Archiv-Beitrag vom 17.09.2007René Pollesch: Tal der fliegenden Messer

RUHRTRILOGIE TEIL 1

7. bis 11. Juni
21 Uhr



Karten kosten 20, ermäßigt 15 Euro.

Für einen ersten Eindruck: die Fotostrecke zum Stück

"Glotzt nicht so authentisch!"

Die zunehmende Technologisierung des Alltags, die Ökonomisierung aller Lebensbereiche, die „Verwertbarkeit“ des Menschen oder Normalität als Konstruktion sichtbar zu machen – das sind Themen, mit denen sich der Autor und Regisseur (zweimalige „STÜCKE“ – Preisträger) René Pollesch wie kein anderer zeitgenössischer Künstler im Theater auseinandersetzt.

Pollesch, der mittlerweile an die 150 Stücke verfasst hat und pro Jahr bis zu sieben Abende auf die Bühne bringt, ist kein Autor, der seine Texte als "ewig gültige Wahrheiten" verstanden wissen will. Er sieht sie als Material, als eine Art Theorieapparat, den jeder benutzen kann, um sich im eigenen Alltag zu orientieren. Sich mit dem Alltag zu beschäftigen, anstatt mit Alltagsrepräsentation - das ist ein wesentlicher Ausgangspunkt für das Theater von René Pollesch: "Meine Arbeiten leben von einer Kompetenz für das, was meine Probleme sind, von meinem Wunsch, mich zu verorten, mich zu orientieren, und der damit verbundenen Energie."

Mit dieser Energie wird der Autor René Pollesch auch die Themen für die RUHRTRILOGIE finden und dem Publikum - nicht nur - im Ruhrgebiet neue Blicke auf das Theater und die Geschichten zwischen Gegenwart und Zukunft ermöglichen. Die bisherigen Arbeiten von René Pollesch sind immer Ausblicke von der Jetzt-Zeit ins Zukünftige, von der extremen Ökonomisierung des Alltags und der Beziehungsgeflechte der Menschen. Es gibt keinen Gegenwartsdramatiker, der besser zu der Ruhrregion, die durch so sehr durch die Ökonomisierung von Landschaft, Natur und Menschen geprägt ist, passen würde.



Im Rahmen des Mülheimer Stadtjubiläums MH 200 startet René Pollesch seine RUHRTRILOGIE mit dem ersten Teil "Tal der fliegenden Messer", einer Koproduktion der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin, des Ringlokschuppens und der RUHR.2010 Kulturhauptstadt Europas. Die Uraufführung findet in unmittelbarer Nähe zur Ruhr statt. Dafür entsteht direkt am Fluss in der Nähe der Stadthalle ein neuer Spielort, "Das Rollende-Road-Schau-Zelt am Stadthallengarten", gestaltet von Bert Neumann.

mit: Inga Busch, Christine Groß, Nina Kronjäger, Martin Laberenz, Trystan Pütter, Volker Spengler
Text und Regie: René Pollesch

Bühne: Bert Neumann

Kostüme: Nina von Mechow

Kamera: Ute Schall

Dramaturgie: Aenne Quinones

Seit 1999 sind die Stücke von René Pollesch regelmäßig in Mülheim an der Ruhr gezeigt worden; erst im Rahmen des „Impulse“-Festivals, später bei den Mülheimer Theatertagen „Stücke“ und zuletzt im Oktober 2007 mit dem Gastspiel „L’affaire Martin!“ der Volksbühne Berlin, das im Mülheimer Ringlokschuppen zu sehen war. Bei den diesjährigen STÜCKEN – den 33. Mülheimer Theatertagen NRW – ist René Polleschs „Liebe ist kälter als das Kapital“ nominiert und in der Inszenierung des Schauspiels Stuttgart zu sehen.

René Pollesch, geboren 1962, studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Erste Inszenierungen eigener Stücke auf der TAT Probebühne/Frankfurt/M.. Nebenher Übersetzungen und Bearbeitungen. 1996 Arbeitsstipendium am Royal Court Theatre/London, 1997 Stipendium der Akademie Schloß Solitude in Stuttgart. 1999 - 2001 Heidi Hoh 1-3 am Berliner Podewil, in der Spielzeit 1999/2000 Hausautor am Luzerner Theater, im Herbst 2000 Hausautor am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Seit der Spielzeit 2001/02 ist Pollesch, der seine Stücke auch in München, Stuttgart, Wien, Warschau, Tokio oder Sofia auf die Bühne bringt, künstlerischer Leiter des Praters der Berliner Volksbühne. Dort entstanden in der von Bert Neumann gestalteten Wohnbühne Produktionen wie die Trilogie "Stadt als Beute", "Insourcing des Zuhause.Menschen in Scheißhotels" und "Sex", die zum Theatertreffen 2002 eingeladen wurde. Zur Zeit ist von ihm in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz "Tod eines Praktikanten", "L'affaire Martin!", "Cappuccetto Rosso", "Diktatorengattinnen I" und "Darwin-win" zu sehen. Pollesch erhielt 2001 und 2006 den Mülheimer Dramatikerpreis, 2002 wurde er in der Kritikerumfrage von "Theater heute" zum besten deutschen Dramatiker gewählt. 2007 erhielt er den Nestroy-Theaterpreis.

WO: IM ROAD-SHOW-THEATERZELT AM STADTHALLENGARTEN

"TAL DER FLIEGENDEN MESSER" in der Presse

Ruhrtrilogie, füe das Jubiläum der Stadt Mülheim an der Ruhr Quelle/Autor: K langePlakat Rene Pollesch Tal der fliegenden Messer Ruhrtrilogie


VERANSTALTER:
Eine Koproduktion des Ringlokschuppens mit der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin und der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 in Zusammenarbeit mit dem Theaterbüro des Kulturbetriebs und dem Projektbüro Stadtjubiläum 2008, gefördert vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen und der Kunststiftung NRW.


Stand: 09.06.2008

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