Steuerliche Behandlung des Sponsorings und der Werbung

Anlage zu Punkt V 3.

I.

Die durch Sponsoring erzielten Einnahmen können der Körperschaft- sowie Gewerbe- und der Umsatzsteuer unterliegen. Daher wird grundsätzlich empfohlen, steuerfreie Sponsorings zu vereinbaren. Eine Abgrenzung zwischen steuerfreien und steuerpflichtigen Sponsoring kann jedoch nicht immer eindeutig erfolgen, auf Grund dessen sollte eine entsprechende Steuerklausel im Sponsoringvertrag aufgenommen werden. Darin sollte festgelegt werden, wer das Risiko einer späteren Steuernachzahlung zu tragen hat. Ein entsprechender Regelungsvorschlag ist in § 3 Absatz 2 der Mustervereinbarung enthalten.

Für die steuerrechtliche Behandlung des Sponsorings ist es von Bedeutung, ob die Leistungen von einem Betrieb gewerblicher Art (BgA) vereinnahmt wird, oder ob ein neuer BgA begründet wird.

Ein Betrieb gewerblicher Art ist dann gegeben, wenn der Empfänger der Sponsoringleistung, hier die Stadt Mülheim an der Ruhr, an den Werbemaßnahmen des Sponsorings aktiv mitwirkt oder den Sponsor besonders werbewirksam hervorhebt. Sofern dieser Tatbestand vorliegt, begründet er für den Empfänger grundsätzlich eine Steuerpflicht und kann zu einer Belastung mit Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer der durch Sponsoring erzielten Einnahmen führen.

Eine Mitwirkung fehlt, das heißt ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb scheidet aus, wenn der Empfänger der Leistungen zum Beispeil auf Plakaten, Veranstaltungshinweisen oder in anderer Weise auf die Unterstützung durch einen Sponsor lediglich hinweist und wenn diese im Verhältnis zur Leistung des Sponsors von untergeordneter Bedeutung ist.

Ob die Stadt durch zusätzliche Mitwirkungsleistungen die Grenze zum wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb überschreitet und damit unter Umständen steuerpflichtig wird, ist unter Würdigung der konkreten Umstände des jeweiligen Einzelfalls in Abstimmung mit der Kämmerei zu entscheiden.

Die im Zusammenhang mit dem Sponsoring erbrachten Leistungen stellen für den Sponsor in der Regel Betriebsausgaben dar, hiervon zu unterscheiden sind die verdeckten Gewinnausschüttungen. Sind Sponsoren der Stadt Mülheim keine fremden Dritten sondern städtische Eigengesellschaften oder BgAs der Stadt Mülheim, ist die Sponsoringleistung nur dann als Betriebsausgabe zu qualifizieren, wenn sie einem Fremdvergleich standhält.

Die nachfolgende Liste zeigt beispielhaft die Einordnung der Leistungen des Gesponserten nach Kriterien des Steuerrechts. Hier ist darauf hinzuweisen, dass die nachfolgend aufgeführten Beispiele eine steuerrechtliche Prüfung im Einzelfall nicht ersetzen.

Nicht steuerliche Leistungen

  • Bloße Namensnennung, Emblem oder Logo des Sponsors auf Plakaten, Veranstaltungshinweisen, Ausstellungskatalogen, Programmheften (ohne besondere Hervorhebung, das heißt durch schlichte, nicht reklamehafte und kleinformatige Aufdrucke)
  • Namensnennung des Sponsors in einem Grußwort beziehungsweise einer Einleitung oder Danksagung
  • Namensnennung des Sponsors bei Eröffnungsreden und im Interview
  • Abdruck des Namens oder des Logos des Sponsors auf Einladungskarten zur gesponserten Veranstaltung (ohne besondere Hervorhebung)
  • Gestattung der Nutzung des Namens der gesponserten Verwaltungseinheit zu Werbezwecken durch den Sponsor (Offizieller Partner von XY)

Steuerliche Leistungen

  • Schaltung von reinen Werbeanzeigen des Sponsors im Programmheft
  • Benennung einer Veranstaltung nach einem Sponsor
  • Product Placement (werbewirksame Integration eines Produktes des Sponsors in den Ablauf einer Kulturveranstaltung, zum Beispiel als Requisite, Kostüm oder ähnliches)
  • Aktive Mitwirkung der Behörde an Werbemaßnahmen des Sponsors
  • Absatz von Produkten des Sponsors im Rahmen einer kulturellen Veranstaltung durch das Personal der gesponserten Kultureinrichtung

Leistungen mit Auslegungsmöglichkeiten

  • Setzung von Internet-Links auf einer behördeneigenen Webseite, die auf die Webseite des Sponsors verweisen
  • Anbringen von Spannbändern im Rahmen der gesponserten Veranstaltung, die ausschließlich den Namen / Logo / Emblem des Sponsors tragen
  • Anbringen des Namens / Logo / Emblems des Sponsors an exponierten Stellen (zum Beispiel Theatervorhang und ähnliches)
  • Benennung eines Raumes oder Gebäudes nach dem Sponsor

II.

Hinsichtlich der steuerlichen Behandlung unterscheidet sich die Werbung nicht vom steuerpflichtigen Sponsoring.

Kontakt


Stand: 12.06.2017

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