Archiv-Beitrag vom 30.04.2015Pflanzung Baum des Jahres

Feld-Ahorn, der kleine zarte Bruder - oft übersehen

Am Tag des Baumes (25.4.2015) fand auch in diesem Jahr eine symbolische Pflanzung des Baum des Jahres statt. Insgesamt zum 8. Mal hat das Amt für Umweltschutz, in Abstimmung mit dem Amt für Grünflächenmanagement und Friedhofswesen, diese Pflanzung vorgenommen. Das Kuratorium Baum des Jahres e.V. legt in jedem Jahr fest, welches Exemplar "Baum des Jahres" wird. In diesem Jahr fiel die Wahl auf den Feld-Ahorn (Acer campestre). Die Pflanzung wurde in der Grünanlage Klosterstraße vorgenommen. Neben den Vertretern der Verwaltung nahmen an der Pflanzung auch die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Energie sowie Vertreter aus der Politik teil.

Pflanzung Baum des Jahres 2015 - Feldahorn: v.l.n.r., André Pütz (FDP), Sylvia Waage (Amt 67), Brigitte Erd (Grüne und Vorsitzende des Umweltausschusses), Ulrich Scholten (SPD).

Pflanzten den Feldahorn in der Grünanlage Klosterstraße: v.l.n.r., André Pütz (FDP), Sylvia Waage (Amt 67), Brigitte Erd (Grüne und Vorsitzende des Umweltausschusses), Ulrich Scholten (SPD).

Foto: Oliver Wexel

Im Jahr 2015 steht eine zierliche Baumart als Baum des Jahres im Mittelpunkt, die oft übersehen oder vergessen wird: der Feld-Ahorn (Acer campestre) oder Maßholder. Für forstliche Nutzungen reichen die Stammstärken oft nicht aus. Das Holz ist zudem den beiden „großen Brüdern“ Spitz- und Berg-Ahorn recht ähnlich, so dass es nicht unterschieden wird.

Das Heimatareal des Feld-Ahorns ist Mittel- und Südeuropa, er kommt bis nach Sizilien und zum Kaspischen Meer vor. Die Eiszeiten hat er an den Südwestalpen überdauert und sich von dort mit etwa 100 m pro Jahr wieder zu uns vorangearbeitet. In NW-Deutschland fehlt er von Natur aus, wie auch Berg- und Spitz-Ahorn, ist aber dort vom Menschen seit längerem verbreitet worden. Er bevorzugt sommerwarme Standorte, kommt daher gerne in Weinbaugebieten vor und steigt nur selten über 800 m Meereshöhe. Mit kalten Wintern hat er aber kein Problem (bis -30° C).

Der Feld-Ahorn wird zu den Baumarten der Steppengehölze und Trockenwälder gerechnet. Die hohe Trockenheitstoleranz erreicht er unter anderem durch seine Blattbehaarung, gelappte und kleine Blätter, eine besonders ausgeprägte Wachsschicht auf der mattglänzenden Blattoberseite, starke Korkbildung der Rinde an jungen Zweigen und kleine Wasserleitungsgefäße im Holz. In der Jugend ist der Feld-Ahorn schattentolerant, braucht dann aber ähnlich den Eichen bald eine freie Krone, sonst kümmert er. Genannt wird dies: Halbschattenbaumart. Sein Schattenwurf ist angenehm: nicht völlig dunkel, da die Krone durch die kleinen gelappten Blätter viele Lücken hat.

Lebensraum für Vögel, Insekten und Pilze

Feld-Ahorne sind Lebensraum für Vögel, Insekten und Pilze, allerdings ist der Feld-Ahorn weniger pilzanfällig als Spitz- und Berg- Ahorn. Eher schon problematisch ist der regelmäßige Blatt Mehltau im Sommer oder der häufige Wildverbiss. Das Holz ist schwer zu bekommen, teuer und lässt sich wegen der geringen Dimensionen meist nur für kleinere Kunsttischlerei-Objekte, Drechselarbeiten, Werkzeugstiele und Gebrauchsgegenstände verwenden. Es ist hart und schwer, hellrötlich, etwas dunkler als Berg-Ahornholz und am Stammfuß oft gemasert (mit kleinen welligen oder wirbelartigen Strukturen), daher attraktiv für kleine Gegenstände. Zudem ist es ein beliebtes Brennholz wegen seines hohen Heizwertes.

Als Stadt- und Straßenbaum macht er gerade Karriere, da er mit 15 bis 20 Meter Höhe relativ klein bleibt, sich daher auch für schmale Straßen und Gärten eignet, salz-, immissions- und ozontolerant ist, Bodenverdichtung, Hitze und intensive Sonnenstrahlung erträgt und besonders trockenheitstolerant ist.

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Stand: 08.05.2015

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