Welche "Zutaten" machen den Reichtum des Alters aus? Die eigenen vier Wände? Das soziale Umfeld? Gesundheit und Wohlbefinden? Wissen, Können und Erfahrungen? Oder materieller Wohlstand?
Diese Fragen waren Ausgangpunkt für die Diskussionsveranstaltungen, die das Theater Mülheimer Spätlese im Herbst 2007 in Mülheim an der Ruhr veranstaltete.
Der WDR-Moderator Helmut Rehmsen führte durch die Diskussionen mit Fachleuten und Bürgern der Stadt.
Die Themen waren:
Das Ensemble des Theater Mülheimer Spätlese hat die Diskussionen ausgewertet und darauf aufbauend ein Stück für das Theater entwickelt.
Diese Form der Stückentwicklung ist eine besondere Herausforderung. Zumal die Abende die Themen in ihrer Breite deutlich machten und sie die Vielzahl von Aspekten des Altern in unserer Gesellschaft aufzeigten.
Ein Schlüssel der Auswertung waren die Fragen an die Ensemblemitglieder: Was hat Sie geärgert in den Ausführungen? Was fanden Sie richtig und gut und warum? Dies waren die Ausgangspunkte für eine Auseinandersetzung, in der sich nach und nach die Meinungen und Ansichten der Ensemblemitglieder herauskristallisierten. Oft im Widerspruch zu den Ausführungen der im Vergleich jüngeren Fachleute auf den Podien.
Ein weiterer Schlüssel war die Entscheidung für die Dramaturgie des Stückes. Es ist ein Traumspiel. Nicht die realen Begegnungen eines Menschen mit anderen an einem realen Ort werden gezeigt, sondern der Zuschauer wird mitgenommen in den Nachttraum einer Schlafenden. Und dieser Traum ist nicht immer schön …
Bei allen Diskussionen wurden gegenwärtige Situationen reflektiert. Und es wurden Entwicklungen aufgezeigt und in die Zukunft weitergedacht. Dem wird das Traumspiel gerecht. Es kann Vergangenheit spiegeln, Gegenwart darstellen oder Zukunft antizipieren.
In der Arbeit zum Stück galt es nun, einzelne Traumsequenzen zu erfinden und zu beschreiben.
Szenische Improvisationen halfen bei der Entwicklung von theatralischen Situationen und Dialogen.
Am Ende dieser Arbeitsphase lag der Stücktext vor, in dem zahlreiche Sätze aus den Diskussionen und Improvisationen eingeflossen sind.
Der halbe Weg war geschafft. Doch viele szenische Proben und die Arbeiten am Kostüm- und Bühnenbild lagen noch vor der Premiere von "Reichtum des Alters – Das Stück".
Das gemeinsame Erarbeiten der Theaterstücke in einer Gruppe, vom ersten Gedanken bis zur Premiere, ist immer wieder ein spannender, aufregender und oftmals auch schwieriger Prozess. Die einzelnen Beteiligten haben ihre persönliche Meinung, halten mit ihr nicht hinter dem Berg und bringen ihre individuellen Erfahrungen und ihr Wissen ein. Das Stück wird zur Essenz dieses Prozesses.
Welche "Zutaten" machen den Reichtum des Alters aus? Diese Frage stand am Beginn des Projektes. Mit dem Stück präsentiert das Theater Mülheimer Spätlese seine ganz besondere Mixtur.
Und es fordert auf zu weiteren Diskussionen!
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