Archiv-Beitrag vom 28.07.2011Verbraucher in Mülheim an der Ruhr können die Zukunft der Stromversorgung testen

Das Konsortium für das Forschungsprojekt E-DeMa unter Führung der RWE Deutschland AG, Essen, sucht ab sofort im Stadtteil Saarn von Mülheim an der Ruhr rund 1.100 Haushalte in Ein- und Zweifamilienhäusern für einen Feldtest zum intelligenten Stromverbrauch. Das Stromnetz und die Verbrauchsgewohnheiten in Mülheim-Saarn bieten die besten Voraussetzungen für den E-DeMa Feldtest, der auf rund ein Jahr ausgelegt ist und das laufende Projekt "Mülheim zählt" ergänzt.

"Mülheim zählt" ist das größte Smart-Meter-Projekt in Deutschland; RWE baut bis zum kommenden Jahr fast 120.000 intelligente Stromzähler in der Ruhrgebietsstadt ein. Mit "E-DeMa" wird untersucht, wie das Internet und moderne Stromnetze Stromverbraucher und Stromanbieter auf einem Marktplatz zusammenführen. Dr. Arndt Neuhaus, Vorstandsvorsitzender der RWE Deutschland AG: "Wir setzen auf intelligente Energie in ländlichen Regionen und in der Stadt. In der Eifel erproben wir mit Smart Country, wie clever das Netz für die erneuerbaren Energien sein muss. In Mülheim und andernorts wollen wir zeigen, wie Bürger sinnvoll ihren Stromeinsatz gestalten und aktiv am Strommarkt teilnehmen können."

RWE Pressegespräch

Großes Medien bei der Vorstellung des Forschungsprojektes in Mülheim

(Fotos: Walter Schernstein)

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld freut sich über das innovative Energie-Projekt: "Es ist schön, dass wir in Mülheim wieder einmal Vorbild sein dürfen und uns erneut als kooperative und zukunftsweisende Modellstadt erweisen können. Ich hoffe, dass sich die Menschen in Saarn diese Chance nicht entgehen zu lassen. Sie helfen auf einen Schlag der Umwelt, iIhrem Stadtteil und am Ende auch iIhrem Portmonee. Sie können aktiv die Zukunft des Energiemarktes mitgestalten indem sie die ersten Nutznießer der neuesten Technologie werden – das finde ich sehr spannend!"

RWE Pressegespräch

Dr. Arndt Neuhaus, Vorstands-Vorsitzender der RWE Deutschland AG, erläutert Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld das Forschungsprojekt am Modell

 

Wer beim Feldtest in Mülheim mitmachen will, muss über einen Internetzugang verfügen. Dann baut RWE zuhause einen intelligenten Stromzähler mit einer Schnittstelle zum heimischen PC ein. Über das Internet kann dann jederzeit festgestellt werden, wann es je nach Marktpreis am preiswertesten ist, Strom zu verbrauchen. So wird der Testhaushalt zum Marktteilnehmer. Monatlich erhalten die Haushalte eine Pro-Forma-Rechnung. Sie ermöglicht den Vergleich zur regulären Stromrechnung. Ein Teil der Haushalte wird mit Waschmaschinen vom Projektpartner Miele ausgestattet, die ferngesteuert den Waschvorgang starten, wenn der Strom im Markt besonders günstig ist. Die Teilnahme am Feldtest ist ohne wirtschaftliches Risiko.  Alle Bürger in Mülheim-Saarn, die in einem Ein- oder Zweifamilienhaus wohnen und sich an diesem E-DeMa Feldtest beteiligen möchten, können sich ab sofort unter 0800 337 6427 registrieren lassen. Außerdem werden geschulte Projektmitarbeiter interessierten Haushalten alle Fragen rund um das Projekt beantworten.

Die beim Test erzielten Ergebnisse werden über alle Testhaushalte gesammelt und nach einem Bonussystem von RWE prämiert. Der Erlös kommt einer gemeinnützigen Einrichtung in Mülheim an der Ruhr zugute. In 11 Saarner Haushalten wird zudem der Mülheimer Energieversorger Medl kompakte und gasbetriebene Kleinkraftwerke, sogenannte Mikro-KWK-Anlagen, im Keller einbauen, die nach Ablauf der Testphase mit einem Wärmelieferungsvertrag weiterbetrieben werden können.
Der Mülheimer Feldtest ist ein Baustein des laufenden Projekts "E–DeMa",  die Entwicklung und Demonstration dezentral vernetzter Energiesysteme hin zu einem elektronischen Marktplatz (E – Energy Marktplatz). Mit E–DeMa wird der Verbraucher in die Lage versetzt, seine elektrischen Geräte zu Zeiten laufen zu lassen, wenn insbesondere viel regenerative Energie im Netz ist und gleichzeitig die Preise niedrig sind. Bei E-DeMa wird der Haushalt oder Gewerbebetrieb nicht nur zum "smarten Verbraucher". Er kann vielmehr auch zum Selbstversorger beim Strom werden und darüber hinaus überschüssige Mengen selbst erzeugten Stroms, beispielsweise durch eine Photovoltaikanlage oder eine Mikro-KWK-Anlage, an lokalen Handelsplätzen vermarkten lassen.
Dies ist insbesondere nach Auslaufen der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz erforderlich, um die Wirtschaftlichkeit eigener Anlagen weiterhin zu gewährleisten.

Am Projekt E – DeMa sind neben RWE Deutschland die Firmen Siemens, Miele, Stadtwerke Krefeld und ProSyst sowie die Hochschulen Dortmund, Bochum und Essen-Duisburg beteiligt.
E–DeMa ist Teil der Initiative "E-Energy" der Bundesministerien für Wirtschaft und Umwelt und wird von diesen beiden Ministerien finanziell gefördert.

 

Das Stichwort:

E-DeMa – Entwicklung und Demonstration dezentral vernetzter Energiesysteme hin zum E-Energy Marktplatz der Zukunft

Wäsche waschen oder Geschirr spülen, wenn das Stromangebot (unter anderem aus erneuerbaren Energien) besonders attraktiv ist? Modernste Heizungen im Privathaus als Einspeiser ins Stromnetz? Ein "Internet-Marktplatz der Energie", der mit Hilfe intelligenter Technik unser Elektrizitätssystem kontrolliert, steuert und regelt? E-DeMa entwickelt Lösungen, damit diese Ideen zur Realität werden.

Innerhalb von vier Jahren soll ein integriertes Daten- und Energienetz im Hinblick auf Strukturen und Funktionalitäten entstehen. Sogenannte "Smart Gateways" beispielsweise verknüpfen private Haushalte mit den Stromanbietern und ermöglichen dadurch den ständigen, bidirektionalen Abgleich von Stromangebot und Nachfrage. Der Verbraucher wird so zum aktiven Marktteilnehmer.

Die Optimierung von Energienutzen und -effizienz für alle am Marktgeschehen Beteiligten, für Erzeuger, Stadtwerke, Gerätehersteller, Dienstleister und Kunden - das ist das Ziel von E-DeMa.

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Stand: 29.07.2011

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