Seit Februar läuft das Projekt "Betreutes Spielen" auf den Schulhöfen der Stadt – schon mit gutem Erfolg!

Wenn am Nachmittag die Glocke zum Schulschluss klingelt, beginnt für sie der Arbeitstag. Seit Anfang Februar kontrollieren vier Teams mit jeweils drei Personen die Schulhöfe in Mülheim. Betreutes Spielen heißt das Projekt mit doppeltem Nutzen.

"Es ist ein weiterer Schritt in Richtung familienfreundliche Stadt", betonte Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld beim Pressetermin auf dem Schulhof an der Zunftmeisterstraße. "Vorhandene Bewegungsräume müssen besser genutzt werden." Das heißt, dass Schulhöfe auch jenseits der Unterrichtszeit für Kinder zum Spielen zur Verfügung stehen. Doch das gestaltete sich in der Vergangenheit nicht immer einfach. Häufig wurden auf den Schulhöfen unschöne Hinterlassenschaften gefunden. Leere Pizzakartons oder Glasscherben blieben oftmals dort zurück. Die Aufräum-Arbeit blieb nicht selten an den Hausmeistern hängen, die nach Arbeitsschluss für Ordnung sorgen mussten.

Betreutes Spielen auf Schulhöfen außerhalb der Schulzeiten - mobile Teams sorgen für Sauberkeit und Ordnung. Die Initiatoren sind zufrieden mit den ersten positiven Ergebnissen

Foto: Walter Schernstein

Damit das in Zukunft nicht mehr so ist, patrouillieren die Betreuungsteams des ImmobilienService zwischen 16.30 und 21 Uhr an den Schulen. Samstags und sonntags sind die neu eingestellten Kräfte bereits ab 13 Uhr unterwegs. Eingestellt wurden für das Projekt ältere Arbeitslose und damit soll vor allem dem allgemeinen Trend entgegen gewirkt werden, Langzeitarbeitlosen keine Chance auf dem Arbeitsmarkt einzuräumen. "Sie besitzen die nötige Erfahrung und sind vor allem sehr zuverlässig", so der Leiter des ImmobilienService, Friedel Lisner. Vier der insgesamt zwölf Betreuer haben einen festen Vertrag mit der Job Service GmbH. Die anderen nehmen an einer Qualifizierungsmaßnahme teil.

Die Betreuer besitzen zwar Hausrecht auf den Schulhöfen, davon Gebrauch machen wollen sie aber in der Regel nicht. "Die Kinder sollen einen Ansprechpartner bekommen", sagt Lisner. "Konflikte lassen sich am besten durch Gespräche lösen." Bisher haben die Teams damit nur gute Erfahrungen gemacht. "Wenn wir Jugendliche gebeten haben den Schulhof zu räumen, haben sie sich sehr verständig gezeigt", erzählt der Betreuer Herbert Herkenrath. Die Initiatoren erhoffen sich, dass über die Teams auch das Gespräch mit der Nachbarschaft gesucht wird. "Es wäre schön, wenn die Anwohner den direkten Kontakt zu den jungen Leuten suchen würden", so Jugenddezernent Hans-Theo Horn. "Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Egoistische Interessen sind nicht zukunftsfähig."

Andrea Hoymann/WAZ-Redaktion Mülheim

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Stand: 17.03.2006

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