"Schulkleidung für meine Schule!?"

Das Thema "einheitliche Schulkleidung" haben nicht erst die Vorkommnisse an der Rütli-Schule in Berlin zu einem bundesweiten Thema gemacht. "Auch in meinen bisherigen Schülergesprächen ist dieses Thema von den Jugendlichen, auch in anderen Zusammenhängen, immer mal wieder angesprochen worden," so Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Es wurde durchaus kontrovers diskutiert. Hier einige Prostimmen:

- wie in Sportvereinen und anderen Interessengruppen wächst in Schulklassen das Zusammengehörigkeitsgefühl durch einheitliche Schulkleidung. Ein erhöhtes Wir-Bewusstsein untereinander entwickelt sich besser,

- das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit wird gestärkt.

- eine "Modenschau" im Unterricht gibt es nicht mehr. Der Vergleich von 11-Jährigen, wer das tollste Bauchnabelpiercing aufweist, ist im Schulalltag absurd.

Eine Studie des kriminologischen Forschungsinstitutes in Niedersachsen (Wetzel, Enzmann, Pfeiffer) belegt, dass aufgrund ihrer sozialen Lage besonders Jugendliche nichtdeutscher ethnischer Gruppen dazu neigen, Gewalt auszuüben und durch "Abziehen" sich beschaffen, was sie glauben haben zu müssen. Wenn dagegen jeder Einzelne erkennen kann, dass er selbst aufgrund seiner Persönlichkeit zählt, dass er sich nicht durch Markenkleidung aufwerten muss, um dazuzugehören, werden soziale Unterschiede zumindest während der Schulzeit unwichtig. Die Fälle von so genanntem "Abziehen" würden zurückgehen, sagt die Studie.

Allerdings sieht Schulministerin Barbara Sommer nicht nur Vorteile. Die Ministerin gab zu bedenken, dass die Einführung von Schuluniformen einen erheblichen Eingriff in die Rechte der Eltern darstelle. Deshalb werde es keine landeseinheitliche Regelung geben, so ein Sprecher des Ministeriums. Vielmehr soll die Entscheidung eigenverantwortlich von den Schulen geregelt werden. Sollte eine Schule mit Einverständnis von Eltern, Lehrern und Schülern beschließen, einheitliche Kleidung einzuführen, dann werde dies vom Schulministerium unterstützt. Wie aufwändig die Schuluniform ausfällt, wäre dann ebenfalls Sache der Schule. Egal jedoch, ob Blazer oder Sweatshirt: Die Kosten müssten die Eltern tragen.

Wie denken Schülerinnen und Schüler in Mülheim an der Ruhr über Schulkleidung? Haben Schülerinnen und Schüler konstruktive Ideen wie wir in unserer Stadt mit der Fragestellung zur Schulkleidung umgehen könnten?

"Ich möchte mit Ihren Schülerinnen und Schülern zu diesen Fragen ins Gespräch kommen und lade sie daher herzlich zu meinem fünften Schülergespräch am 31. August 2006, von 17.00-18.00 Uhr in die Bürgeragentur, Schloßstraße 22/Ecke Löhberg ein," so Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld.

 

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Stand: 29.08.2006

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