Archiv-Beitrag vom 16.09.2008Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft 2007 an Prof. Dr. Manfred T. Reetz und Christoph Schlingensief

Die Stadt Mülheim an der Ruhr verleiht den Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft für das Jahr 2007 an den Naturwissenschaftler

Prof. Dr. Manfred T. Reetz

und den spartenübergreifenden Künstler

Christoph Schlingensief.


Beide Preise sind jeweils mit 3.000 EURO – gesponsort von der Sparkasse Mülheim - dotiert.

Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am 17. April 1962 den Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft gestiftet. Er wird als Auszeichnung oder als Förderung an hervorragend Begabte jährlich verliehen. Die Preisträger sollen durch Leben oder Werk mit Mülheim an der Ruhr verbunden sein. Die Preise werden im Rahmen einer Feierstunde zum Jahresende durch Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld übergeben.

Die Entscheidung ist wie folgt begründet worden:

Prof. Dr. Manfred T. Reetz

Prof. Dr. Manfred T. Reetz erhält den Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Katalyseforschung.

Neben außerordentlichen Verdiensten im Bereich der metallorganischen Katalyse hat Prof. Dr. Manfred Reetz in den letzten Jahren bahnbrechende Arbeiten zur chemischen Evolution von Biokatalysatoren (Enzymen) im Reagenzglas geleistet und damit ein rasch wachsendes und international viel beachtetes neues Forschungsgebiet mit begründet. Sein Interesse gilt besonders den grundlegenden Prinzipien, mit denen der aus Zyklen von Mutation und Selektion bestehende Evolutionsprozess verstanden und gelenkt werden kann. Dazu leitet er ein interdisziplinäres Team von Chemikern, Molekularbiologen und Biotechnologen.

Auch das Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung hat durch Prof. Dr. Manfred Reetz seine herausragende Stellung und seinen hervorragenden Ruf gefestigt. Im Verlauf des letzten Jahrzehnts hat er die wissenschaftliche Orientierung und strukturelle Erneuerung dieses Institutes wesentlich geprägt. Nach dem im Dezember 2007 veröffentlichten Rating des Wissenschaftsrates der Bundesregierung nimmt dieses Institut die führende Stellung unter allen chemischen Forschungseinrichtung Deutschlands ein und ist international für seine exzellenten Beiträge im Bereich der Katalyse bekannt.

Ruhrpreisträgervorstellung im Rathaus Mülheim an der Ruhr.




















Bei der Bekanntgabe der Auszeichnung: v.l.n.r. Martin Weck (Sparkasse), Peter Vermeulen (Kulturdezernent), Preisträger Christoph Schlingensief, Johannes Brands (Kulturausschußvorsitzender) / Foto: Volker Wiebels


Christoph Schlingensief

Das breite Spektrum seiner Begabungen ermöglicht es Christoph Schlingensief, sich zwischen Film und Theater, Oper und Museum zu bewegen.

Nach Aufsehen erregenden Filmarbeiten in den 80er Jahren startet er in 1993 seine Karriere als Theaterregisseur an der Berliner Volksbühne. Durch die Aufmerksamkeit, die seine Projekte dort erfahren, wird er zu Produktionen von den großen Staats- und Stadttheatern u. a. nach Hamburg, Frankfurt, Zürich und Wien eingeladen.

Im Jahr 2004 wendet er sich der Kunstform Oper zu. In Bayreuth steht seine Inszenierung der Oper "Parsifal" von 2004 bis 2007 auf dem Spielplan der Richard-Wagner-Festspiele. An der Deutschen Oper Berlin präsentiert er in 2008 mit Werner Braunfels "Jeanne d'Arc - Szenen aus dem Leben der heiligen Johanna" eine weitere mit großem Applaus bedachte Produktion als szenische Uraufführung.

In 2007 beginnt seine Karriere als Bildender Künstler mit der Installation "18 Bilder pro Sekunde", die Motive der anlässlich der Wagner-Festspiele in Manaus/Brasilien entstandenen Inszenierung des "Fliegenden Holländer" aufgreift und im Haus der Kunst in München ausgestellt wird. Danach folgen weitere, viel beachtete Präsentationen in Zürich, Sao Paolo, London, Innsbruck und Amsterdam.

Der Allroundkünstler Christoph Schlingensief geht in seinen Arbeiten immer an physische und psychische Grenzen. Er mutet dabei sich, seinen Akteuren und dem Publikum schmerzhafte Erfahrungen zu. Bei seinem in 1996 inszenierten Stück "Rocky Dutschke, 68" arbeitete er erstmals mit Schauspielern, Behinderten und Laien zusammen. Das dort angewandte Element zieht sich seitdem leitmotivisch durch seine Arbeiten.

Christoph Schlingensief wird der Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft als Anerkennung für sein künstlerisches Schaffen verliehen.

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Stand: 16.09.2008

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