Die Migrationsarbeit des DRK in Mülheim reicht bis weit in die Vergangenheit der Zuwanderungsgeschichte unserer Stadt zurück. Als klassischen Teil des umfangreichen Aufgabengebietes des Roten Kreuz übernahm das Mülheimer DRK in der Mitte der fünfziger Jahre die Betreuung der Aus- und Übersiedler aus den ehemaligen Staaten des Ostblockes. Untergebracht in städtischen Übergangsheimen, wurden diese „ersten Migranten“ durch Mitarbeiterinnen des DRK- Mülheim in allen Bereichen des alltäglichen Lebens beraten und betreut – angefangen über die Mithilfe beim Ausfüllen von Formulare und Anträge jedweder Art bis über die Begleitung bei Behördengängen und Arztbesuchen. Die Mitarbeiter des DRK – Mülheim waren behilflich bei der Bewältigung alltäglicher Probleme und Herausforderungen, mit welchen die Zuwanderer konfrontiert wurden.
Bei den Kontakten der betreuten Personen mit Ämtern und Institutionen halfen die Betreuerinnen auf alle erdenkliche Art und Weise, sei es bei der Wohnungssuche oder Vermittlung in geeignete Schulformen für die mitgekommenen Kinder und nicht zuletzt bei den Sprachproblemen der Klienten.
Diese Arbeit weitete sich zu Beginn der neunziger Jahre bedeutend aus (Stichwort „Wiedervereinigung“, Auflösung der ehemaligen Sowjetunion und damit verbundener Ausreisefreiheiten der ehemaligen Gus-Staaten etc.). So war in dieser Zeit eine erhebliche Zuwachsrate der Zuwanderung zu verzeichnen, welche mit einem deutlich verstärktem Engagement des DRK – Mülheim in Form von angestiegenem Personal einherging.
Nicht zuletzt die kriegerische Auseinandersetzung der Balkanstaaten ließ die Zahl der Flüchtlinge in ungeahnte Höhen steigen. So betreuten die Mitarbeiter/-innen in mehreren städtischen Unterkünften bzw. Containersiedlungen sehr viele Menschen mit all ihren Problemen, Sorgen und Nöten.
Mit dem Kriegsende auf dem Balkan und der damit einsetzenden Rückreise der Kriegsflüchtlinge wurde die Anzahl der städtischen Unterkünfte und auch gleichzeitig die Zahl der Mitarbeiter im Bereich Flüchtlingsbetreuung des Mülheimer DRK reduziert.
Bis auf den heutigen Tag hat die Migrationsarbeit beim DRK – Mülheim einen hohen Stellenwert. So wird die Beratungsstelle (ab dem Jahre 2005 „Migrationerstberatung“ genannt) regelmäßig von den Klienten frequentiert.
Durch die Änderung des Zuwanderungsgesetzes im Jahre 2005 ist der „Zugang der Neuzuwanderer“ verbindlicher geregelt, d. h. die Migrationsberatung soll den „Integrationsprozess gezielt initiieren, steuern und begleiten“. In enger Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt – Ausländeramt der Stadt Mülheim und anderen Beratungsdiensten wie Jugendmigrationsdienst (JMD) und Regionaler Arbeitsstelle zur Förderung ausländischer Kinder und Jugendlicher (RAA) sowie der Sozialagentur wird der Neuzuwanderer optimal beraten und betreut. Dadurch ist gewährleistet, dass kein Klient verloren geht.
Desweiteren wird die Beratungsstelle des DRK – Mülheim häufig von „Altfällen“ aufgesucht, also Personen, welche von den Mitarbeitern des DRK über Jahre hinweg beraten und betreut wurden.
So ist das DRK in Mülheim ein wichtiger Partner in der Kooperation und der Netzwerkarbeit mit allen an der Migrationsarbeit beteiligten Institutionen, sowohl seitens der Stadt Mülheim als auch von Wohlfahrtsverbänden. Der Mülheimer Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes wird auch weiterhin seinen Beitrag an der Integration der Zuwanderer in allen gesellschaftlichen Belangen des Miteinander leisten und ein aktiver Partner in der Migrationsarbeit sein.
M. Langer (DRK – MEB)
Mülheim an der Ruhr, im Juni 2008
Deutsches Rotes Kreuz,
Kreisverband Mülheim an der Ruhr e. V.
Löhstraße 18,
45468 Mülheim an der Ruhr
Tel.: 02 08 / 4 50 06-0,
Fax: 02 08 / 4 50 06-11
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