Voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen
Sexueller Missbrauch ist ein sensibles und angstbesetztes Thema. Man spricht nicht gern darüber und das wahre Ausmaß, die Ursachen und Folgen für die Frauen, ist immer noch nicht wirklich in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen.
Zwei betroffene Frauen aus Mülheim jedoch hatten das Selbstbewusstsein und gründeten im Januar 2004 mit Hilfe der Gleichstellungsstelle Mülheim an der Ruhr eine "Selbsthilfegruppe für Frauen, die sexuelle Übergriffe erfahren haben".
Ihr Ziel ist es, sich und anderen betroffenen Frauen zu helfen. Sie wenden sich an diese Frauen mit der Botschaft, die Auseinandersetzung mit dem Thema "Sexuelle Übergriffe" nicht zu scheuen, sondern dem Geschehnis ins Auge zu sehen und eine positive Veränderung herbeizuführen.
Die beiden Frauen ziehen nach einem halben Jahr Bilanz. In dieser kurzen Zeit hat sich etwas verändert. Die Beschäftigung mit dem Erlebten, die von den Frauen "Schwerstarbeit" fordert, lohnt sich. Sie sind selbst überrascht, dass ihre Erwartungen übertroffen werden. Es gibt Tage, da beenden Sie die Gruppenstunde mit einem sehr positiven Gefühl.
In der Regel treffen sich 4-5 Frauen wöchentlich, um über ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen zu sprechen. Sie müssen immer wieder mit den Folgen und Auswirkungen des Missbrauchs leben und kämpfen, jedoch trauen sie sich, diese Hürde zu nehmen. Der Umgang miteinander ist sehr behutsam und gegenseitiges Vertrauen wird in der Regel schnell aufgebaut. In dieser Gruppe erleben sie, dass andere Frauen ähnliche Probleme und Schwierigkeiten haben. Es ist erleichternd und positiv zu wissen, dass man mit der Erfahrung "Missbrauch" nicht allein ist.
Die Initiatorinnen wenden sich mit diesem Artikel direkt an andere Betroffene und rufen zur Teilnahme an der Selbsthilfegruppe auf. Sie wissen um die Schwere dieses Schrittes, aber sie haben erlebt, dass durch den Rückhalt dieser Gruppe die "Schwere" zeitweise verschwinden kann.
Wer teilnehmen möchte, meldet sich bitte bei der Mülheimer Gleichstellungsstelle unter 0208/455-1542.
Kontakt
Stand: 09.08.2004













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