Presse-Statement von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld zur Amtsaufnahme am 10. April 2003 im Mülheimer Rathaus
„Das ist ein toller Tag für mich: Ich bin seit eben Oberbürgermeisterin der Stadt Mülheim an der Ruhr, der Stadt, in der ich geboren wurde, in der ich fast mein ganzes bisheriges Leben verbracht habe, die ich liebe. Bisher war Mülheim nur meine Heimat, jetzt ist es auch mein Beruf.

Stadtdirektor Dr. Frank Steinfort gratulierte Dagmar Mühlenfeld nach der "Amtseinführung"
Foto: Walter Schernstein
Ich möchte mich dafür bei allen, die mich gewählt haben und die mir dadurch ihr Vertrauen ausgesprochen haben, ganz herzlich bedanken. Ich verspreche, dass ich alles daran setzen werde, dieses Vertrauen zu rechtfertigen.
Ich hoffe, dass ich mir im Laufe der Zeit den Respekt und die Anerkennung auch derjenigen erarbeiten werde, die für Prof. Dr. Leidinger gestimmt haben. Ich lade jedenfalls alle, die das wollen, dazu ein, Mülheim mit mir zusammen voranzubringen.
Diejenigen, die gar nicht zur Wahl gegangen sind, hoffe ich davon überzeugen zu können, es demnächst doch wieder zu tun. Ich habe im Wahlkampf betont, dass Offenheit, Transparenz und Bürgerbeteiligung ganz wesentlich für mein Politikverständnis sind. Ich sage das auch heute noch einmal und werde mich auch daran halten.
Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass die Mülheimer Wirtschaft mir eine faire Partnerschaft bei der Entwicklung der Wirtschaft, der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Realisierung der großen vor uns liegenden Projekte angeboten hat.
Den Fraktionen, allen Fraktionen, sage ich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu. Kleinkarierte oder ideologische Grabenkriege sind nicht meine Sache. Sie schaden der Stadt, die Menschen finden sie öde. Ich glaube, wir Politiker, sind alle miteinander gut beraten, wenn wir uns darauf besinnen, dass man sicher über die richtigen Lösungen und den richtigen Weg streiten kann – das gehört zur Demokratie -, aber dabei muss es immer um der Stadt Bestes gehen, und nicht um persönliche Eitelkeiten oder egoistisches Machtstreben.
Ganz praktisch heißt das für mich, dass ich allen Fraktionen anbiete, wenn sie dies wollen, zunächst in eine ihrer nächsten Fraktionssitzungen zu kommen, und bei Bedarf natürlich auch später zur Verfügung zu stehen.
Ich bin keine Einzelkämpferin. Ich habe in der Vergangenheit festgestellt, dass man mit einem kooperativen Führungsstil am weitesten kommt. Deshalb werde ich auch in Zukunft dabei bleiben. Als „Chefin“ des Rathauses lade ich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein, die Zukunft der Stadt Mülheim und des Unternehmens Stadtverwaltung aktiv mit mir gemeinsam zu gestalten.
Ich habe den Bürgerinnen und Bürgern im Wahlkampf versprochen, dass ich als Oberbürgermeisterin ein offenes Ohr für sie haben werde. Dieses Versprechen möchte ich jetzt auch meinen neuen Kolleginnen und Kollegen hier in der Verwaltung geben. In den kommenden Wochen werde ich versuchen, möglichst viele von ihnen zu besuchen und ihren Arbeitsbereich näher kennen zu lernen. Ob mir das in allen Fällen zeitnah gelingen wird, weiß ich noch nicht, aber ich werde es jedenfalls sehr ernsthaft versuchen.
Es gibt eine Reihe wichtiger Themen, die wir in der nächsten Zeit angehen müssen und für die ich möglichst versuchen will, einen Konsens zu finden. Sie kennen die wichtigsten aus meinem Wahlkampf, so dass ich Ihnen und mir an dieser Stelle lange Ausführungen dazu ersparen kann, aber ich will sie zumindest noch einmal nennen:
Ruhrbania mit dem gesamten Innenstadtthema ist für mich das strategische Projekt der Stadt- und Wirtschaftsentwicklung.
In die endlosen Debatten um den Flughafen ist Bewegung gekommen. Die vorhandenen Pläne sind nun zügig auf Realisierbarkeit zu prüfen und zügig umzusetzen.
Mülheim als „Gründerstadt” sollte diese Stärke weiter ausbauen. Ich werde mit dem Minister für Wirtschaft und Arbeit in den nächsten Monaten ein Mittelstandsforum in Mülheim durchführen.
Für die Heimaterde muss eine verlässliche Lösung entwickelt werden, damit die Menschen, die dort leben, auch dort bleiben können und die Siedlung erhalten bleibt.
Styrum braucht ein familienfreundliches Bad. Die interessierten Bürgerinnen und Bürger müssen an der konkreten Planung beteiligt werden.
Die Soziale Stadt ist für mich wesentlicher Bestandteil meines Politikverständnisses. Dazu gehört insbesondere die vorhandenen Ansätze einer aktivierenden Sozial- und Arbeitsmartpolitik (Sozialagentur, JobService GmbH und Vermittlungsagentur) im Sinne des Hartz-Konzeptes in Kooperation mit dem Arbeitsamt weiterzuentwickeln.
Ich will Mülheim kinder- und familienfreundlicher machen. Dazu soll eine gezielte Wohnungspolitik ebenso beitragen wie ein Kinder- und Jugendbericht und ein Freizeitpass, der ermäßigten oder freien Eintritt zu verschiedenen öffentlichen Einrichtungen ermöglichen soll.
Leider verschlechtert sich auch in Mülheim die Ausbildungsplatzsituation. Ich werde in der nächsten Zeit bei meinen Unternehmensbesuchen für die Einrichtung zusätzlicher Lehrstellen werben.
Sie sehen, ich habe mir viel vorgenommen und sie können sich sicher vorstellen, dass das noch längst nicht alles ist. Ich werde mir nun erst einmal in Gesprächen mit dem Verwaltungsvorstand einen Überblick über alle wichtigen Dinge verschaffen und mich mit der einen oder anderen Fragestellung auch gründlicher befassen müssen, um zu Lösungen zu kommen. Darauf freue ich mich.
Abschließend möchte ich Stadtdirektor Dr. Steinfort, der in den letzten Monaten die Verwaltung geleitet hat, und den Beigeordneten dafür danken, dass sie in unruhigen Zeiten die Ruhe bewahrt haben und gute Arbeit geleistet haben, so dass ich jetzt einen guten Start haben werde.“
Dagmar Mühlenfeld
Kontakt
Stand: 15.04.2003













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