Therapiehunde helfen Behinderten bei der Bewältigung ihres Alltags
1992 erfolgte seitens der Vereinten Nationen die Ausrufung des 3. Dezember als jährlich wiederkehrender Welttag der Behinderten, um diese Gruppe mehr ins Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken. In Mülheim leben rund 17.900 anerkannt Schwerbehinderte, von denen etwa 91 % im Laufe ihres Lebens durch Krankheit, Unfälle u.ä. von einer Behinderung betroffen wurden. Die Behinderungen erschweren eine alltägliche Lebensführung wie z.B. beim An- und Ausziehen, Einkaufen, Fahren mit Bus und Bahn, Arztbesuchen, Besuch kultureller Veranstaltungen, im Berufsleben und vielen anderen Bereichen. Das Leben der Betroffen wird nicht nur durch eine große Anzahl verschiedener technischer Hilfsmittel erleichtert, sondern auch durch das positive Zusammenleben von Mensch und Tier. Es ist längst bekannt, dass Tiere allgemein eine positive Wirkung auf das Selbstbewusstsein und die Lebensfreude des Menschen ausüben. Insbesondere Hunde können die Lebensqualität von Behinderten und seelisch Erkrankten erheblich verbessern. Blindenführhunde ersetzen die Augen des Menschen, Behindertenbegleit-hunde bringen Gegenstände, schalten das Licht aus, gehen mit zum Einkaufen, Signalhunde zeigen Gehörlosen Geräusche an und vieles mehr.

Unser Foto zeigt die blinde Mitarbeiterin der Stadtver-waltung Christa Ufermann mit ihrem Blindenhund THEO
(Foto: Walter Schernstein)
Ausgewählte Hunde werden zur Alltagsunterstützung der Betroffenen gezielt ausgebildet. Die Kosten der zweijährigen Ausbildungszeit können schnell bis zu 15.000 Euro betragen, welche jedoch von den Krankenkassen bisher nur für Blindenführhunde übernommen werden.
Auf dem Markt der Guten Taten, den die MST Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH gemeinsam mit über 60 gemeinnützigen Organisationen und dem Forum City Mülheim, am 5.Dezember, im Forum City Mülheim, durchführt, wird die Arbeitsgemeinschaft der in der Behindertenarbeit tätigen Vereinigungen (AGB) mit dem neu gegründeten, gemeinnützigen Verein "AZS – Ausbildungszentrum für Servicehunde e.V." (www.azs-servicehunde.de) den interessierten Besuchern Gelegenheit geben, die Fähigkeiten dieser Hunde kennen zu lernen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, über angeschlossene Hundeschulen Hunde individuell zu trainieren und behinderte Menschen bei der Finanzierung der Hunde zu unterstützen. Michael Eggemann von der Deutschen Gesellschaft der Muskelkranken informiert zu diesen Themen auf dem Stand in der 1. Etage des Forums von 11.00 bis 18.00 Uhr.
Darüber hinaus zeigen ausgebildete Servicehunde in zwei Vorführungen etwas von dem, was sie können:
Zeit: 13.00 Uhr und 16.00 Uhr, Ort: Bühne in der 1. Etage des Einkaufszentrum Forum.
Die MS-Gruppe hat sich in diesem Jahr ebenfalls etwas Besonderes einfallen lassen. An einer "Fühlstraße" können Interessierte einen Eindruck von den körperlichen Störungen und Behinderungen eines MS-Erkrankten bzw. ähnlich erkrankter Personen vermittelt bekommen. An Stationen können verschiedene Behinderungsvarianten simuliert werden, um nach zu empfinden, wie es ist, wenn die Beine den Dienst versagen, wenn Gleichgewichtssinn und Feinmotorik z.B. beim Halten eines Trinkglases verloren gehen oder die Augen nur noch verschwommene Bilder zeigen. Auch andere AGB-Mitglieder wie die Diabetiker, Aphasiker usw. stellen im Forum aus.
Weitere Informationen unter Alfred Beyer, Tel. 9957085, Handy 0177/4456789 oder Michael Eggemann, Tel. 455-3351
Kontakt
Stand: 25.11.2004













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