim

Moderator Stefan Leiwen stellte dem Publikum auch Franz Rüter vor. Der ehemalige Mülheimer Einzelhändler hatte der Oberbürgermeisterin bereits im Vorfeld der Veranstaltung einen 10-Punkte-Plan zukommen lassen. Darin fordert er die Mülheimer auf, selbst mehr für ihre Stadt einzustehen. Erfahrene Geschäftsleute sollten ihr Wissen in Form von Patenschaften an Jüngere weitergeben. Die besondere Kritik Rüters galt aber der Verkehrsführung. Kurzparker müssten wieder ermuntert werden, in die Innenstadt zu fahren, eine klare Beschilderung müsste auch Ortsfremden den richtigen Weg weisen und ein Parkleitsystem unnötigen Suchverkehr vermeiden. Für diese Hinweise erhielt der Mülheimer viel Applaus.

Groß war das Interesse am Thema Innenstadt und Einzelhandel

Die Bürgerschaft hatte das Wort

Die Verkehrssituation in Mülheim erregte in der anschließenden Diskussion immer wieder die Gemüter. "Das Thema ist untrennbar mit der Innenstadt verbunden", sagte Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Sie bat jedoch um Verständnis dafür, dass der Verkehr an diesem Abend nicht im Mittelpunkt stehe. Baudezernentin Helga Sander kündigte den Mülheimern und Mülheimerinnen die schrittweise Einführung eines neuen Verkehrskonzeptes an. Los gehe es mit der Auflösung von Einbahnstraßen. So werde noch in diesem Jahr der Linksabbieger von der Friedrichstraße auf die Schloßstraße gebaut. Danach folge die Beseitigung der Kaufhof-Umfahrung der Straßenbahnen. Am Ende werde die Innenstadt noch besser als bisher zugänglich sein.

Von den neuen Fahrradständern mit Werbeflächen in der Leineweberstraße bis hin zu den Knöllchen wegen Falschparkens reichten die Wortbeiträge. Mehr Grün für die Innenstadt, längere Öffnungszeiten für Kneipen und Cafés sowie weniger Ramschläden – so lautete die einhellige Meinung des Publikums. Aber auch selbstkritische Stimmen waren zu hören: Die Geschäftsleute dürften ihre schlechte Stimmung und ihre Kritik an den Zuständen nicht auf den Kunden übertragen, hieß es zum Beispiel in einem Beitrag. Schließlich wollen die Kunden motiviert und nicht abgeschreckt werden.

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld forderte die Bürger und Bürgerinnen abschließend dazu auf, sich weiterhin und verstärkt für die Mülheimer Innenstadt und den Einzelhandel zu engagieren. Gute Ideen und die Bereitschaft, bei der Umsetzung zu helfen, seien gefragt. Wer mitmachen will, kann sich unter der Telefonnummer (02 08) 455 99 82 melden.

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Stand: 23.03.2004

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