Stadt sucht Pflegeeltern für Kinder
Schwierige Probleme wie Erwerbslosigkeit, Überschuldung, Armut, Wohnungsverlust, Trennung, Sucht und Krankheit, also materielle und psycho-soziale Probleme, von Familien stellen heute erhebliche Anforderungen an die Leistungserbringung der Jugendhilfe im Sozialamt der Stadt.
Vor dem Hintergrund der veränderten Lebens- und Problemlagen von Kindern und Jugendlichen und deren Familien kann eine steigende Inanspruchnahme der Jugendhilfeleistungen festgestellt werden. Dies gilt insbesondere für die stationären Hilfen zur Erziehung, insbesondere Heimunterbringungen und Vermittlungen in Pflegefamilien.
Um dieser Entwicklung entgegen zu steuern, besteht unter anderem die Notwendigkeit der Qualifizierung und Flexibilisierung kommunaler Leistungsangebote.
Der Kommunale Soziale Dienst der Stadt ist in drei Stadtteilteams organisiert. Neben den Leistungsbereichen des Allgemeinen Sozialen Dienstes, der Jugendgerichtshilfe und den Flexiblen erzieherischen Hilfen bildet der Pflegekinderdienst ein Vertiefungsgebiet in diesem multikompetentem Team. Um den fachlichen Anforderungen gerecht zu werden, wurde im Rahmen eines Projektes die Leistung "Vollzeitpflege" neu konzipiert und ein Qualitätsentwicklungsprozess in Gang gesetzt. Teilnehmer dieses Projektes sind:
Der Initiativkreis Mülheimer Adoptiv- und Pflegeeltern, PAN (Pflege- und Adoptivfamilien NRW e. V.), das Landesjugendamt Rheinland, eine Familienbildungsstätte und die Fachkräfte der freien Wohlfahrtsverbände und des Kommunalen Sozialen Dienstes.
Im Wesentlichen umfasst die Konzeption die Beschreibung der unterschiedlichen Zielgruppen, die Differenzierung einzelner Pflegeformen, das Anforderungsprofil an Pflegeeltern, zusätzliche und unterstützende Leistungen für Pflegekinder und –eltern, die Organisation und Schwerpunkte der Aufgaben der Mitarbeiter des Pflegekinderdienstes, einzelne Verfahrensabläufe, die Vernetzung und Kooperation der jeweiligen Akteure sowie eine inhaltliche Erweiterung der Qualifizierungsangebote für Pflegeeltern und Interessierte.
Im Mittelpunkt standen Kinder und Jugendliche mit ihrem vielfältigem pädagogischem Bedarf, ihre Herkunftssituation und zum anderem die Familien, in denen sie (zukünftig) leben und gefördert werden. Hier gilt es, Kindern und Jugendlichen zeitlich befristet oder langfristig die Möglichkeit zu bieten, in einem familiärem Bezugsrahmen aufzuwachsen und positive und verlässliche Beziehungen einzugehen. Dieser Prozess wurde im Mai 2004 begonnen und im November 2005 mit der Fertigstellung der Konzeption abgeschlossen. Als Ziel wurde zunächst formuliert, den Bereich der familiären Vollzeitpflege quantitativ und qualitativ auszubauen, so dass langfristig bei Fremdunterbringungen teure Heimerziehungen vermieden werden können.
Als sogenannter "Startschuss" wurde am 8.6.2006 eine gemeinsame Fachtagung mit dem Initiativkreis für Mülheimer Pflege- und Adoptivfamilien, PAN und dem Landesjugendamt Rheinland durchgeführt. Diese Fachtagung richtete sich an Mülheimer Pflegeeltern, Fachkräfte, Beratungsstellen und Einrichtungen der Jugendhilfe.

auf dem Foto: von links nach rechts:
- Franz Mantau, Kommunaler Sozialer Dienst (Pflegekinderdienst)
- Martina Wilinski,Kommunaler Sozialer Dienst
- Henrike Hopp (PAN, Pflege- und Adoptivfamilien NRW, e.V.)
- Christa Wadle, Kommunaler Sozialer Dienst (Pflegekinderdienst)
- Klaus Nörtershäuser, Landesjugendamt Rheinland
- Andrea Rumswinkel, Kommunaler Sozialer Dienst (Pflegekinderdienst)
- Heribert Markoni, Initiativkreis Mülheimer Pflege- und Adoptiveltern
- Birgit Klamet, Initiativkreis Mülheimer Pflege- und Adoptiveltern
Um im Anschluss an dieser Fachtagung interessierten Bürgern und Bürgerinnen die Möglichkeit zu geben, sich genauer zu diesem Thema zu informieren, lädt der Initiativkreis der Mülheimer Pflege- und Adoptivfamilien zu einem Informationsabend ein: Donnerstag, 24.8.2006 um 20.00 Uhr im Caritaszentrum Dimbeck 6. An diesem Abend besteht die Möglichkeit, mit erfahrenen Pflege- und Adoptiveltern ins Gespräch zu kommen. Es werden Eltern zum Gespräch bereit sein, die Säuglinge, Kinder unterschiedlichen Alters oder ausländische Kinder aufgenommen haben. Außerdem werden Eltern, die zu ihren leiblichen Kindern noch Pflege- oder Adoptivkinder aufgenommen haben, von ihren Erfahrungen berichten.
Weitere Infos:
Birgit Klamet Heribert Markoni
Merziger Straße 10 Sunderweg 61
45481 Mülheim an der Ruhr 45472 Mülheim an der Ruhr
Tel.: 0208/48 52 88 Tel.: 0208/49 28 61
e-Mail: birgit.klamet@freenet.de e-Mail: heribert.markoni@t-online.de
Ansprechpartner im Pflegekinderdienst des Kommunalen Sozialen Dienstes der Stadt Mülheim an der Ruhr:
Stadtbezirk I
Stadtmitte, Heißen, Fulerum, Holthausen, Heimaterde, Raadt, Menden, Ickten
Schlossstrasse 22
Frau Wadle
Tel.: 0208/455-5155
Stadtbezirk II
Styrum, Dümpten, Winkhausen
Mellinghofer Straße 275
Herr Mantau
Tel.: 0208/455-5176
Stadtbezirk III
Speldorf, Broich, Saarn, Selbeck, Mintard
Kurfürstenstraße 57
Frau Rumswinkel
Tel.: 0208/455-5154
Kontakt
Stand: 22.08.2006













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