Stadt verzichtet auf Ankauf der Sammlung von Prof. Werner Nekes

Die Stadt Mülheim an der Ruhr hat sich gegen einen Ankauf oder die Anleihe der Sammlung "Geschichte der Bilderzeugung" von Prof. Werner Nekes entschieden. Damit ziehen die Verantwortlichen einen Schlussstrich unter jahrelange schwierige Gespräche und Verhandlungen mit dem Filmemacher Prof. Werner Nekes. In der Camera Obscura wird mit den Exponaten eines anderen, hochqualifizierten Sammlers dennoch ein optisches Museum entstehen. "Nach erneuter Analyse der baulichen Situation der Camera Obscura und intensiver, qualifizierter Recherche zur Erstellung einer Museumskonzeption unter externer Begleitung kommt die Stadt zu dem Ergebnis, dass die umfangreiche Sammlung von Herrn Prof. Nekes im ehemaligen Wasserturm nicht präsentiert werden kann," gibt Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld bekannt. Das Konzept der Stadt Mülheim an der Ruhr für ein optisches Museum in der Camera Obscura steht. In ihm sind stadtentwicklungspolitische, kulturelle und touristische Aspekte berücksichtigt. "Unser Ziel ist es, ein qualitativ hochwertiges, attraktives Museum zu schaffen, das auch unter schwierigsten finanziellen Rahmenbedingungen dauerhaft Bestand hat und weitgehend frei vom Einfluss und den Interessen Dritter ist", sagt die Oberbürgermeisterin. Dieses Museum müsse sich zudem konzeptionell in die im Rahmen von Ruhrbania vorformulierte Idee einer Museumsmeile einfügen. Mit Blick nicht nur auf die Zielgruppe der Erwachsenen, sondern gerade auch auf die Hauptzielgruppe der Schülerinnen und Schüler, müsse die Konzeption erhebliche Anforderungen an die methodisch-didaktische Aufbereitung erfüllen. Die Reduktion (medien-)wissenschaftlicher Erkenntnisse müsse in eine durchaus populäre und anregungsreiche Präsentation von Exponaten und Ideen münden. "Die baulichen Gegebenheiten der Camera Obscura und die geringe bereitstehende Fläche von maximal 300 Quadratmetern beschränken zudem die Anzahl der Exponate, die wir ausstellen können, erheblich", sagt Dagmar Mühlenfeld. Gehe man außerdem davon aus, dass bei der vorgesehenen methodisch-didaktischen Aufbereitung in erheblichen Umfang interaktiv zu nutzende Exponate eingesetzt werden sollten, so reduziere sich der zur Verfügung stehende Platz für die Originale weiter. "Eine Unterbringungen und Präsentation der Sammlung Nekes mit ca. 25.000 Exponaten ist im ehemaligen Wasserturm einfach nicht möglich", betont die Oberbürgermeisterin. Die Stadt werde das geplante optische Museum im ehemaligen Wasserturm dennoch umsetzen. Ihr sei es gelungen, die ebenfalls ausgesprochen hochkarätige Sammlung eines anderen sehr kompetenten und in Kennerkreisen geschätzten Sammlers zu erwerben. Die langen Verhandlungen mit Prof. Nekes seien ohne Ergebnis geblieben und letztendlich an den Forderungen des Mülheimer Sammlers gescheitert. Dies beziehe sich sowohl auf die geldwerten Leistungen als auch auf die gewünschte persönliche Einflussnahme des Sammlers Nekes.

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Stand: 01.07.2004

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