Festlicher Abschluss der Solidaritätsaktion
Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld hatte in diesen Tagen in den Rittersaal von Schloss Broich eingeladen, um die Solidaritätsaktion der Städte Pskow und Mülheim feierlich abzuschließen. Vor anderthalb Jahren, als die Aktion startete, habe es einen Traum gegeben: den Traum, 100.000 Euro zusammenzubringen für den vierten und letzten Bauabschnitt der Werkstatt, sagte Dieter Bach, Geschäftsführer und Initiator der Initiative, in einer kurzen Ansprache. Der Traum habe sich erfüllt.
Der eigentliche Erfolg aber liege nicht im Finanziellen, sondern in der neu entstandenen Projektpartnerschaft zwischen den beiden Städten. Ein erstes Projekt hat sich bereits konkretisiert. Die Evangelische Grundschule Mülheim geht eine Partnerschaft ein mit einer Pskower Schule.
Der Bürgermeister Niklaj Michailow, der mit einer Delegation aus Pskow angereist war, überreichte Auszeichnungen seiner Stadt an Personen und Institutionen, die sich bei der Aktion besonders engagiert hatten: an Helmut Hitzbleck, Superintendent des Kirchenkreises An der Ruhr, an den katholischen Stadtdechanten Manfred von Schwartzenberg, an Hartmut Kistner vom Diakonischen Werk, an Wolfgang Kokowski, Leiter des Katholischen Stadthauses, und an den Bildhauer Jochen Leyendecker. Dieter Bach erhielt ein Silbernes Medaillon mit einem orthodoxen Kreuz.
Abschluss der Solidaritätsaktion Mülheim-Pskow. Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der Initiative Pskow an Dagmar Mühlenfeld durch den Vorsitzenden der Initiative, Oberkirchenrat Klaus Eberl. Rittersaal von Schloss Broich.
Foto: Walter Schernstein
Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Ehrenmitglied-schaft der Initiative Pskow an Dagmar Mühlenfeld durch den Vorsitzenden der Initiative, Oberkirchenrat Klaus Eberl. In der Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft heißt es: Sie, die Oberbürgermeisterin, "hat die langjährige Verbindung, die zwischen Mülheim an der Ruhr und der russischen Stadt bestand, im Jahre 2005 anlässlich der Erinnerung an das Kriegsende vor 60 Jahren aufgegriffen und zu neuem Leben gebracht. … Drei Ziele hat sie für die Solidaritätsaktion benannt: 1. Den Gedanken an die Versöhnung in der Bevölkerung zu vertiefen … 2. Junge Menschen dafür zu sensibilisieren, dass behinderte, und insbesondere geistig behinderte Menschen unsere Achtung und unseren Respekt verdienen als gleichwertige Mitglieder in der Gesellschaft. 3. Den Grundstein zu legen für die Errichtung des vierten und letzten Bauabschnitts der Werkstatt und 100.000 € in der Stadt Mülheim dafür zu sammeln."
Gesammelt wurde auch in Pskow. 400.000 Rubel kamen von etwa 20.000 Spendern zusammen, dazu noch Sachspenden im Wert von 390.000 Rubel. Die Beteiligung so vieler Menschen macht den eigentlichen Erfolg aus. Einige Schulen veranstalteten Führungen durch die Werkstätten, sie sind jetzt überall in Pskow bekannt. In Supermärkten und Apotheken standen Sammelbüchsen. Banken und Inhaber von Großbetrieben allerdings beteiligten sich nicht. "Unsere Reichen waren die Ärmsten", sagt Bürgermeister a.D. Kalinin - und lächelt.
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Stand: 04.09.2007













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