Sterben gehört zum Leben – Leben vor dem Tod

Tröstende Hand. Sterbende Menschen und Ihre Angehörigen mitmenschlich zu begleiten - so könnte man die Grundphilosophie eines Hospiz beschreiben.Sterbende Menschen und Ihre Angehörigen mitmenschlich zu begleiten - so könnte man die Grundphilosophie eines Hospiz beschreiben.

Somit ist ein Hospiz eine Einrichtung der Sterbebegleitung. Es ist meistens eine stationäre Einrichtung mit nur wenigen Betten, ähnlich wie ein kleines Pflegeheim. Das Wort „Hospiz“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt „Herberge“.

Im Jahr 1986 eröffnete das erste stationäre Hospiz in Deutschland, 1998 dann auch das erste Kinderhospiz.

Heute gibt es geschätzt 179 stationäre Hospize, 231 Palliativstationen in Krankenhäusern und über 1500 ambulante Hospizdienste.

Die Träger von Hospizen sind meistens Kirchen, gemeinnützige Vereine und Organisationen. Die eigenen stationären Hospize haben eine ärztliche Leitung, die mit anderen Ärzten vor Ort zusammen arbeitet. Die Patienten haben trotzdem das Recht auf freie Arztwahl, in den meisten Fällen ist es der langjährige Hausarzt oder die langjährige Hausärztin.

Das Hospiz beschäftigt sich mit der Versorgung von unheilbar Schwerkranken und sterbenden Menschen. Dabei gibt es ambulante, teilstationäre und stationär tätige Hospizvereinigungen. Doch das Hospiz ist nicht nur eine konkrete Institution, sondern beschreibt auch ein Konzept der ganzheitlichen Sterbe- und Trauerbegleitung.

Dabei gibt es fünf Qualitätskriterien:

  • Kranke und ihre Angehörigen stehen im Zentrum der Arbeit
  • Es gibt Unterstützung durch ein fachkundiges Team
  • Freiwillige Begleitende werden gerne mit einbezogen
  • Man vermittelt mehr Lebensqualität statt Lebensquantität
  • Für Kranke und Angehörige steht eine gezielte Trauerbegleitung zur Verfügung

Die unheilbar Kranken bekommen in ihrer letzten Lebenszeit eine umfassende Betreuung mit viel Respekt. Dabei steht der Wille der Kranken bei allen pflegerischen und medizinischen Handlungen an erster Stelle.

Das Hospiz will das Sterben wieder in das Leben integrieren. Den Kranken und ihren Angehörigen soll das Sterben als Normalität vermittelt werden.

Ein Hospiz ist eine menschenwürdige Alternative, wenn Behandlungen im Krankenhaus nicht mehr gewünscht werden oder medizinisch nicht mehr erforderlich sind, jedoch ein Pflegeheim wegen unzureichender Versorgung nicht in Betracht gezogen wird.

Hospiz - Sterben als Teil unseres Lebens betrachten. Sterben gehört zum Leben.


Quelle: Friedhofsbroschüre - Ratgeber für den Trauerfall 2013


Stand: 09.11.2017

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