Quartier Heißen-Süd

Mit der Aufstellung des Energetischen Stadtentwicklungsplanes für Mülheim an der Ruhr wurden Quartiere identifiziert, die sich besonders gut für Sanierungsmaßnahmen im Rahmen der energetischen Stadtentwicklung eignen.

Quartiersentwicklung ist verbunden mit Veränderungen im Gebäudebestand, der Verkehrsinfrastruktur und Freiraumentwicklung. Sie betrifft das Wohnumfeld der Quartiersbewohner und geht auf deren Bedürfnisse ein. Aus diesem Grunde ist der Dialog mit den Bewohnern, Betrieben und allen anderen Akteuren im Quartier eine Voraussetzung. Im Rahmen der Quartiersentwicklung in Heißen-Süd  soll bis Ende 2016 durch die Fachhochschule Düsseldorf  ein integriertes energetisches Quartierskonzept erstellt werden, das insbesondere die privaten Eigentümer mobilisieren soll. Beteiligt hieran sind Architekten, Sozialwissenschaftler, Umwelt- und Energietechniker.

Pilotgebiet Heißen-Süd, in dem 2016 ein integriertes Quartierskonzept (KFW 432) erstellt wird. Die Abbildung zeigt im Quartier vorkommende Gebäudetypen.

Integrierte Quartierskonzepte

Ziel der integrierten Konzepte auf Quartiersebene im Förderprogramm KFW 432 ist es, Potenziale und Maßnahmen zur CO2-Minderung insbesondere privaten Eigentümern aufzuzeigen. Neben einer Gesamtenergiebilanz soll das Konzept konkrete energetische Sanierungsmaßnahmen in Form eines Maßnahmenkataloges sowie Kosten- und Wirtschaftlichkeitsberechnungen umfassen. Auch Untersuchungen zu möglichen Umsetzungshemmnissen und zur Machbarkeit, Maßnahmen zur Erfolgskontrolle und Öffentlichkeitsarbeit sind Bestandteil solcher Quartierskonzepte.

Im Anschluss daran besteht die Möglichkeit, ein Quartiersmanagement zu beantragen, das über mehrere Jahre hinweg zu den Maßnahmen berät und die Umsetzung plant und begleitet. Die Aufgabe des Quartiersmanagements besteht auch darin, Sanierungsmaßnahmen  zu koordinieren und bei Bedarf zu kontrollieren sowie als Anlaufstelle für Fragen zur Finanzierung und Förderung zur Verfügung zu stehen.

Hintergrundinformation

Das Pilotquartier befindet sich im Stadtteil Heißen. Verschiedene öffentliche Gebäude wie das Friedrich-Wennmann-Bad, das Gymnasium Heißen sowie die städtische Gemeinschaftsgrundschule Filchnerstraße sind hier verortet. Städtebaulich ist das Quartier geprägt durch Ein- und Mehrfamilienhäuser, die sich zum Teil in Privatbesitz und zum Teil in der Hand verschiedener Wohnungsbaugesellschaften befinden. Die Gebäude werden neben Gas auch mit Öl und Strom beheizt. Mit einem integrierten energetischen Quartierskonzept bietet sich die Möglichkeit, das Gebiet sowohl durch Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz als auch durch die Senkung des Energieverbrauchs und die Förderung von erneuerbaren Energien und energieeffizienten Technologien umzustrukturieren.

Pilotgebiet Heißen-Süd, in diesem wird 2016 ein integriertes Quartierskonzept (KFW 432) erstellt. Zunächst  werden Szenarien untersucht, bei denen im ersten Schritt das Schwimmbad und/oder das Schulzentrum als Ausgangspunkt für neue Nahwärmeversorgungen dienen, welche in der Folgezeit auf umliegende Bereiche und Wohngebäude ausgeweitet werden könnten. Dabei werden verschiedene Konzepte zur Energieerzeugung (neue Gaskessel, BHKW - Blockheizkraftwerk, Erdgas/Biogas), Einbindung von solarer Nahwärme, Wärmepumpen (zum Beispiel Luft, Sole, Wasser) für das Nahwärmenetz in Betracht gezogen.  Kurz- und mittelfristig umsetzbare Optimierungs- und Einsparpotenziale werden hierbei ermittelt und technisch wie wirtschaftlich bewertet.

Auch die energetische Sanierung der Gebäude im Quartier ist ein wichtiger Baustein eines Quartierskonzeptes. Anhand der verschiedenen Gebäudetypologien der Quartiersanalyse werden Maßnahmen zur Verringerung des Energiebedarfs aufgezeigt und wirtschaftlich bewertet. Dies soll für die unterschiedlichen Gebäudetypen exemplarisch vorgenommen werden.

Für den Bereich Verkehr werden sowohl hinsichtlich energetischer als auch stadtentwicklungs-technischer Aspekte Optimierungspotenziale aufgezeigt. Besondere Bedeutung kommt dabei den Themen Anbindung, öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Fuß- und Radwegenetz zu. Diese Faktoren werden jeweils sowohl analysiert als auch in Bezug zu den ermittelten Bedürfnissen der Bewohner gesetzt.

Auf Basis von Quartiersanalyse, Energie- und CO2-Bilanz sowie Potenzialanalyse werden entsprechende realistische kurz-, mittel- und langfristige Ziele entwickelt und mit den beteiligten Akteuren abgestimmt.

Kontakt

Kontext


Stand: 12.10.2016

[schließen]

Fehler melden

Sie haben einen Fehler gefunden? Bitte teilen Sie ihn uns mit. Ein Redakteur wird sich umgehend darum kümmern.

Ihre Nachricht

Sicherheitscode (Was ist das?)

 

Teilen | Drucken | PDF-Version | RSS-Feed | Fehler melden

Transparenter Pixel