Die Stolpersteine in der Duisburger Straße

Stolpersteine für Adolf und Johanna Kaufmann in der Duisburger Straße 83

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eheleute Kaufmann (Duisburger Straße 83)

Adolf Kaufmann wurde am 13. April 1893 als Sohn Moses Kaufmann und Regina Kaufmann geb. Salomon in Mülheim geboren. Seine Frau Johanna, eine gebürtige Levy, geboren am 10. März 1894, stammte aus Grevenbroich bei Düsseldorf. Dort fand vermutlich auch die Eheschließung statt.

Von Beruf war Adolf Kaufmann Metzger. Das kinderlose Ehepaar Kaufmann wohnte zunächst in der Duisburger Straße 83, wurde jedoch im April 1939 in das Haus Bahnstraße 44 eingewiesen. Dabei handelte es sich um ein sogenanntes "Judenhaus", d.h. ein Gebäude, in dem durch die Obrigkeit gezielt jüdische Familien konzentriert wurden.

Im November 1939 flüchteten die Kaufmanns nach Luxemburg, vermutlich in der Hoffnung, sich von dort aus leichter ins entfernte Ausland absetzen zu können. Dieser Plan schlug fehl, sie wurden aufgegriffen und von Luxemburg ins KZ Litzmannstadt deportiert (wahrscheinlich im Jahr 1941). Am 31. Dezember 1945 wurden sie vom Amtsgericht Mülheim an der Ruhr für tot erklärt.

 

Stolpersteine für die jüdische Familie Sass in Duisburger Straße 87Familie Saß (Duisburger Straße 87)

Der Kaufmann Karl Saß wurde am 3. Juli 1881 in Mülheim an der Ruhr geboren. Gemeinsam mit seiner Frau Regina Rosa Saß, geb. Schwarz, geboren am 21. Februar 1884 in Argenschwanz, kehrte er 1899 von Bochum in seine Geburtsstadt Mülheim zurück. Das Ehepaar Saß hatte drei Kinder, die alle in Mülheim zur Welt kamen: Gertrud Therese (1911), Max (1919) und Hannelore (1927).

Mehrere Umzüge innerhalb Mülheims nahm die Familie Saß auf sich: Von der Köhle 14 zogen sie in die Querstraße 13, von dort in die Hermannstraße 69. Im Dezember 1938 bezogen sie ihr letztes Domizil in der Duisburger Straße 87. Vor diesem Haus wurde 2004 bereits von der Realschule Stadtmitte ein "Stolperstein" in Erinnerung an den Sohn Max, einen ehemaligen Schüler der Knabenmittelschule, der heutigen Realschule, verlegt.

Die Tochter Gertrud Therese 1938 schon nicht mehr regelmäßig zu Hause. Im Alter von 17 Jahren hatte sie begonnen, als Hausangestellte ihren Lebensunterhalt auswärts zu verdienen. So wohnte sie nacheinander - vermutlich im Hause ihres jeweiligen Arbeitgebers - in Heinsberg, Dortmund und Castrop-Rauxel sowie zwischendurch auch immer wieder auch für kurze Zeit bei ihren Eltern in Mülheim, zuletzt in der Duisburger Straße 87. Von dort emigrierte sie im Juli 1939 nach England, von dort schließlich weiter nach Australien.

Ihre Eltern sowie die zwei Geschwister Max und Hannelore wurden am 10. Dezember 1941 in einem großen Sammeltransport nach Düsseldorf-Derendorf gebracht, von dort mit der Bahn nach Riga deportiert und dann in verschiedene Konzentrationslager verbracht. Der Vermerk im Mülheimer Einwohnermelderegister lautet verharmlosend "nach Riga durch Umsiedlung". Das weitere Schicksal ist unbekannt. Alle vier deportierten Familienmitglieder wurden am 31. Mai 1945 für tot erklärt.

Längengrad*
Breitengrad*
ODER Adresse (nur Straße und Hausnummer)Duisburger Straße 83
Markertext*

Kontakt


Stand: 23.01.2012

[schließen]

Fehler melden

Sie haben einen Fehler gefunden? Bitte teilen Sie ihn uns mit. Ein Redakteur wird sich umgehend darum kümmern.

Ihre Nachricht

Sicherheitscode (Was ist das?)

 

Bookmarken | Drucken | PDF-Version | RSS-Feed | Fehler melden

Transparenter Pixel