Ruhrlights: Twilight Zone

Internationale Lichtkunst an der Ruhr

Das internationale Lichtkunstfestival Ruhrlights: Twilight Zone gibt den besonderen Landschaftsqualitäten an der Ruhr eine neue SichtbarkeitIm Kulturhauptstadtjahr unternahm "Twilight Zone" einen Perspektivwechsel. Es hat sich vorgenommen, Orte mit besonderen Atmosphären als Resonanzraum des Neuen aufzuspüren und widmete sich dem Ruhrtal und besonderen Orten am Wasser, die außerhalb des Ruhrgebiets noch zu wenig bekannt sind. "Ruhrlights: Twilight Zone" machte die landschaftlichen Verbindungen einer der größten Kulturhauptstädte Europas spürbar. In einer programmatischen Partnerschaft der Städte Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen, Hattingen, Bochum, Witten, Dortmund und Hagen steht die Ruhr als besonderer Naturraum im Fokus.

Nirgendwo ist eine Ruhrgebietsstadt mit der Ruhr so eng verbunden wie in Mülheim. Um dieser besonderen Lebensqualität am Wasser Ausdruck zu verleihen, rief Mülheim im Jahr 2008 das Lichtkunstfestival "Ruhrlights" ins Leben. An dessen großen Erfolg knüpften wir mit dem Kulturhauptstadtprojekt "Ruhrlights: Twilight Zone" an. An ausgewählten Orten zwischen der Eisenbahnbrücke und der Insel am Wasserkraftwerk schafften Künstler Lichtwerke für die Stadt am Wasser. In Mülheim traffen die Künstler auf eine Situation, wie sie sehr selten im Verlauf der Ruhr ist: eine Flusslandschaft inmitten der Stadt, die dabei ist, zum Lebensmittelpunkt zu werden. Die Ruhr ist ein urbanes Kleinod, das nach und nach ins Bewusstsein der Stadtbewohner tritt.


In diesem Jahr setzte das Lichtkunstfestival einen thematischen Schwerpunkt: Mit dem Untertitel "Twilight Zone" hat es sich auf den aktuellen Zustand der Schwebe bezogen, in dem sich viele Orte in unserer Region befinden. Es ist ein Zustand, in dem Kräfte, Elemente, Ideen und Vorstellungsbilder im Ringen um das Neue begriffen sind. "Twilight Zone" setzte das Vorhandene in Wert, indem es den Ursprung für das Neue bildete. Es bewegt sich in einem fragilen Terrain, in einer Region, die Gewissheiten ausstrahlt, um sie sogleich wieder in Frage zu stellen. Es sind Sehnsuchtsräume, die sich die Menschen mit ungeheurer Energie immer wieder aufs Neue erschaffen und aneignen. Sie machen sie zu ihren Räumen und beschreiben damit ein Stück einer neu erfundenen und zugleich alten Identität.

Siegrun Appelt, die im Jahr 2008 in Mülheim das Wasserkraftwerk mit Lichtenergie gefüllt hat, zeigte in diesem Jahr eine neue Arbeit im Außenraum. Gewählt hat sie den Fluß- und Uferbereich nahe des Wasserkraftwerks: Lichtstarke, weiße Scheinwerfer bewegten sich Suchscheinwerfern gleich über die Landschaftszone am Wasser. Die Lichtbewegungen dramatisieren den Naturraum und setzen ihn in Bewegung. Exakt kalkulierte Bewegungen schafften eine fast unwirkliche besondere Atmosphäre, die uns dazu brachte genauer hinzuschauen.

Am Ufer der Ruhr nahe der Stadthalle hat die Gruppe Modulorbeat eine begehbare Lichtarchitektur geschaffen, ein architektonisches Signet der Metropole Ruhr, das auch in Hagen und Duisburg als schwimmende und begehbare Architektur wieder auftaucht. Der fast magische Innenraum der Leuchtkörper reagiert auf Klänge und Bewegungen und wird an Wasser und an Land zu einem temporären Club für elektronische Ruhrlights 2010, Stadt Duisburg, Installation Möbelhaus RuhruferMusik.

"Ruhrlights: Twilight Zone" nutzte die Kraft der Kunst, um Areale und Landschaftsräume zu transformieren und mit neuen Energien aufzuladen. Es widmete sich dem sowohl mentalen als auch urbanen Zwischenzustand, in dem sich diese besondere Zone entlang der Ruhr befindet – einem Zustand zwischen industrieller und ur-baner Prägung und sich entwickelnder Naturlandschaft.

Mit Interventionen internationaler Künstler wie Peter Kogler, Yves Netzhammer, Tatzu Nishi, Andreas M. Kaufmann und Klaus Obermaier, die sich durch ihre ebenso sensiblen wie eindringlichen Transformationen des öffentlichen Raums auszeichnen, hat "Twilight Zone" weit verbreiteten Klischees der Industrie-Tristesse des Ruhrgebiets entgegengewirkt. Die Tatsache, dass an der Ruhr einige der strukturellen Probleme weniger deutlich zum Tragen kommen und einige der Zukunftsfragen schon gelöst scheinen, gibt diesem besonderen Stadtraum die Möglichkeit, das oft eindimensionale Bild des Ruhrgebiets in Balance zu bringen.

 

Kontakt
Kulturhauptstadtbüro Duisburg RUHR 2010
Burgplatz 19 / Rathaus, 47049 Duisburg

Tel.: 02 03 / 2 83 41 07
E-Mail: kulturhauptstadtbuero@stadt-duisburg.de
www.ruhrlights2010.de

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Stand: 15.02.2011

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