Rückblick: ExtraSchicht 2016

Die ExtraSchicht 2016 fiel zwar auch extrafeucht aus, doch trotzdem konnten die kreativen Angebote zur “Nacht der Industriekultur”, an denen sich Mülheim an der Ruhr erneut beteiligte, die Besucherinnen und Besucher überzeugen. Etwa 1500 Menschen besuchten zur Abenddämmerung Schloß Broich, den angrenzenden Bei der abschließenden Lasershow in der MüGa gab es auf der ExtraSchicht 2016 ein furioses Spektakel mit Licht und Feuer.MüGa-Park, den Ringlokschuppen und die Camera Obscura mit dem Museum zur Vorgeschichte des Films. Auch die zeitgleich stattfindenden Programmpunkte im Aquarius Wassermuseum wurden gut angenommen.

Kohle, Eisen und Stahl haben das Revier groß gemacht, aber die Schlagworte der diesjährigen Mülheimer „Nacht der Industriekultur“ lauteten „Stein, Papier, Schere… Laser“! Eine entsprechende Skulptur der Kinderspiel-Formel begrüßte die Besucher gleich hinter Schloß Broich in der MüGa. Leider musste aufgrund der anfangs noch starken Regengüsse die Fashionshow der Kreativ-Schneiderinnen und Schneider von Xtra Cut abgesagt werden. Eine weitere Hauptattraktion, der Cajon-Trommel-Workshop vom „Drum Cafe“, konnte kurzerhand von der nassen Wiese auf die Bühne verlegt werden – die Teilnehmer hatten sichtlich Spaß und ließen sich allesamt in den Sog der Rhythmen ziehen. Ob exotisch oder „klassisch“ („We Will Rock You“ von Queen) oder unterstützt von der Human Beatbox: Die Papierkisten-Trommeln peruanischer Herkunft schafften es scheinbar, die Wolken über Mülheim aufzubrechen und den Rest des Abends komplett regenfrei zu gestalten. Die mit dem Logo der MülheimPartner bedruckten Cajons (insgesamt 200 Stück) sind schnell aufgebaut und lassen sich ebenso leicht wieder zusammenfalten, sind als Instrument, praktische Sitzgelegenheit und als Souvenir sehr begehrt:
„Die Leute haben super mitgemacht und sich vor allem gefreut, dass sie die Cajons auch mit nach Hause nehmen durften“ lobte Sabine Vieten von Drum Cafe die Begeisterung der ExtraSchicht-Besucherinnen und Besucher.

Das kulinarische Angebot bot Burger, Currywurst, Crêpes und Churros sowie Flammkuchen und bezog auch die Verkäufer mit ins Motto ein: Bei einer Runde Schere, Stein, Papier wurde um kleine Rabatte auf die Speisen gespielt.
Äußerst verspielt zeigten sich auch Anja Steffen und die VHS Mülheim mit ihren Kreativ-Angeboten sowie die Künstlerinnen Jott Kaa und Janet Kempken, die die Bäume des Geländes mit verträumten Sonnen- bzw. wetterbedingt eher Regenschirmen aus Papier dekorierten: Mit glitzernden Hologramm-Mobiles aus Plexiglas, Papier und Glitzer, die bei der nächtlichen Beleuchtung erst ihre ganze Pracht zeigten. In Bastelworkshops durften diese Mobiles von Kindern für Zuhause selbst mitgestaltet werden. Darüber freuten sich auch die anwesenden Eltern wie z.B. Besucherin Susanne Brunke, die mit ihrer Familie aus Bochum die Mülheimer ExtraSchicht zur ersten Station des Abends auserkoren hatte: „Besonders das Trommeln auf der Cajon hat uns voll mitgerissen und die Installationen hier sind echte Blickfänger!“

Am Samstagabend legten auch die historisch begeisterten ehrenamtlichen Museumsbetreuer des Geschichtsvereins im Historischen Museum von Schloß Broich eine Extraschicht ein: Bei drei zusätzlichen Führungen wurde der Aspekt „Stein“ anhand der alten Mauern des aktuell sanierten Bauwerks erklärt und im Museum konnten die Kleinsten sich in echter Ritterskluft ablichten lassen. Industriekultur erfahrbar gemacht wurde auch im benachbarten Ringlokschuppen, dessen Geschichte vom Bahndepot zum etablierten Theaterspielort auch in regelmäßigen Abendführungen thematisiert wurde. Ebenfalls geöffnet hatte bis in die Nacht hinein die Camera Obscura mit dem Museum zur Vorgeschichte des Films. Die Kuppel des alten Broicher Wasserturms – tagsüber Projektionsfläche für die größte begehbare Lochkamera der Welt – wurde zur Bühne des charmanten Papiertheaters, das mit „Jack, der Riesen-Töter“ eine fast vergessene Form der gutbürgerlichen Heimunterhaltung des frühen 19. Jahrhunderts wieder aufleben ließ. In der Tradition der auch im Museum ausgestellten Guckkästen zauberte das Tischbühnenspiel aus dem Bastelbogen mit variierten Stimmen und der einen oder anderen Gesangseinlage ein Lächeln auf die Lippen der Zuschauer.

Für abwechselnd staunende und lachende Gesichter sorgte auch die Bühnenakrobatik des Nordlichts Jens Ohle, der auf Leitern und hohem Einrad mit Fackel- oder Schwert-Jonglage die Zuschauer immer wieder mit viel Witz zum Assistieren einlud.

Die Bühne an der Drehscheibe des Ringlokschuppens stand dreimal an diesem Abend ganz im Zeichen einer Band, die das „Papier“ schon stolz im Namen trägt. Die fünf Jungs von „Paperstreet Empire“ aus Duisburg überzeugten mit gitarrenstarkem Indierock und leiteten über zum spätabendlichen Tanzprogramm im Ringlokschuppen, wo im Event-Raum HEIDI HOH der DJ zum „Ringelpietz“ einlud.  

„Laser“ toppte als Motto noch einmal alles: als prismenhaft-flammiger Dialog der Lichteffekte setzten die Pyrotechnik-Experten von Trendflash ein spektakuläres Ausrufezeichen über die Broicher ExtraSchicht. Das Neonlicht-Inferno mit gleichzeitigem Feuerwerk und von Flammenstößen illuminerten Schlossmauern versammelte noch einmal viele Besucher auf der MüGa-Wiese.  
„Es war aufgrund des nassen Nachmittags leider etwas weniger voll auf der MüGa-Wiese, aber zum Abend hin haben sich dann doch noch die Besucher von Stein, Schere und Papier überzeugen lassen, besonders die Cajon-Workshops und die Lasershow waren die Highlights heute“, resümiert Jens Weber von der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST) den zunächst feuchten und dann doch noch fröhlichen ExtraSchicht-Abend in der MüGa.

 „Reif für die Insel?“ fragte parallel zum Abend in Broich auch das Aquarius Wassermuseum in Mülheim-Styrum und bot urlaubshaften Eskapismus mit zwei Bands und einem spaßigen Improvisationstheater vor dem dortigen Wasserturm.
Atlantis, Alcatraz, Cuba, Sansibar oder auch Helgoland: Die vier Schauspieler vom Improtheater Tatendrang nahmen die Besucher mit in fantasievolle Gedankenspiele beim „Insel-Hopping“. In der Nacht wurde dann aus dem Wasser- ein Leuchtturm und der umgebende Styrumer Schlosspark in maritimes blaues Licht getaucht. Trotz Regenwetter mitschunkeln, dazu animierte der Irish Folk von Pot o’Stovies und die Musik der Happy Gangstas. Flaschenpost 2.0: Trotz der H2O-zentrischen Ausrichtung wurden die von den Besucherinnen und Besuchern selbstgebastelten Flaschenpost-PET-Behältnisse via Selfie-Fotos durch die Fluten der ExtraSchicht geschickt. Ob Strasssteine, Wolle, Muscheln und Pokémon-Motivik: „Wunderschöne Flaschen sind entstanden, die Stimmung war gut und die Aktion ganz gut besucht – vor allem hat man hier selten so viele Männer beim Basteln gesehen“, freute sich Beate te Kloot vom Aquarius Wassermuseum. Die Flaschenpost-Selfies konnten per Mail ans Museum geschickt werden, denn die am weitesten auf der ExtraSchicht gereiste Flasche wird prämiert.

MST-Geschäftsführerin Inge Kammerichs fasst zusammen: „Die Besucher der ExtraSchicht ließen sich im Großen und Ganzen die Laune nicht verderben und trotzten dem Wetter bei durchweg guter Stimmung. Nur durch das gute Zusammenspiel der verschiedenen Partner, Teams und Akteure, die trotz witterungsbedingter Aufbauschwierigkeiten professionell und lösungsorientiert gearbeitet haben, konnte die Veranstaltung erfolgreich durchgeführt werden!“

Die ExtraSchicht ist eine Veranstaltung der Ruhr Tourismus GmbH mit den örtlichen Partnern Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST), RWW Rheinisch Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH und dem Ringlokschuppen.

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Stand: 21.12.2016

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