Statistische Jahrbuch 2002 soeben erschienen – Jubiläum: 90 Jahre Mülheimer Statistik
Das soeben erschienene Statistische Jahrbuch 2002 beinhaltet eine Zusammenstellung wichtiger Eckdaten aus den statistischen Sachbereichen Bevölkerung, Bau- und Wohnungswesen, Wirtschaft und Arbeitsmarkt sowie Verkehr. Die Aufzählung der Themenbereiche ist keineswegs abschließend.
Diese Publikation ist als Print-Produkt bzw. auf CD-ROM zum Preis von 16,00 € erhältlich bei:
Stadt Mülheim an der Ruhr
Stab Kommunale Entwicklungsplanung und Stadtforschung
Heinrich-Melzer-Str. 1
45468 Mülheim an der Ruhr
Tel.: 0208 / 455 6814 und 455 6812
Fax: 0208 / 455 58 6800
E-Mail:
Bettina.Wilmes@stadt-mh.de
Klaus.Thoer@stadt-mh.de
Internet: www.muelheim-ruhr.de 
Rolf Hornbostel präsentiert das neue Statistische Jahrbuch
Foto: Walter Schernstein
90 Jahre Statistik in Mülheim an der Ruhr
90 Jahre Statistik in Mülheim an der Ruhr. Bei einem solchen Geburtstag spricht man wohl von einem „gesegneten Alter“. Doch wie fing damals alles an?
Am 30.01.1912 beschloß die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Mülheim an der Ruhr, eine Stelle einzurichten um, „die statistischen Angelegenheiten in ähnlicher Weise zu bearbeiten, wie dies in anderen Städten geschieht“.
Zu diesem Zwecke wurde der langjährig im Statistischen Amt der Stadt Düsseldorf beschäftigte Sekretär Hugo Wohlfahrt eingestellt. Am 01.04.1912 trat er seinen Dienst an. Schwerpunkte der Arbeit Wohlfahrts waren die „Aufarbeitung“ der Volkszählungsergebnisse seit 1816 – Bildung von Zeitreihen, um Entwicklungen in Mülheim darzustellen, und die Sammlung, Systematisierung, Aufbereitung, Darstellung und Kommentierung aktueller Entwicklungen, z. B. in den schon damals erscheinenden Statistischen Vierteljahresberichten. Wohlfahrt praktizierte also nicht nur sog. „Fliegenbeinzählerei“.
Am 25.06.1915 wurde die Verwaltungseinheit „ Statistische Angelegenheiten“ um den Bereich „Amtliche Zählungen“, wie Volks-, Berufs-, Vieh-, Obstbaum- und sonstige Zählungen, erweitert. Auch Schiedsmannssachen, Schöffen- und Geschworenenlisten mußten bearbeitet werden. Die Abteilungsleitung wurde dem Stadtsekretär Wohlfahrt übertragen. Im Jahre 1918 – gegen Ende des Ersten Weltkrieges - wurde der Bereich „Lebens- und Futtermittel-versorgung“ der Abteilung Statistik zugeordnet.
Am 01.April 1922 ging aus der Abteilung Statistik das erste Statistische Amt der Stadt Mülheim an der Ruhr hervor. Die Leitung blieb bei Hugo Wohlfahrt, der am 01.04.1923 zum Direktor des Statistischen Amtes ernannt wurde. Am 01.10.1937 trat er in den Ruhestand, war aber bis zum 31.10.1938 als Ruhestandsbeamter beim Amt für Statistik tätig.
Noch während des Zweiten Weltkrieges, am 15.06.1943, übernahm Wohlfahrt erneut die Leitung des Statistischen Amtes. In dieser Zeit wurde Statistik wichtiger denn je. Vorhandene Bevölkerungs-bestands- und -bewegungsstatistiken und Wohnungsinformationen wurden durch unkontrollierbare Bevölkerungsströme, hervorgerufen durch Flucht, Evakuierung, Heimkehr sowie durch Zerstörung von Wohnraum, wertlos. In relativ kurzer Zeit mußten neue Daten-bestände erhoben und erfaßt werden. Großzählungen, Erhebungen sowie Umfragen und Schätzungen der verschiedensten Art wurden schwerpunktmäßig vom Statistischen Amt durchgeführt. Im September 1947 wurde das Wahlamt mit dem Statistischen Amt vereinigt. 
Im Juli 1948 übernahm Dr. Erich Becker die Leitung des Statistischen Amtes. Direktor Wohlfahrt schied – 75jährig - zwei Monate später aus und trat endgültig in den Ruhestand.
1949 wurden die Stellung und die Aufgaben des Statistischen Amtes neu definiert. Erfassung und Bearbeitung statistischen Materials sowie die Bekanntmachung statistischer Erhebungen obliegen seitdem ausschließlich dem Statistischen Amt. Bei Erledigung von Statistiken (Geschäftsstatistiken) durch andere Dienststellen ist es gutachterlich zu hören.
Am 06.09.1954 übernahm Herr Josef Schäfer das Statistische Amt. 1955 erfolgte die Umbenennung in „Amt für Statistik und Wahlen“.
Seit 1951 war Herr Schäfer maßgeblich am Aufbau der Adrema-Anlage (Adressmaschine) beteiligt. Metallmatrizen spiegelten den aktuellen Stand des Melderegisters wider (Einwohnerplattei). Für jeden Bürger wurden u. a. Name, Vorname, Titel, Adresse, Familienstand, Geburtsdatum usw. auf Metallschablonen gestanzt. Diese wurden zum Druck von Wahlbenachrichtigungen, Lohnsteuerkarten etc. verwendet.
Am 01.07.1979 wurde Herr Helmut Audersch Leiter des Amtes für Statistik und Wahlen (Amt 12). Er leitete es bis zum 31.03.1986.
Zu Beginn der achtziger Jahre begann auch für Amt 12 der technische Umbruch. Man erhielt einen Großrechnerarbeitsplatz, an dem man erste Statistiken generieren und berechnen, ja sogar prognostizieren (Bevölkerungsprognose) konnte.
Nachfolger von Herrn Audersch wurde Herr Karl Schürmann.
Dem Amt wurden zusätzlich Aufgaben der Stadtforschung und der Kleinräumigen Gliederung übertragen und es erhielt den Namen „Amt für Statistik und Stadtforschung“.
Nach Abschluß der Volkszählung 1987 überrollte die „Techniklawine“ das Amt. Alle Arbeitsplätze wurden mit Personal-Computern ausgestattet, die aufgrund ihrer geringen Speicherkapazitäten schnell wieder durch andere, neuerer Generationen ersetzt werden mußten. In nur wenigen Jahren waren alle Arbeitsplätze des Amtes 12 in DV-Arbeitsplätze umfunktioniert.
Um den Herausforderungen der Stadtforschung gerecht zu werden, wurde Anfang der neunziger Jahre die Zahl der Wissenschaftler von eins auf drei bzw. vier erhöht. Projekte wie Analyse der Großzählung von 1987, Typisierung von Wohnquartieren, Sozialräumliche Beobachtung und repräsentative Bürgerbefragungen wurden ange-gangen.
Zum 01. Januar 1993 wurde der Aufgabenkreis des Amtes um die Belange der Stadtentwicklungsplanung erweitert. In der Folge änderte sich der Name in „Amt für Stadtentwicklung, Stadtforschung und Statistik“.
Im September1993 wurde Herr Schümann in den Ruhestand versetzt. Sein Nachfolger wurde Herr Hans Helmut Much, der ehemalige Abteilungsleiter der Stadtentwicklung.
In den 90er Jahren wurde der Statistik/Stadtforschung bereits im Vorfeld gesetzlicher Regelungen die Federführung bei der Erstellung des Mietspiegels auf der Basis einer empirischen Erhebung übertragen. Des weiteren wurde von einigen Mitarbeitern ein dv-gesteuertes Modell zur Generierung von privaten Haushalten aus den Einzeldatensätzen des Einwohnermelderegisters entwickelt.
Im Rahmen der Umgliederung der Verwaltung löste die Verwaltungsspitze das Amt 12 im März 2000 auf. Herr Much übernahm das Amt Rat der Stadt, dem auch die Abteilung „Politische Wahlen“ angegliedert wurde.
Die verbleibenden Bereiche des Amtes 12, Stadtentwicklung, Stadtforschung, Statistik und Kleinräumige Gliederung wurden als stabsähnliche Einrichtung im Dezernat VI angesiedelt. Der „Stab Kommunale Entwicklungsplanung und Stadtforschung“ steht unter der Leitung von Herrn Rolf Hornbostel.
Wie wird die Zukunft der Statistik aussehen?
Statistik wird nicht mehr nur das Erheben, Sammeln und Veröffentlichen von Daten sein, was es eigentlich schon lange nicht mehr ist. Die Losung der Statistik der Zukunft heißt „vom Datum zur Information“. Daten werden entsprechend gezielter Fragestellungen im Zusammenhang mit anderen Einflußfaktoren mit wissenschaftlichen Methoden aufbereitet und dargestellt werden. Das Darstellen wird sich nicht mehr nur auf Tabellen, Grafiken und Text beschränken, sondern beinhaltet insbesondere die Komponente „thematische Kartierung“. Informationen solcher Art sollen zukünftig einerseits als Beratungs- und Entscheidungsempfehlung dem Verwaltungsvorstand und den Politikern dienen sowie andererseits externen Nachfragern auf Internet-/ Intranetplattformen im freien Zugriff zur Verfügung stehen.
Kontakt
Stand: 18.09.2002













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