Archiv-Beitrag vom 07.08.2008Startschuss für interkommunale Gewerbeflächenkooperation

Die Zusammenarbeit bei der Vermittlung Standort suchender Unternehmen mit den Nachbarstädten im Ruhrgebiet soll intensiviert werden. Aus diesem Grund unterzeichneten die Ruhrgebietsstädte Mülheim an der Ruhr, Oberhausen und Duisburg jüngst eine Vereinbarung zur "interkommunalen Gewerbeflächenkooperation".

Startschuss für interkommunale Gewerbeflächenkooperation - Mülheim an der Ruhr, Oberhausen und Duisburg beschließen Zusammenarbeit beim Standortwechsel im westlichen Ruhrgebiet. Von links, vorn, Oberbürgermeister Adolf Sauerland (Duisburg), Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld (Mülheim an der Ruhr), Oberbürgermeister Klaus Wehling (Oberhausen). 2. Reihe (v.l.) die Wirtschaftsförderer Ralf J. Meurer (GFW - Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH), Frank Lichtenheld (WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH), Jürgen Schnitzmeier (Jürgen Schnitzmeier, Mülheim & Business GmbH). Camera Obscura, Am Schloß Broich. 07.08.2008Foto: Walter Schernstein

Startschuss für interkommunale Gewerbeflächenkooperation - Mülheim an der Ruhr, Oberhausen und Duisburg beschließen Zusammenarbeit beim Standortwechsel im westlichen Ruhrgebiet. Von links, vorn, Oberbürgermeister Adolf Sauerland (Duisburg), Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld (Mülheim an der Ruhr), Oberbürgermeister Klaus Wehling (Oberhausen). 2. Reihe (v.l.) die Wirtschaftsförderer Ralf J. Meurer (GFW - Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH), Frank Lichtenheld (WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH), Jürgen Schnitzmeier (Jürgen Schnitzmeier, Mülheim & Business GmbH).

Foto: Walter Schernstein

 

Heute gaben Mülheims Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld, Oberhausens Oberbürgermeister Klaus Wehling und Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland den Startschuss für die gemeinsame Zusammenarbeit im "westlichen Ruhrgebiet". Im Rahmen der Initiative werden die beteiligten Städte und ihre jeweiligen Wirtschaftsförderungs-gesellschaften von nun an Firmen, die im eigenen Stadtgebiet nicht untergebracht werden können, gezielt an die Nachbarstädte weitervermitteln, so dass eine größere Chance besteht, diese Unternehmen in der Metropole Ruhr zu halten oder anzusiedeln. Bei einem nachhaltigen Erfolg erhält die vermittelnde Partnerstadt eine einmalige Vermittlungsprovision, die am Gewerbesteueraufkommen des vermittelten Unternehmens orientiert ist.

Dagmar Mühlenfeld, Oberbürgermeisterin der Stadt Mülheim an der Ruhr, lobt die gelungene Zusammenarbeit: "Natürlich ist es bedauerlich, wenn wir einem Unternehmen, dass sich in unserer Stadt ansiedeln möchte, keine geeignete Fläche anbieten können oder ein Unternehmen die Stadt verlassen will. Durch die vereinbarte Kooperation ist jedoch gesichert, dass Firmen in der Nachbarschaft gehalten oder angesiedelt werden können und alle beteiligten Partner etwas davon haben."

Auch Oberhausens Oberbürgermeister Klaus Wehling ist von dem langfristigen Erfolg des Projekts überzeugt: "Der Kooperationsvertrag führt zu einer besseren Zusammenarbeit, da die Kommunen sich schon aus Eigeninteresse darüber informieren werden, welche Gewerbeflächen in der Region vorhanden sind. Außerdem hat man gemeinsam viel bessere Chancen, von Unternehmen wahrgenommen und angesprochen zu werden."

"Die interkommunale Gewerbeflächenkooperation ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Städte in der Metropole Ruhr näher zusammenrücken, da man nicht nur über die Zusammengehörigkeit in der Region spricht, sondern sie auch lebt und gegenseitig davon profitiert," so Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland.

Auch Mülheim & Business GmbH-Geschäftsführer Jürgen Schnitzmeier freut sich stellvertretend für die beteiligten Wirtschaftsförderungsgesellschaften in den Nachbarstädten: "Mit dieser Vereinbarung wird die bereits bestehende kollegiale Kooperation der Wirtschaftsförderer legitimiert und durch finanzielle Anreize eine regionale Zusammenarbeit belohnt."

Hintergrund:

Die "Vereinbarung zur interkommunalen Zusammenarbeit zur Vermittlung standortsuchender Unternehmen" sieht konkret vor, dass die Stadt, die eine aktuelle Flächenanfrage eines Unternehmens bekommt und nach Prüfung feststellt, dass definitiv eine Verlagerung oder Ansiedlung im eigenen Stadtgebiet nicht möglich ist, das Unternehmen gezielt an eine Partnerstadt weitervermittelt, sofern diese über potenziell geeignete Flächen verfügt. Für den Fall, dass mehrere Partnerstädte über solche Gebiete verfügen, werden dem anfragenden Unternehmen alle Flächen benannt. Der bei einer erfolgreichen Vermittlung gezahlte Ausgleichsbetrag orientiert sich an den Gewerbesteuereinnahmen der ersten fünf Jahre nach Ansiedlung des Unternehmens und soll 50 Prozent der Einnahmen betragen. Die Zahlung wird jedoch nicht fällig, wenn die Partnerstadt nachweisen kann, dass sie bereits selbst mit dem Unternehmen über die aktuelle Standortnachfrage verhandelt hat.

Die Initiative "interkommunale Gewerbeflächenkooperation" wurde 2007 von den Pilotkommunen Essen und Gelsenkirchen gestartet. Inzwischen haben sich über die drei westlichen Ruhrgebietsstädte Mülheim, Oberhausen und Duisburg hinaus auch noch Herne, Bottrop, Gladbeck und Bochum auf eine interkommunale Zusammenarbeit verständigt. Dortmund und weitere Städte aus dem östlichen Ruhrgebiet sollen folgen.

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Stand: 07.08.2008

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