Sieben "Mannesmänner" nun bei der Berufsfeuerwehr

Die Mannesmannröhren-Werke AG (MRW) unterhielten seit 1975 eine staatlich anerkannte Werkfeuerwehr. Die Stärke der Werkfeuerwehr betrug zuletzt 32 Mann. Durch Umstrukturierungsmaßnahmen wurde das Unternehmen in fünf eigenständige Gesellschaften aufgeteilt. „Bei keiner dieser Gesellschaften liegt ein solches Gefahrenpotential vor, dass eine Werkfeuerwehr gemäß § 15 FSHG anzuordnen ist,“ so Mülheimer Feuerwehrchef Burkhard Klein.
MRW stellte daher bei der Bezirksregierung einen Antrag auf Aberkennung der Werkfeuerwehr. Diesem wurde zum 19.07.2002 stattgegeben. Ab diesem Zeitpunkt ging die Gefahrenabwehr auf dem Gelände auf die Stadt als Träger des Feuerschutzes über.

Die ehemaligen "Mannesmänner" mit ihrem neuen Chef Burkhard Klein (5.v.l.)


Im Hinblick auf einen reibungslosen Gefahrenübergang wurde mit MRW vereinbart, die Werksfeuerwehr bis zum 31.12.2002 vorzuhalten. Bis dahin wurde die Berufsfeuerwehr durch intensive Begehungen zur Erlangung der Ortskenntnis, die Erstellung umfangreicher Einsatzpläne sowie auch in technischer Hinsicht durch Aufschaltung der Brandmeldeanlage auf die Leitstelle der Berufsfeuerwehr in die Lage versetzt, diese Aufgabe auch sachgerecht zu übernehmen.
Gleichzeitig wurde mit den Gesellschaften der Mannesmannröhren-Werke AG auch eine Vereinbarung über ausgleichende Maßnahmen zur Sicherstellung der Gefahrenabwehr nach Auflösung der Werkfeuerwehr geschlossen. Die Werksfläche ist die größte zusammenhängende Produktionsfläche im Stadtgebiet. „Aufgrund der Größe, in Verbindung mit den besonderen vielfältigen einmaligen Produktionsabläufen und somit auch Gefährdungslagen sowie beispielsweise umfangreiche unterirdische Kabelkanalanlagen, ist eine besondere Ortskenntnis notwendig,“ so Klein. Als wesentliche ausgleichende Maßnahme stellt MRW daher in Zukunft einen feuerwehrtechnisch geschulten Einweisung- und Lotsendienst. Dieser wird den Einsatzleiter auf die vorhandenen Gefahren hinweisen und somit bei der Einsatzabwicklung beratend unterstützen.
Im Hinblick auf die Übernahme der Gefahrenabwehr ergibt sich ein starker Anstieg der Einsätze. Diese Steigerung - über 140 Einsätze im Jahr - kann durch das vorhandene Personal, ohne eine Vernachlässigung des übrigen Stadtgebietes, nicht aufgefangen werden. Die Berufsfeuerwehr musste daher personell verstärkt werden. Es bot sich an, diese Verstärkung mit ehemaligen Werkfeuerwehrmitarbeitern von MRW vorzunehmen. Neben der bei diesen Mitarbeitern vorhandenen gleichwertigen guten Ausbildung, die sie zum Teil bei der Berufsfeuerwehr Mülheim an der Ruhr erhalten hatten, spielten hierbei gleichzeitig die MRW-Kenntnisse eine große Rolle.
Zum 1. Janaur 2003 wurden daher ehemalige sieben Mitarbeiter – darunter der ehemalige Leiter der Werkfeuerwehr MRW bei der Berufsfeuerwehr übernommen und sorgen für die notwendige Verstärkung.

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Stand: 21.01.2003

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