Stadt und medl erstellen den 1. Heizspiegel für Mülheim an der Ruhr

Heizspiegel – unwillkürlich denkt der Leser da an Mietspiegel, der verschiedene Mietpreise vergleichend darstellt. Mit diesem Vergleich will sich der Mülheimer Heizspiegel und dessen Initiatoren, das Umweltamt Mülheim an der Ruhr und die Mülheimer Energiedienstleistungs GmbH, nicht zufrieden geben. Im April dieses Jahres starteten sie daher die gemeinsame Erarbeitung eines Heizspiegel, der vergleichende Aussagen zum Energiebedarf, Heizkosten und Umweltauswirkungen des Energieeinsatzes darstellt.
Das Ergebnis liegt nun vor: Der Heizspiegel bietet mit detaillierten Informationen zu den Energieträgern Erdgas, Heizöl, Speicherstrom und Fernwärme und deren Einsatz in Mülheimer Mehrfamilienhäusern, mit vielen Einzeltabellen und ergänzenden Aussagen ein großes Spektrum an Informationen. Zusätzlich wurde ein Flyer entwickelt, der die wichtigsten Informationen zusammenfasst und nun zu Beginn der Heizperiode 2003/2004 an alle Mülheimer Haushalte verteilt wird. Die Aufmerksamkeit der Mülheimer Bürger soll auf den Energieeinsatz und dessen Auswirkungen gelenkt werden. Um die Energiebedarfszahlen einzuteilen, wurden eingängige Klassifizierungen gewählt: „vorbildlich“, „gut“, „hoch“ und „sehr hoch“. Hieran sollen sich die Energienutzer/innen orientieren, um den eigenen Verbrauch zu bewerten. So kann sich jeder Bürger ein umfassendes Bild von seiner Heizsituation verschaffen: Liegen meine Heizkosten im üblichen Rahmen ? Was kann ich unternehmen?
Zirka 67 % der Mülheimer Wohnungen werden von medl mit Fernwärme oder mit Erdgas versorgt, z. T. unterstützt durch von medl geförderte Solaranlagen. Entscheidend sind allerdings aus Umweltsicht die verbleibenden 33 %, die überwiegend mit Heizöl und Speicherstrom heizen. Vor allem mit Speicherstrom wird rund viermal soviel CO2 ausgestoßen als mit der Mülheimer Fernwärme.
Ziel des Amtes für Umweltschutz und der medl ist es, mit dem Projekt Heizspiegel einen Anstoß für den Dialog zwischen Mietern, Vermietern und Eigentümern über den Heizenergieverbrauch ihrer Gebäude zu liefern. Denn eins ist klar: Die Heizenergieverbräuche sind auch in Mülheim vielfach zu hoch. Energiebewusstes Nutzerverhalten der Mieterinnen und Mieter dagegen eher die Ausnahme, und die Sanierungsaktivitäten in Form besserer Wärmedämmung und moderner Heizanlagen auf Seiten der Vermieter häufig zu gering.
Im Amt für Umweltschutz stehen Franz Prasnikar (Energieberatung, Tel.: 455-7019) und Michael Stallmann (Projekt Heizspiegel, Tel.: 455-7087) zur Beantwortung weiterer Fragen gerne zur Verfügung.





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Stand: 21.11.2003

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