Tiertransport - neue (EG) VO Nr. 1/2005

Seit dem 5. Januar 2007 regelt die neue EU-Verordnung (EG) Nr. 1/2005 den Schutz von Tieren beim Transport.

Mit dieser Verordnung soll der Transport lebender Wirbeltiere innerhalb der Europäischen Union, der in Verbindung mit einer wirtschaftlichen Tätigkeit durchgeführt wird, geregelt werden, um den Tieren Verletzungen und unnötige Leiden zu ersparen und ihren Bedürfnissen während des Transports in angemessener Weise Rechnung zu tragen.

Die Rechtsvorschriften über den Schutz von Tieren beim Transport werden insofern verschärft, als alle am Transport beteiligten Personen mit ihren jeweiligen Verantwortlichkeiten aufgeführt werden. Außerdem gelten strengere Zulassungs-, Kontroll- und Transportvorschriften.

Transportkette und Verantwortlichkeiten

Mit der neuen Verordnung wird die Verantwortung für das Wohlergehen der Tiere auf sämtliche Personen ausgedehnt, die am Transportgeschehen beteiligt sind. All diese Personen müssen während der Vorgänge, für die sie zuständig sind, auf die Einhaltung der Rechtsvorschriften achten.

Dies gilt nicht nur wie bisher für Transportunternehmer, sondern künftig auch für die Organisatoren der Transporte, die Fahrer sowie die Tierhalter (Personal an Sammelstellen, auf Märkten, in Schlachthöfen, Erzeuger).

Alle Beteiligten der Transportkette müssen angemessen geschult sein.
Insbesondere müssen die Fahrer und Betreuer ab dem 5. Januar 2008 einen Befähigungsnachweis besitzen, der ihnen von der zuständigen Behörde nach erfolgter Schulung und erfolgreichem Absolvieren einer Prüfung ausgestellt wird. Ergänzungslehrgänge mit abschließender behördlich anerkannter Prüfung für Fahrer, die bereits eine Sachkundebescheinigung gemäß nationaler Tierschutztransport-VO besitzen, können entweder bei der Deula in Freren oder beim Verband Deutscher Pferdetransporteure abgelegt werden.

Zulassungen und Kontrollen

Für alle Strecken über 65 km müssen Transportunternehmer eine Zulassung besitzen, die von der zuständigen Behörde des Mitgliedsstaates, in dem sie ansässig sind erteilt wurde. Um diese Zulassung zu erhalten, müssen die Antragsteller nachweisen, dass sie über ausreichend und geeignetes Personal und Ausrüstung verfügen.

Für lange Transporte (über acht Stunden) muss der Antragsteller folgende Unterlagen beim zuständigen Veterinäramt einreichen:

  • Befähigungsnachweise für Betreuer und Fahrer
  • Zulassungsnachweise für die genutzten Transportmittel
  • Notfallpläne
  • Nachweis über Einsatz eines Navigationssystems: ab 1. Januar 2007 bei neuen Fahrzeugen, ab 1. Januar 2009 bei allen Fahrzeugen
  • Fahrtenbuch bei Transporten durch verschiedene Mitgliedsstaaten

Die Zulassungen gelten für 5 Jahre und werden in einer elektronischen Datenbank erfasst, auf die sämtliche Behörden aller EU-Mitgliedsstaaten Zugriff haben.

Insbesondere an den Ausgangsorten und den Grenzkontrollstellen werden Transportfahrzeuge durch die zuständige Behörde kontrolliert. Darüber hinaus können in jeder Phase des Transportes stichprobenartige oder gezielte Kontrollen vorgenommen werden.

Technische Vorschriften für den Tiertransport

Die Verordnung sieht zum einen eine verbesserte Ausstattung der Transportfahrzeuge vor (Temperaturregelungssystem mit Temperaturschreiber und Warnsystem für den Fahrer, mechanische Belüftungseinrichtungen). Außerdem sollen die Transportbedingungen für die Tiere verbessert werden; beispielsweise ständiger Zugang aller Tiere zu einer Tränkvorrichtung. Der Transport bestimmter junger Tiere ist über eine längere Strecke verboten. Desweiteren ist der Transport von trächtigen Tieren im letzten Gestationsstadium und eine Woche nach der Geburt nicht erlaubt.

Die Vorschriften über die Fahrzeiten und der den Tieren im Transportmittel zur Verfügung stehende Platz bleiben in der neuen Verordnung unberührt.

Die Anträge für einen Befähigungsnachweis, ein Straßentransportmittel und ein Transportunternehmen finden Sie unten im Kontext.

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Stand: 13.11.2012

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