Rede Ruhrpreis (2017)

Grußwort von Oberbürgermeister Ulrich Scholten

anlässlich der Verleihung des Ruhrpreises 2017

an Prof. Schlügel und Herrn Urbons

am Sonntag, 3. Dezember 2017, 11 Uhr

Sparkasse

***

 

Sehr geehrter Herr Professor Schlögl,

sehr geehrter Herr Urbons,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

„Lob ist eine gewaltige Antriebskraft, dessen Zauber seine Wirkung nie verfehlt“, sagte der Musiker Andor Földes.

Aus diesem Grund sind wir heute zusammengekommen: Wir wollen Lob und Anerkennung aussprechen für hervorragende Leistungen.

Ich begrüße Sie in diesem Sinne sehr herzlich zur Verleihung des Ruhrpreises für Kunst und Wissenschaft, den traditionsreichsten und renommiertesten Preis der Stadt Mülheim an der Ruhr, den wir seit 1962 jährlich vergeben. Zugleich möchte ich meine Freude darüber zum Ausdruck bringen, dass Sie der Einladung in so überzeugender Zahl gefolgt sind und durch ihre Anwesenheit die öffentliche Anerkennung, die im Rahmen dieser Feierstunde ausgesprochen werden soll, mittragen.

Einen ganz besonderen Gruß und Dank möchte ich an die Vertreter der Sparkasse richten, die die Dotierung des Preises gestiftet haben und uns heute in der Schalterhalle der Sparkasse diesen festlichen Rahmen ermöglichen.

Mit der Sparkasse Mülheim an der Ruhr haben wir seit vielen Jahren eine verlässliche Partnerin für die Verleihung des Ruhrpreises. Und ich hoffe sehr, dass uns die Sparkasse auch in Zukunft weiter unterstützen wird.

Besonders herzlich willkommen heißen möchte ich:

  • die Mitglieder des Rates der Stadt und der Bezirksvertretungen, des Kulturausschusses und
  • des Gremiums zur Vorbereitung der Vergabe des Ruhrpreises,
  • den Kulturdezernenten der Stadt Mülheim an der Ruhr, Ulrich Ernst,
  • die Gäste aus Industrie und Handel, aus Forschung, aus Gewerkschaften, Behörden, Wohlfahrtsverbänden und Religionsgemeinschaften,
  • die Vertreter der Presse
  • sowie die anwesenden Ruhrpreisträger mit Familie und Freunden.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

auf den ersten Blick könnten unsere diesjährigen Preisträger - ein Wissenschaftler und ein Künstler - nicht unterschiedlicher sein. Doch tatsächlich haben beide sehr viele Gemeinsamkeiten, denn Künstler und Wissenschaftler verfolgen dasselbe Anliegen: Sie wollen die Welt erkennen und ausdrücken. Und das versuchen sie jeweils mit den Möglichkeiten, die ihnen zu eigen sind.

Der Künstler verwendet Formen und Farben. Der Wissenschaftler Formeln und mathematische Beschreibungen. Dennoch verstehen sich die beiden. Denn es ist eine gemeinsame Welt, die eben nur aus zwei verschiedenen Blickwinkeln angeblickt wird.

Über die Auseinandersetzung mit ihren Werken bewirken sie eine Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit. Kunst und Wissenschaft geben Impulse, diese Realität zu verändern, ausgetretene Pfade zu verlassen und neue Wege zu gehen. Sie erzeugen Bewegung in unseren Köpfen und sind der Antrieb für Veränderung. Und so verändern beide den Menschen, weil sie ihn Wahrnehmung lehren, Selbstwahrnehmungen, spielerisches Durchprobieren von Sichtweisen, Emotion mit Verstand verbinden, Distanz von der eigenen Geschichte gewinnen.

Verehrte Preisträger,

indem Sie die Dinge neu betrachten, bewusst nach neuen Blickwinkeln und Ausdrucksformen suchen, lösen Sie Diskussionen aus, regen die Fantasie an, bezaubern, inspirieren, irritieren, verblüffen und verstören.

Deshalb ist und bleibt auch die Begegnung mit den Künsten und der Wissenschaft für den Einzelnen und für die Gesellschaft so wichtig. Und deshalb haben vor über 50 Jahren die Damen und Herren des Rates der Stadt weitsichtig gehandelt, als sie den „Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft“ stifteten und damit für ein Klima in Mülheim an der Ruhr sorgten, in dem die Wirkungen der Künste und Wissenschaften gedeihen können und erfahren werden.

Weitsichtig auch deshalb, weil Kunst und Wissenschaft auf dem Weg unserer Gesellschaft zukünftig eine Bedeutung erlangen werden, die weit über ihr herkömmliches Verständnis hinausgeht.

Was und wie wir wissen und lernen, wie wir Sinn und Werte als Basis neu entdecken und weiterentwickeln, all dies sind Fragen, die wir nur über kulturelles Denken und Handeln lösen und weiterentwickeln können.

Die Künstlerinnen und Künstler, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Mülheim an der Ruhr sind daher wesentliches Kreativ- und Innovationspotential für die Entwicklung der Stadt. Wir brauchen sie, und wir brauchen Auszeichnungen, die unsere Künstler und Wissenschaftler der unterschiedlichsten Disziplinen fördern und die deren Leistungen öffentlich anerkennen.

Sie, die Künstler und Wissenschaftler, sind Kulturbotschafter unserer Stadt und wir sind stolz darauf, dass sie in und aus Mülheim wirken.

Oft begab sich die Ruhrpreisjury, in der nicht nur fachliches Wissen und Kennerschaft, sondern auch Intuition für zukunftsträchtige Entwicklungen versammelt ist, mit Mut und Wagnis auf Neuland mit ihren Empfehlungen zur Vergabe des Ruhrpreises. In der Rückschau kann aber festgestellt werden: Die Jury hat stets richtig entschieden. Dafür gebührt auch ihr dankbare Anerkennung.

Sehr geehrten Damen und Herren,

nun zur Preisvergabe für das Jahr 2017:

Der Kulturausschuss der Stadt Mülheim an der Ruhr hat auf Empfehlung des Vorbereitungsgremiums einstimmig beschlossen, den Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mülheim an der Ruhr an Prof. Robert Schlögl und Klaus Urbons zu vergeben. Beide Preise sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert.

Die Vergabeentscheidung ist von der Jury wie folgt begründet worden:

Prof. Dr. Robert Schlögl ist ein bereits vielfach ausgezeichneter, weltweit bekannter Katalyseforscher mit besonderen Aktivitäten auf dem Gebiet der energierelevanten Katalyse. Sein wissenschaftliches Werk zeichnet sich durch hohe Originalität, große Breite und beeindruckende Tiefe aus. Schließlich ist er auch sehr erfolgreich darin, die Bedeutung der Energieforschung für das Gelingen der Energiewende stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen.

Über seine außergewöhnlichen wissenschaftlichen Leistungen hinaus hat er sich insbesondere um die Neuausrichtung des Max-Planck-Institutes für Chemische Energiekonversion verdient gemacht, das durch seine Aktivitäten in Mülheim an der Ruhr nicht nur gehalten, sondern sogar noch ausgebaut werden konnte. Sein Erfolg trägt somit zur weiteren Verbreitung und Festigung des hervorragenden wissenschaftlichen Rufs des Mülheimer Instituts bei.

Der Ruhrpreis für Wissenschaft und Kunst wird Prof. Dr. Robert Schlögl in Anerkennung seiner großen wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der energierelevanten Katalyse verliehen.

Der in Mülheim an der Ruhr lebende und arbeitende Bildende Künstler Klaus Urbons ist als Wegbereiter und führender Vertreter der Copy Art in Deutschland, als Verfasser von Büchern zur Copy Art und zur Elektrografie sowie als Betreiber eines Museums für Fotokopie hervorgetreten. Mit ihm wird ein Künstler ausgezeichnet, der in besonderer Weise künstlerische Fragestellungen mit der wissenschaftlich-theoretischen Erforschung bildgebender Verfahren zu verbinden weiß.

Die Ursprünge seiner Kunst liegen in den späten 1970er Jahren. Angesichts des Siegeszuges der aus Amerika kommenden Bürokopierer erkannte Klaus Urbons schon früh, dass der Kopierer weit mehr leisten kann, als nur Dokumente zu vervielfältigen. Denn er versteht es, die Technik der bildgenerierenden Maschinen künstlerisch einzusetzen, was wiederum die theoretisch-wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Geschichte dieses Reproduktionsmediums einschließt.

Noch heute setzt er sich mit dem revolutionären Potenzial bildgebender Verfahren auseinander, auch um die Kunstproduktion und -vermittlung im Sinne einer prozessualen und experimentierenden Kunstproduktion und einer Kunst für viele zu verändern.

Des Weiteren ist Klaus Urbons als Sammler von Fotokopien und als Begründer des Museums für Fotokopie hervorgetreten, das im Sinne eines „USEums“ − eines benutzerfreundlichen Museums – seine Sammelobjekte auch anderen Künstlern zur Verfügung stellt. Aktuell ist das Museum für Fotokopie in die Kunsträume des Makroscope e. V. integriert.

Die Laudatoren, Herr Prof. Muhler und Herr Waszek, werden uns nun vertiefte Einblicke in das Wirken von Prof. Robert Schlögl und Klaus Urbons geben.

Ich freue mich sehr auf die Ausführungen!

Kontakt


Stand: 05.12.2017

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