Umweltinfo: Hilfe bei Feuchtschäden

Nicht nur an Rhein, Donau und Elbe hatte das Hochwasser Folgen - auch in Mülheim erschien Wasser, wo es nichts zu suchen hatte: Starke Regenfälle ließen, durch Rückstau aus dem Kanal, den einen oder anderen Keller voll Wasser laufen.
Auch Bewohner von Souterrain-Wohnungen haben mit dem Problem zu tun.
Deshalb rät die Haus- und Grundstücksentwässerung :
“Prüfen sie regelmäßig die Rückstausichrung im Keller“.
- Vorhandene Rückstauverschlüsse sollten mindestens einmal im Jahr geprüft werden.
- Befindet sich im Keller ein Bad mit Toilette, dann sollte eine Hebeanlage eingebaut werden.
Ist jemand nicht technisch versiert, sollte ein Sanitärbetrieb gefragt werden.
Ist ein Wasserschaden aber erst einmal vorhanden, kommt auch schnell der Schimmelpilz. Weiße oder farbige - etwa grüne, braune oder schwarze Überzüge wie Watte oder Rasen auf feuchten Wänden oder Einrichtungsgegenständen deuten auf Schimmelpilz hin.
Bei massivem Befall einzelner Flächen kann die Gesundheit angegriffen werden.
Werden die Pilzsporen eingeatmet oder kommt es zu direktem Hautkontakt können dadurch Allergien mit ähnlichen Symptomen wie Heuschnupfen oder Asthma ausgelöst werden.
Auch Kopfschmerzen, Fieber, Haut- und Schleimhautreizungen können eine Folge des Pilzbefalls sein. In äußerst seltenen Fällen, treten bei schwer immungeschädigten Personen Infektionen auf.
Bei fragen dazu, hilft der Gesundheitsmedizinische Dienst des Gesundheitsamtes weiter.
Damit der Pilz sich nicht ungehindert ausbreiten kann, sollten möglichst bald Sanierungsmaßnahmen getroffen werden.
Hier einige Hinweise zur Sanierung ...
... von Wänden:

Von Lüften bis hin zu Lufttrocknungsgeräten - so kriegen Sie nach einem Wasserschaden die Wände wieder trocken.
Die einfachste und wirksamste Methode ist Lüften, lüften und noch mal lüften! Nasse Wände brauchen oft mehrere Monate bis sie vollständig trocken sind. Deshalb: Am besten die Fenster so oft und lange wie möglich auflassen und für Durchzug sorgen.
Sind die Wände richtig nass, helfen meistens nur noch spezielle Lufttrocknungsgeräte. Sie entziehen der Luft und damit auch den Wänden die Feuchtigkeit. Diese Geräte können Sie bei Spezialfirmen ausgeliehen werden.
Befallene Tapeten müssen entfernt und entsorgt werden.
Wichtig: Tapezieren oder streichen Sie erst, wenn die Wände vollständig getrocknet sind. Sonst wellt sich die Tapete nach ein paar Tagen und die Farbe blättert wieder ab.
... vom Fußboden
Die Feuchtigkeit allein ist noch nicht mal das Schlimmste. Schwieriger wird es, wenn der Estrich ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden ist.
In vielen Fällen hilft nur eins: Raus mit dem alten Belag! Die meisten Schäden sieht man auf den ersten Blick: Risse im Parkett bzw. Wellen im Laminat oder Teppichboden. Teppiche und Teppichböden, die nicht verklebt sind kann man einfach aufhängen und trocknen lassen.
Richtig problematisch wird es, wenn das Wasser bis unter den Estrich gesickert ist. Das ist für den Laien allerdings schwer zu erkennen, denn die Feuchtigkeit kann auch dann schon im Boden stecken, wenn der Bodenbelag auf den ersten Blick gar nicht beschädigt ist. Deshalb fragen Sie im Zweifelsfall lieber eine Bautrocknungsfirma.
...von Möbeln
Im Falle eines Wasserschadens ist es gut, Massivholzmöbeln zu haben. Einrichtungsgegenstände aus Furnierholz sind bei Wassereinbruch dagegen meist ein Fall für den Sperrmüll.
Sind die Möbel aus Massivholz, kann man sie einfach trocknen lassen. Wichtig: Die Möbel unbedingt ein paar Zentimeter von der Wand abrücken und am besten auch noch auf ein paar kleine Holzstücke stellen. Durch die Luftzirkulation trocknen die Möbel deutlich schneller.
Schlecht sieht's dagegen bei allen anderen Möbeln aus, z.B. bei Schränken oder Regalen aus Furnierholz. Werden sie feucht, wellen sie sich und sind kaum noch zu gebrauchen.
Bei besonders wertvollen Möbeln oder Antiquitäten sollten Sie sich an einen Restaurateur wenden.
Auch bei Deckenaufbauten, Fußböden aus Holz und Holzwerkstoffen (z.B. Spanplatten) hilft oft nur noch der Fachmann. Infolge der Durchfeuchtung sind diese durch Pilzbefall gefährdet. Die Bedingungen sind günstig, dass sich der Echte Hausschwamm bilden kann. Dieser seit Jahrhunderten gefürchtete Pilz kann durch das Gebäude wachsen, noch trockene Bauteile befallen und langfristig zu starken Schäden insbesondere an Holzbalkendecken und Fachwerkhölzern führen.
Andere oberflächlich befallene Stellen feucht abwischen oder mit einem Staubsauger mit Feinstaubfilter (HEPA-Filter der bei modernen Bodenstaubsaugern in der Regel serienmäßig ist) absaugen, die Staubsaugerbeutel dann entsorgen und die Flächen anschließend mit 70-80 %-igem Ethylalkohol behandeln. Achtung Brand- und Explosionsgefahr, bei großflächigerer Verwendung des Alkohols! Am besten nur kleine Mengen verwenden, gut lüften, nicht rauchen, kein offenes Feuer. Schutzhandschuhe, Mundschutz und Schutzbrille tragen. Nach der Behandlung sollte die nähere Umgebung feucht gereinigt werden, um verteilten Feinstaub zu entfernen. Die bei der Sanierung anfallenden belasteten Abfälle, können in Plastikbeutel verpackt mit dem Hausmüll entsorgt werden.
Weitere Informationen erhalten Sie bei der

Abfall- und Umweltberatung
im Mülheimer Service- und Info-Center, Schloßstr. 11,
Mo., Di., Mi., Do., Fr., 9.00 - 18.00, Sa. 10.00 - 14.00 Uhr,
Tel. 02 08 / 4 55 70 77.


Kontakt


Stand: 19.09.2002

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