Schutz vor Starkregen: Rückhalten statt Leerpumpen

Wasserrückhaltung muss angesichts der besonderen „Starkregenereignisse“ der letzten Wochen bei allen zukünftigen Planungen besondere Priorität haben. Darauf weist das Amt für Umweltschutz hin. Zwar ist ein Jahrhunderthochwasser an der Ruhr bisher ausgeblieben, die starken Regenfälle haben aber auch in Mülheim zu zahlreichen Straßenschäden und Kellerüberflutungen geführt. Die extremen Was-sermengen konnten von der Kanalisation nicht mehr aufgenommen werden. Abhilfe kann hier die Rückhaltung des abfließenden Wassers schaffen. In Frage kommt ei-nerseits die Verminderung der versiegelten Flächen durch wasserdurchlässige Weg- und Hofbeläge. Andererseits bietet sich die Verminderung der Menge ablaufenden Wassers von Gebäuden und Straßen an: durch Versickerung, Speicherung und Re-genwassernutzung.

Bei der Versickerung wird das vom Dach oder Parkplatz ablaufende Wasser in flache Becken oder spezielle Schächte geleitet, wo es langsam im Erdboden versickert und so auch zur Grundwasserbildung beiträgt.
Auch finanziell lohnt sich der Umweltschutz: Versickerungsanlagen werden in Mül-heim meist bei der Berechnung der Niederschlagswassergebühr berücksichtigt, zu-sätzlich gibt es Fördermittel vom Land.

Regenwassernutzung eignet sich nicht nur für die Bewässerung des Gartens, auch im Haushalt kann die Nutzung etwa für die Toilettenspülung erwägt werden. Im Gewerblichen Bereich sind viele Möglichkeiten der Nutzung denkbar. Die Stadt geht mit gutem Beispiel voran, der Wasserspeicher am Heifeskamp dient seit Jahren, um Regenwasser zur Befüllung der Kanalspülwagen zu nutzen. Auch bei der Regenwas-serspeicherung werden die Investitionen in der Regel durch Ermäßigung der Nie-derschlagswassergebühren und durch Zuschüsse vom Land erleichtert, zusätzlich wird Trinkwasser eingespart.

Ein weiterer aussichtsreicher Weg, die Abflussspitzen zu kappen, ist die Dachbegrü-nung. Je nach Art laufen nur 5 bis 35% des Regenwassers vom Dach ab, der Rest wird zurückgehalten und von der Begrünung langsam verdunstet. Das sorgt nicht nur für eine Verminderung der Kanalbelastung, sondern verbessert zusätzlich noch das Klima im betreffenden Haus und in der Umgebung. Neben weiteren Vorteilen wie Langlebigkeit und Dämmwirkung führen auch Dachbegrünungen zu einer Ver-minderung der Niederschlagswassergebühren und werden vom Land bezuschusst.

Und einen Preis für die besten Gründächer in Mülheim gibt es auch noch. Also ins-gesamt eine Menge Anreize zur Verbesserung der Regenwasserrückhaltung, damit in Zukunft weniger Keller leergepumpt werden müssen.

Weitere Informationen gibt es bei der Umwelt- und Abfallberatung des Umweltam-tes in der Schloßstraße 11, Tel. 4 55 70 77.
Informationen zur Entsiegelung, Versickerung und Regenwassernutzung und zu den Niederschlagswassergebühren bietet die Stadtentwässerung unter Tel. 4 55 90 78.
Landeszuschüsse für die nachhaltige Wasserwirtschaft kann man beim Amt für Umweltschutz, Tel. 4 55 70 07 beantragen.








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Stand: 19.09.2002

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