Archiv-Beitrag vom 18.12.2012Schülersprechstunde von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld an der Luisenschule zum Thema "Europa"

Im Rahmen ihrer Schülersprechstunde diskutierte Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld am 14. Dezember 2012 mit Schülerinnen und Schülern eines SoWi-Kurses der 10. Klasse der Luisenschule. Das Thema „Europa“ stand wieder im Mittelpunkt. Diesmal aktueller denn je. Unterstützt wurde sie durch Armin Czysz (EU-Experte), der im Auftrag der europäischen Kommission als Referent fungierte.

Oberbürgermeisterin Mühlenfeld machte direkt zu Beginn der Runde deutlich, welche Bedeutung der Europäischen Union aus Ihrer Sicht zukomme, in dem sie die Begründung des Nobelkomitees verlas, welches in diesem Jahr den Friedensnobelpreis an die EU verlieh. Mit der Verleihung des Friedensnobelpreises habe das Komitee neben dem stetigen Bemühen um Frieden, hier insbesondere auch das Streben nach Einhaltung der Menschenrechte, dem Einsatz für die Demokratie sowie die insgesamt stabilisierende Rolle der Europäischen Union eine besondere Bedeutung verliehen. Auch Armin Czysz bekräftigte dies, in dem er die Vorteile eines gemeinsamen Europas hervorhob und deutlich machte, dass nicht zuletzt das Bewusstsein der Bürger, ein Teil der EU und somit – in diesem Kontext - auch ein „Nobelpreisträger“ zu sein, zu einem Erhalt dieser Gemeinschaft beitragen werde.

Er unterstrich aber auch, dass insbesondere die Politik gefragt sei, für Stabilität innerhalb der europäischen Gemeinschaft Sorge zu tragen. Dabei falle insbesondere der Sicherung und Stabilität des Euros, als gemeinsamer Währung, eine zentrale Rolle zu.

Die Schülerinnen und Schüler erfragten vor dem Hintergrund der aktuell – insbesondere in Südeuropa – angespannten wirtschaftlichen Situation, welche Kriterien für einen möglichen EU Beitritt zu erfüllen gewesen seien und ob in der Vergangenheit möglicherweise insbesondere der finanziellen Situation und Perspektive der an einem Beitritt interessierten Staaten mehr Bedeutung hätte beigemessen werden können.

Armin Czysz benannte als Kriterien unter anderem die Einhaltung der Menschenrechte, ein funktionierendes Rechtssystem sowie wirtschaftliche Stabilität beziehungweise eine dahingehende Prognose. Auf die kritische Nachfrage der Schülerinnen und Schüler, ob z.B. ein Austritt Griechenlands die Stabilität wiederherstellen könne, formulierte er jedoch, dass ein Austritt Griechenlands verheerende Folgen für die gesamte Struktur haben und aus seiner Sicht dafür Sorge getragen werden müsse, dass Griechenland Teil der Europäischen Union bleibe.

 Schülersprechstunde zum Thema Europa in der Luisenschule. 14.12.2012 Foto: Walter Schernstein

Intensiv diskutiert wurde von den Schülerinnen und Schülern außerdem das Interesse der Türkei an einem EU Beitritt sowie auch die Frage, inwieweit sich das Wirken der europäischen Union auch im kommunalpolitischen Handeln niederschlägt.

Oberbürgermeisterin Mühlenfeld unterstrich noch einmal, dass hier in der Tat der Informationstransfer hergestellt werden müsse, um den Bürgerinnen und Bürgern „die Vorteile eines gemeinsamen Europas auch sichtbar zu machen“. Hierzu zählten neben den beruflichen Perspektiven oder einem möglichen Auslandsstudium junger Menschen z.B. auch die Städtepartnerschaften, die dazu beitragen könnten, den Gedanken eines gemeinsamen Europas mit Leben zu füllen. Außerdem muss es Ziel sein Lebens-, Arbeits- und Umweltbedingungen so anzupassen, dass allen Europäern zum Wohle gereichen.

Der Schulleiter der Luisenschule, Bernhard Troost, schloss die engagiert und fundiert geführte Diskussion nach 90 Minuten, in dem er feststellte, dass die meistgenannten Wörter "wir" und "gemeinsam" waren. In diesem Sinne gilt es für alle am europäischen Haus mitzuarbeiten.

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Stand: 19.12.2012

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