RÜCKBLICK Bildung und Vermittlung
Im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr nimmt die kulturelle Bildung einen hohen Stellenwert ein. So gab es auch im Jahr 2011 neue Vermittlungsformate und ein erweitertes Angebot, bei dem neue Zielgruppen an die Kunst herangeführt werden konnten.
Bereits zum dritten Mal ist nach den Sommerferien eine neue Generation von Young Art Experts, den jungen Kunstexperten des Museums, an den Start gegangen. Dieses ambitionierte Projekt wird bei den Schülern immer beliebter und ist ein fester Bestandteil des Vermittlungsprogramms im Museum sowie im AG-Angebot der Schulen.
Erstmals nehmen an der über ein Schuljahr andauernden Ausbildung über 20 Schülerinnen und Schülern von den drei Mülheimer Schulen Karl-Ziegler-Gymnasium, Realschule Broich und Gymnasium Broich teil. Die Schülerinnen und Schüler bekommen einen facettenreichen
Einblick in die Welt der Kunst. Sie schauen hinter die Kulissen des Museums, lernen verschiedene Kunstrichtungen kennen und erarbeiten ein eigenes Vermittlungsprogramm. Neu in den Stundenplan aufgenommen wurde eine Exkursion nach Amsterdam, ein Besuch einer kunstgeschichtlichen Vorlesung in der Ruhr-Universität Bochum und theaterpädagogische Übungen vor den Bildern im Museum. Das Projekt wird geleitet von Natalie Borlinghaus (Museumspädagogin im Kunstmuseum), Johannes Lenhart (Kunstlehrer an der Karl-Ziegler-Schule) und Meike Lothmann (Kunstlehrerin an dem Gymnasium Broich).
Als Abschluss des Projekts An Ort und Stelle! ist eine umfangreiche Dokumentation in Form eines E-Books und einem Video entstanden. Angesiedelt im Schnittpunkt zwischen Natur, Architektur, Skulptur und Denkmalschutz haben sich über ein Schuljahr über 180 Schülerinnen und Schüler von insgesamt vier Mülheimer Schulen, dem Gymnasium Heißen und Gymnasium Broich, der Otto-Pankok-Schule und der Karl-Ziegler-Schule, intensiv mit drei historischen Orten in ihrer Heimatstadt auseinandergesetzt:
der Siedlung Heimaterde, dem Raffelbergpark und dem Kunstmuseum.Die Vielfältigkeit der künstlerischen Interpretationen ist nun auf über 200 Seiten in der Dokumentation nachvollziehbar. Das Projekt stand unter der Leitung von Natalie Borlinghaus und Dennis Hübner vom Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr und wurde großzügig vom Landschaftsverband Rheinland gefördert.
Bei dem von Natalie Borlinghaus geleiteten interkulturellen Vermittlungsprojekt Er, Sie, es – Ich, Du und das Bild wurden Kinder im Vorschulalter und Ihre Eltern erstmals gemeinsam eingeladen, an einem 3-tägigen Workshop in der Stiftung Sammlung Ziegler teilzunehmen. Im Mittelpunkt der Bildbetrachtung stehen die Themen Heimat, Identität und Reise, welche in einer anschließenden gemeinsamen künstlerischen Arbeit münden und im Museum gezeigt werden. Insgesamt sieben Kindergärten und Kitas haben sich in diesem Jahr an dem Projekt beteiligt, wobei es eine erstaunlich große Nachfrage gab. Ziel und Ergebnis des Projekts ist es, junge Menschen, aber auch Eltern, die weniger zum Publikum des Museums gehören, an Kunst und Kultur heranzuführen. Das Museum wird zum Treffpunkt für ein gemeinsames Erleben von kultureller Vielfalt zusammen mit Menschen unterschiedlichster Herkunft. Die positiven Erfahrungen der Pilotphase haben die Stiftung Sammlung Ziegler, die das Projekt schon in diesem Jahr finanziert hat, zu einer Fortsetzung in erweiterter Form im Jahre 2012 veranlasst.
Stand: 19.12.2011









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