Vergabe des Ruhrpreises für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mülheim an der Ruhr für das Jahr 2005 - Sponsor: Sparkasse Mülheim an der Ruhr -

Die Stadt Mülheim an der Ruhr verleiht den Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft für das Jahr 2005 an

Helge Schneider und Prof. Dr. Karl Wieghardt

sowie einen Förderpreis zum Ruhrpreis an

Sergej Stanojkovski.



Die Hauptpreise sind jeweils mit 1.000 €Euro, der Förderpreis mit 3.500 Euro dotiert.

Ruhrpreisträgwer 2005,  v.l.: Sergej Stanojkovski (Förderpreis), Martin Weck (Vorstandsmitglied Sparkasse), Helge Schneider (Ruhrpreis), Prof. Peter Vermeulen (Kulturdezernent), Prof. Dr. Karl Wieghardt (Ruhrpreis).  Foto: Walter Schernstein



Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am 17. April 1962 den Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft gestiftet. Er wird als Auszeichnung oder als Förderung an hervorragend Begabte jährlich verliehen. Die PreisträgerInnnen sollen durch Leben oder Werk mit Mülheim an der Ruhr verbunden sein.

Die Preise werden im Rahmen einer noch zu terminierenden Feierstunde durch Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld übergeben.

Die Entscheidung ist wie folgt begründet worden:



Helge Schneider

Helge Schneider ist ein interdisziplinär arbeitender Künstler, der – wie er einmal selbst über sich gesagt hat - den Sinn im Unsinn findet. Als "singende Herrentorte" hat er nicht nur die bekanntesten Häuser der bundesweiten Entertainment-Szene erobert, sondern auch den Buchmarkt, den deutschen Film, die Theater- und Musicallandschaft.. .

Grundlage für seine Aktivitäten ist stets die Improvisation, die bei ihm zum künstlerischen Selbstausdruck und zur Lebenseinstellung wird und die er auf alle Bereiche der Kunst überträgt. Dabei bewegt er sich mit großer Eigenart, Originalität und Skurrilität zwischen Hoch- und Subkultur. In assoziativen Erzählungen verbindet er Alltag und Albernheiten mit einem breiten kulturellen Hintergrund. So entstehen immer wieder Momente der Überraschung, die für ihn selbst genauso unerwartet sind wie für das Publikum. Für die Fans bedeutet es viel Spaß, für die Feuilletonisten häufig Kopfzerbrechen - denn es ist schwer, Helge Schneider, der niemanden und nichts ernst zu nehmen scheint, einzuordnen. Damit hat er eine eigene Kunstform erschaffen, die er stets virtuos einsetzt.

Helge Schneider wird der Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft als Anerkennung für sein künstlerisches Schaffen verliehen.



Prof. Dr. Karl Wieghardt

Prof. Dr. Karl Wieghardt erhält den Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft für herausragende Leistungen bei seiner wissenschaftlichen Forschungstätigkeit.

Als international anerkannter Vertreter der neuen Fachrichtung der Bioanorganischen Chemie, einem Grenzgebiet zwischen Anorganischer Chemie und Biologie, tragen seine Forschungstätigkeiten dazu bei, die komplexen molekularen Vorgänge der Photosynthese zu verstehen, um die Erkenntnisse in einem synthetischen System umsetzen zu können. Sein besonderes Interesse gilt dabei den zum Leben notwendigen Spurenelementen, insbesondere Metalloenzymen, deren Strukturen und Wirkungsweisen er mit Hilfe von modernster präparativer sowie spektroskopischer Methoden erforscht.

Auch das Max-Planck-Institut für Bioanorganische Chemie hat durch Prof. Dr. Karl Wieghardt eine herausragende Stellung und einen hervorragenden Ruf erlangt. Seit 1994 ist er Direktor dieser Forschungseinrichtung, die damals noch Max-Plack-Institut für Strahlenchemie hieß und von ihm auf die neue zukunftsweisende Fachrichtung der Bioanorganischen Chemie ausgerichtet worden ist. Nicht zuletzt trägt dieses Mülheimer Institut auch den Namen unserer Stadt in die Welt.


Sergej Stanojkovski


Der Filmregisseur und Drehbuchautor Sergej Stanojkovski absolvierte an der Prager Filmakademie ein fünfjähriges Studium, das er mit einem Diplom – Magisterabschluss: Regie und Dokumentarfilm - abschloss. Danach realisierte er zunächst Kurzfilme und Musik-Clips, später setzte er sich verstärkt und erfolgreich mit dem Genre Dokumentarfilm auseinander. Im vergangenen Jahr entstand sein Spielfilmdebüt "Kontakt", das bei dem renommierten internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg als Eröffnungsfilm gezeigt worden ist und sowohl Publikum als auch Kritik gleichermaßen tief beeindruckt hat. Der Film ist eine Parabel über die Zustände im ehemaligen Jugoslawien, in der Komik und Melancholie ganz nah beieinander liegen. Er handelt von der spannenden Beziehung eines ehemaligen Gefängnishäftlings und einer psychisch labilen Frau.

Sergej Stanojkovski wird der Förderpreis des Ruhrpreises für Kunst und Wissenschaft für das Jahr 2005 für seine beeindruckende Auseinandersetzung mit dem Medium Film verliehen. Die Zuerkennung des Preises soll Anerkennung der bisherigen Leistungen sein, gleichermaßen aber auch Ermutigung, den eingeschlagenen künstlerischen Weg mit dem nötigen Selbstbewusstsein weiter zu gehen.

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Stand: 31.05.2006

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