1992 machte sich der Mülheimer Fotograf Heiner Schmitz auf in die Türkei. Es ging in den Südwesten, in das Land nahe bei Antalya – und hängen geblieben ist er dann unter andern in Gömbe, einem kleinen Ort auf dem Land. In Gömbe und Umgebung hat er eine ganze Reihe Fotos von türkischen Friseuren und ihren Kunden gemacht. Einen Teil davon gibt jetzt hier zu sehen. Die ungewöhnliche Offenheit, mit der die türkischen Menschen Heiner Schmitz mit seiner Kamera, trotz des sehr flüchtigen Zusammentreffens in diesen Aufnahmen begegnen, ist ein besonderes Merkmal dieser Portraitreihe.
Heiner Schmitz: „Grund der Reise war tatsächlich ein Traum, den ich 9 Monate vorher hatte und in dem ich mit einem Esel unterwegs war. Dass ich diesen Traum letztlich in der Türkei verwirklichte, hatte den Grund, dass ich bis dahin noch nie in der Türkei war und mich zusätzlich eine Wanderung mit dem Esel sehr reizte, die für mich eine völlig neue Erfahrung darstellte.“
Heiner Schmitz hat sich für das Jahr 2011 vorgenommen, in Mülheim-Eppinghofen Menschen mit Migrationshintergrund zu portraitieren und ist auf eine ähnliche Offenheit angewiesen, wie er sie in Lykien erfahren hat. Diese Portraits, die in den nächsten 8 Monaten entstehen werden, sind Teil einer Ausstellung, die es im Frühjahr 2012 im Kunstmuseum Alte Post zu sehen gibt. Menschen aus Eppinghofen, gerade auch mit türkischem Kulturhintergrund, sind herzlich eingeladen, sich bei Heiner Schmitz zu melden, wenn sie sich an dieser Portraitreihe beteiligen wollen. Einfach anrufen. Heiner Schmitz, Handy-Nr.: 01 72 – 2 52 20 03
Fotos türkischer Friseure:
Lesen Sie auch den Text von Heiner Schmitz zu seinen Fotos
Heiner Schmitz
Ehemaliger Professor für Fotografie an der Fachhochschule Dortmund, von 1991 bis 2005.
Zwischen 1997 und 2009 außerdem Gastprofessor an der Academy of Arts & Design, Beijing (China). 2010 Ruhrpreisträger für Kunst und Wissenschaft. Reisen nach China, Palästina, Jordanien, Syrien und einigen anderen Ländern in Nord- und Zentralafrika. Mitglied der Künstlergruppe AnDer und der Arbeits- und Ausstellungsgemeinschaft Mülheimer KünstlerInnen. Buchpublikationen über Palästina, den Nahen Osten und das Solbad Raffelberg in Mülheim an der Ruhr.
| Lykien, im Südwesten der Türkei, am Mittelmeer |
Lykien: Wo Heiner Schmitz seine Fotos machte
Lykien ist die antike griechische Bezeichnung einer Landschaft im Südwesten Kleinasiens (lat. Lycia; auf dem heutigen Staatsgebiet der Türkei). Die Lykier waren ein Volk mit eigener Kultur, eigener Schrift und eigener Sprache, dem Lykischen. Diese indoeuropäische Sprache ist mit dem Luwischen verwandt. Sie starb im 3. Jahrhundert v. Chr. aus. (Quelle: Wikipedia)
Arbeitsmigration aus der Türkei
Bis in die späten 1960er Jahre konzentrierte sich die Zuwanderung ausländischer Arbeitnehmer auf die Länder Italien, Spanien und Griechenland. In den folgenden Jahren dominierten zunehmend Migrantinnen und Migranten aus dem damaligen Jugoslawien, vor allem aber aus der Türkei. 1968 nahmen türkische Staatsangehörige innerhalb der ausländischen Bevölkerung einen Anteil von 10,7 Prozent im Vergleich zu Jugoslawen mit 8,8 Prozent ein. Fünf Jahre später verzeichnete man bereits 23 Prozent der türkischen Einwanderer, Jugoslawien stellte einen Prozentsatz von 17,7 Prozent dar. Während der Zeit des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens von 1961 bis 1972 zogen rund 750.000 Türkinnen und Türken in die Bundesrepublik Deutschlandtastatur. (Quelle Text: http://lebenswege.rlp.de)
Redaktion: Heiner Schmitz, Klaus Wichmann, Mülheim an der Ruhr, im Mai 2011
(Quelle: Karte Lykien, © google maps 2011)
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