Archiv-Beitrag vom 02.01.2013YONEX German Open 2013

Juliane Schenk wie im Vorjahr auf Platz zwei

Die Badmintonfans hierzulande müssen im Zusammenhang mit den Internationalen Badminton-Meisterschaften von Deutschland weiter auf den ersten Titelgewinn durch deutsche Spielerinnen beziehungsweise Spieler seit 1975 warten: Im Finale der YONEX German Open Badminton Championships 2013 (26. Februar bis 3. März in Mülheim an der Ruhr) unterlag die dreimalige Olympiateilnehmerin Juliane Schenk (SG EBT Berlin/Setzplatz 3) der Olympia-Zweiten Wang Yihan aus China (Setzplatz 2) mit 14:21, 13:21.

Juliane Schenk (r.) und Wang Yihan bei der Siegerehrung.

Juliane Schenk (r.) und Wang Yihan bei der Siegerehrung.
Foto: Claudia Pauli.

Die aktuelle Weltranglistendritte sicherte sich damit bei dem für den Deutschen Badminton-Verband (DBV) bedeutsamsten Turnier ihren zweiten Gesamtsieg nach 2009. Zugleich verzeichnete Wang Yihan vor den mehr als 2.000 enthusiastischen Zuschauern in der RWE-Sporthalle in Mülheim an der Ruhr im insgesamt zehnten Vergleich mit Juliane Schenk den achten Sieg.
Die 30 Jahre alte zweimalige Vize-Europameisterin im Dameneinzel (2010 und 2012) und derzeitige Weltranglistenvierte belegte dadurch zum dritten Mal nach 2010 und 2012 bei den YONEX German Open Platz zwei. Vor 38 Jahren holten zuletzt deutsche Badmintonasse bei der prestigeträchtigen Veranstaltung den Titel: Damals gewann Marieluise Zizmann sowohl zusammen mit Brigitte Steden im Damendoppel als auch gemeinsam mit Wolfgang Bochow im Mixed das Endspiel. Im Dameneinzel setzte sich gar seit 1966 (Irmgard Latz) keine Spielerin des DBV mehr bei den Internationalen Badminton-Meisterschaften von Deutschland gegen die gesamte Konkurrenz durch.
„Im Moment ist es schwer, Worte zu finden. Man kann sich die Tage nicht aussuchen, an denen man gegen die Top-Leute antritt. Da muss man einfach rausgehen und seine Leistung abrufen. Nur leider ist die Tagesqualität immer wieder eine andere. Es tut mir unglaublich leid, dass das heute sicherlich nicht das war, was sich jeder gewünscht hat. Ich bin heute überhaupt nicht zu Potte gekommen“, sagte die gebürtige Krefelderin, die in Mülheim an der Ruhr trainiert und auch schon seit vielen Jahren in der Stadt im Ruhrgebiet wohnt, unmittelbar nach dem Finale enttäuscht.

Die Weltranglistenvierte Juliane Schenk belegte bei den YONEX German Open wie im Vorjahr Platz zwei.  2012 hatte Juliane Schenk im Endspiel gegen Li Xuerui verloren, die sich wenige Monate später erstmals zur Olympiasiegerin kürte. Bei den diesjährigen YONEX German Open scheiterte die aktuelle Weltranglistenerste aus China als Topgesetzte im Viertelfinale an Sayaka Takahashi. Die ungesetzte Japanerin unterlag wiederum in der Vorschlussrunde Juliane Schenk deutlich. Die amtierende WM-Dritte avancierte bei dem mit 120.000,- US-Dollar dotierten Turnier der Kategorie Grand Prix Gold einmal mehr zur erfolgreichsten Vertreterin aus Deutschland. Aber auch zahlreiche andere DBV-Akteure überzeugten in Mülheim an der Ruhr – allen voran die Olympiateilnehmer im Herrendoppel, Ingo Kindervater und Johannes Schöttler (1. BC Beuel/1. BC Bischmisheim/Setzplatz 8), die bei den YONEX German Open 2013 nur knapp den Einzug ins Halbfinale verpassten. Auch Europameister Marc Zwiebler (1. BC Beuel/Setzplatz 5) im Herreneinzel erreichte die Runde der besten Acht.

„Ärgerliche Niederlagen“

„Mein Fazit fällt gemischt aus. Die Leistungen unserer Spieler waren größtenteils sehr gut. Im Moment hängen mir allerdings noch ein paar ärgerliche Niederlagen nach“, meinte Chef-Bundestrainer Holger Hasse am Tag der Halbfinalspiele. Er spielte damit insbesondere auf die Partie von Ingo Kindervater und Johannes Schöttler (24:26, 18:21) gegen die Koreaner Kim Ki Jung/Kim Sa Rang (Setzplatz 3) im Viertelfinale und auf die Begegnung von Peter Käsbauer und Isabel Herttrich (beide PTSV Rosenheim; 21:15, 17:21, 19:21) mit deren Landsleuten Shin Baek Choel/Jang Ye Na im Achtelfinale des Mixedwettbewerbs an.
Wie sich am Schlusstag der Veranstaltung herausstellte, verloren die Deutschen Vizemeister Peter Käsbauer und Isabel Herttrich derart knapp gegen die Turniergewinner. „Peter und Isabel haben eine super Leistung gebracht, sie haben ihre tolle Entwicklung hier bestätigt“, lobte Holger Hasse die 24 und 20 Jahre alten DBV-Asse. Der Chef-Bundestrainer ergänzte: „Mit drei Viertelfinalteilnahmen in dem Top-Starterfeld bewegen wir uns in jedem Fall auf hohem Niveau.“

International: Dreimal China, zweimal Korea siegreich

Herreneinzel:
Im Herreneinzel sicherte sich der topgesetzte Olympia-Dritte von London, Chen Long, bei dem mit 120.000,- US-Dollar dotierten Turnier der Kategorie Grand Prix Gold erstmals den Titel. Der Chinese, der im Viertelfinale Europameister Marc Zwiebler (1. BC Beuel) in drei Sätzen bezwungen hatte, gewann das Endspiel mit 21:17, 21:11 gegen Tommy Sugiarto aus Indonesien (Setzplatz 8). Der Weltranglistenzweite machte den Sieg über den letztjährigen YONEX German Open-Halbfinalisten in einer Spielzeit von 46 Minuten perfekt. Chen Long gelang als einziger Nummer eins der Setzliste bei den 56. Internationalen Badminton-Meisterschaften von Deutschland der Turniererfolg.

Herrendoppel:
Im Herrendoppel stand von vorneherein fest, dass der Sieg ins „Reich der Mitte“ gehen würde: In einem rein chinesischen Finale verzeichneten Chai Biao/Hong Wei (China/Setzplatz 6) binnen 29 Minuten einen souveränen 21:10, 21:14-Erfolg über ihre Landsleute Liu Xiaolong/Qiu Zihan (Setzplatz 7). Hong Wei holte damit zum zweiten Mal in Folge in dieser Disziplin den Titel bei den YONEX German Open: Im Vorjahr hatte der Chinese an der Seite von Shen Ye das Endspiel gewonnen. Liu Xiaolong und Qiu Zihan warfen bei den 56. Internationalen Badminton-Meisterschaften von Deutschland in der 1. Runde die Vize-Europameister Michael Fuchs und Oliver Roth (1. BC Bischmisheim/PTSV Rosenheim) durch einen Zwei-Satz-Sieg aus dem Turnier.

Damendoppel:
Zu Beginn des Endspiels im Damendoppel noch deutlich ihren Gegnerinnen unterlegen, fanden die an Position vier notierten Koreanerinnen Jung Kyung Eun und Kim Ha Na mit fortschreitendem Spielverlauf zunehmend besser zu ihrem Spiel. Letztlich setzten sich die Weltranglistenneunten mit 11:21, 21:14, 21:13 gegen die Chinesinnen Ma Jin und Tang Jinhua (Setzplatz 5) durch und durften entsprechend ihren ersten Titelgewinn bei den YONEX German Open bejubeln.
Ma Jin und Tang Jinhua verpassten durch die Niederlage nach einer Spielzeit von 62 Minuten ihren jeweils zweiten Turniersieg bei den Internationalen Badminton-Meisterschaften von Deutschland: Ma Jin, die Olympia-Zweite von London im Mixed (mit Xu Chen), trug sich im Jahr 2010 an der Seite ihrer damaligen Doppelpartnerin Wang Xiaoli bei den YONEX German Open in die Siegerliste ein, Tang Jinhua belegte im Vorjahr gemeinsam mit Huan Xia in Mülheim an der Ruhr Platz eins.

Mixed:
Das letzte Spiel des Finaltages im Rahmen der YONEX German Open 2013 entwickelte sich zugleich zum spannendsten Match des Sonntags. Zur Freude des Publikums lieferten sich die ungesetzten Paarungen Shin Baek Choel/Jang Ye Na aus Korea und Anders Kristiansen/Julie Houmann aus Dänemark eine ebenso hochklassige wie enge Partie, in der beide Duos Matchbälle abwehrten. Nach einer Spielzeit von 68 Minuten entschieden letztlich die Asiaten – die bei den YONEX German Open ihre Premiere als Gemischtes Doppel feierten – die Begegnung mit 21:19, 19:21, 24:22 für sich. Shin Baek Choel beendete die Internationalen Badminton-Meisterschaften von Deutschland damit zum zweiten Mal nach 2009 auf Platz eins. Vor vier Jahren holte er bei dem Turnier zusammen mit seinem Landsmann Lee Yong Dae den Titel im Herrendoppel.

„Badminton und Mülheim ist eins“

Insgesamt ließen sich an den zusammen sechs Veranstaltungstagen mehr als 15.000 Sportfans vom Können der Medaillengewinner bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften beeindrucken, sorgten für eine hervorragende Stimmung in der RWE-Sporthalle und erwiesen sich auch diesmal als ebenso sachkundiges wie begeisterungsfähiges und faires Publikum.
„Mülheim hat einen ganz großen Stellenwert für uns“, hatte denn auch DBV-Präsident Karl-Heinz Kerst bereits am Tag der Halbfinalspiele (Samstag, 2. März 2013) betont. Er hob in diesem Zusammenhang die besondere Konstellation mit YONEX Badminton-Internat, Bundesstützpunkt und mit dem Traditionsverein 1. BV Mülheim hervor. „Badminton und Mülheim ist eins. Mülheim ist die Badminton-Stadt in Deutschland“, folgerte Karl-Heinz Kerst.

Die Ergebnisse der Halbfinal- und Finalspiele:

  • Herreneinzel:
    Finale: Chen Long (China/Setzplatz 1) – Tommy Sugiarto (Indonesien/Setzplatz 8) 21:17, 21:11 (46 Minuten)
    Halbfinals: Chen Long (China/Setzplatz 1) – Qiao Bin (China) 21:8, 21:16 (36 Minuten), Tommy Sugiarto (Indonesien/Setzplatz 8) – Boonsak Ponsana (Thailand/Setzplatz 2) 21:19, 21:12 (43 Minuten)
  • Dameneinzel:
    Finale: Wang Yihan (China/Setzplatz 2) – Juliane Schenk (SG EBT Berlin/Setzplatz 3) 21:14, 21:13 (34 Minuten)
    Halbfinals: Wang Yihan (China/Setzplatz 2) – Sung Ji Hyun (Korea/Setzplatz 4) 21:19, 8:21, 21:16 (62 Minuten), Juliane Schenk (SG EBT Berlin/Setzplatz 3) – Sayaka Takahashi (Japan) 21:17, 21:19 (50 Minuten)
  • Herrendoppel:
    Finale: Chai Biao/Hong Wei (China/Setzplatz 6) – Liu Xiaolong/Qiu Zihan (China/Setzplatz 7) 21:10, 21:14 (29 Minuten)
    Halbfinals: Chai Biao/Hong Wei (China/Setzplatz 6) – Kim Ki Jung/Kim Sa Rang (Korea/Setzplatz 3) 15:21, 21:19, 21:13 (53 Minuten), Liu Xiaolong/Qiu Zihan (China/Setzplatz 7) – Lee Sheng Mu/Tsai Chia Hsin (Taiwan) 21:19, 21:19 (31 Minuten)
  • Damendoppel:
    Finale: Jung Kyung Eun/Kim Ha Na (Korea/Setzplatz 4) – Ma Jin/Tang Jinhua (China/Setzplatz 5) 11:21, 21:14, 21:13 (62 Minuten)
    Halbfinals: Jung Kyung Eun/Kim Ha Na (Korea/Setzplatz 4) – Misaki Matsutomo/Ayaka Takahashi (Japan/Setzplatz 1) 22:20, 21:17 (46 Minuten), Ma Jin/Tang Jinhua (China/Setzplatz 5) – Eom Hye Won/Jang Ye Na (Korea/Setzplatz 2) 21:8, 21:14 (37 Minuten)
  • Mixed:
    Finale: Shin Baek Choel/Jang Ye Na (Korea) – Anders Kristiansen/Julie Houmann (Dänemark) 21:19, 19:21, 24:22 (68 Minuten)
    Halbfinals: Shin Baek Choel/Jang Ye Na (Korea) – Robert Mateusiak/Nadiezda Zieba
    (Polen/Setzplatz 2) 21:15, 18:21, 21:18 (56 Minuten), Anders Kristiansen/Julie Houmann (Dänemark) – Chris Adcock/Gabrielle White (England) 21:19, 19:21, 21:19 (65 Minuten)

Weitere Informationen zu dem Turnier, bei dem die Firma YONEX im Jahr 2013 zum 27. Mal in Folge als Haupt- und Titelsponsor fungiert, erhalten Sie auf der Veranstaltungswebseite unter www.german-open-badminton.de.


Stand: 03.03.2013

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