Realbrandausbildung

 

"Einen Brand wie ein Buch lesen können"

Denn im Laufe der letzten Jahre hat sich das Brandverhalten bei Wohnungsbränden sehr stark verändert.

Andere Baustoffe, ein hoher Anteil an Kunststoffen in den Möbeln, die Brandlast in Gebäuden hat sich vervielfacht und Bauordnungen wurden geändert.
Je besser ein Gebäude isoliert ist, umso weniger Sauerstoff gelangt zunächst an den Brandherd und das Feuer entwickelt sich ganz anders als früher.

Durch die vielen Kunststoffe in den Gebäuden entstehen große Mengen an gefährlichen und brennbaren Brandgasen, die sich immer mehr erhitzen und schließlich, wenn sie sich mit Sauerstoff vermischen, (Tür wird geöffnet, Fensterscheibe zerplatzt) oft schlagartig mit einem extremen Temperaturanstieg durchzünden. Ein rechtzeitiges Entweichen der gefährlichen Brandgase, eventuell noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr, wird oft durch die gute Gebäudeisolierung und die Doppelverglasung der Fenster verhindert.

Bei der Durchzündung von Brandgasen spricht man häufig von Rauchgasdurchzündung, Rauchgasexplosion und so weiter.
Teilweise verbrennt der Brandrauch explosionsartig, was wiederum einen hohen Druckanstieg zur Folge hat.

Diese Situationen sind für Feuerwehrleute extrem gefährlich!

Nur eine gute und gezielte Ausbildung und die entsprechende Schutzkleidung können dazu beitragen, dass die Situationen richtig eingeschätzt und die enormen Temperaturen von bis zu 1000 Grad Celsius (im Deckenbereich) bei Wohnungsbränden ausgehalten werden!

Aus den oben genannten Gründen finden bei der Feuerwehr Mülheim an der Ruhr regelmäßig  intensive Schulungen zum Thema Brandentstehung, Brandverlauf, Rauchgasdurchzündungen und Umgang mit dem Hohlstrahlrohr statt.

Diese Schulungen beinhalten, unter Anleitung der Realbrandtrainer, dass Beobachten eines Zimmerbrandes vom Entstehungs- bis zum Vollbrand und das kontrollierte Hervorrufen von Rauchgasdurchzündungen.

Darüber hinaus wird unter realen Bedingungen der Umgang mit dem Hohlstrahlrohr trainiert.

So ist es möglich, dass die vorgehenden Trupps im Einsatz einen Brand von außen und innen anhand verschiedenster Faktoren genau beurteilen und einordnen können.

Zu diesen Faktoren zählen zum Beispiel:                                         

  • Flammenbild
  • Farbe der Flammen
  • Raumtemperatur
  • Farbe des Brandrauches
  • Strömungsverhalten der Rauchschicht        
  • Temperatur der Rauchschicht
  • Verhalten des Brandrauches                                                 
Realbrandausbilder beobachten die Ausbreitung von Feuer und Rauchgasen.

Die Schulungen im Innenangriff beinhalten:

  • Dynamische Strahlrohrführung
  • Temperaturcheck
  • Rauchgaskühlung
  • Direkte Brandbekämpfung (dicke Tropfen)
  • Indirekte Brandbekämpfung
  • Schwedische Löschtechnik
  • Hydraulische Ventilation
  • Moderater Vollstrahl
  • Türprozedur
  • Setzen eines Rauchvorhangs
  • Schlauchmanagement (zum Beispiel Umgang mit dem Schlauchpaket)
  • Personensuche Menschenrettung (auch über tragbare Leitern)
So ist es möglich, dass die vorgehenden Trupps im Einsatz einen Brand von außen und innen anhand verschiedenster Faktoren genau beurteilen und einordnen können.

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Stand: 19.04.2017

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