Wä hätt"sche dat chedaach

Wä hätt"sche dat chedaach

Wer hätte das gedacht

Et woar im Frühjohr, en herrlichen Daag

Es war in schönen Frühlingstagen,

do heet en Huusfrau ne lang öwerlaag

da konnte die Frau nicht länger warten,

Un hing die Wääschen dorbuuten 1 im Gaade,

wusch Tücher und Socken, Hemde und Kragen

Dööker 2 un Ssöcke 3, Hemder un Kraage.

und hängte sie auf, da draußen im Garten.

   

Do hing ouk en Bucksche 4, die Pipe 5 ssu ing,

Auch eine Unterhose, männlich grau,

Ssu chries un mit rääch lange Küüte 6.

und schlottrig die langen Beine,

Dorteegen 7 en kotte, ut rosa Satin 8,

sah sich gegenüber der kurzen der Frau,

Die diaden ssich musternd bekieke.

die rosa schwang an der Leine.

   

Die kotte in rosa, die plustert ssich op

Die kurze in rosa, die plustert sich auf

Un krieg chanz roune Backen,

und kriegt ganz runde Backen,

"dou onösel chestell, striek"sche hie fott

"du blödes Gestell, Hau ab! Nun lauf!

Un nimm dinn Küüten o"m Nacken!"

Und nimm deine Beine in"n Nacken!"

   

"Nou höar blos op, dou rosa Scharett 9,

"Nun hör bloß auf, du alberne Dirn

dou hees me-i hie nicks te ssägen,

du hast mir hier nichts zu sagen,

Ssöß klatsch ick"sche wat op dinn Äächterde-il 10,

sonst klatsch ich dir was auf deinen Zwirn,

Dann kaste vier Weeken ne ssitten!"

dass dich die Schmerzen plagen.

   

Nou nicks wie fott - do aachter hin,

Nun nichts wie weg - dachte sie nur,

Doteege woul sse-i ne länger meahr hange

bei ihm wollte sie nicht mehr hängen

Un reet un trock aan öhr Wääschelien.

und zog und riß an der Wäscheschnur.

   

Merr aal dat ploogen, rieten un placken,

Doch wie sie auch reißt, sich müht und fleht,

Heet öhr re-in nicks chebatt,

es hat ihr nichts eingebracht,

Do dre-ihden dä chriese Chessell 11 ssich fott

der graue Gesell hat sich umgedreht,

Un laachden mit dicke Backen.

und mit vollen Backen gelacht.

   

Do heet ssich en dääftige We-ind opchemack

Da erhob sich ganz plötzlich eine kräftige Bö

Un schloog die twia Buckschen tessame,

und schlug die zwei Hosen zusammen,

Do woare"s e-ins - dat hat chebatt 12 -

sie schwangen vereint hinauf in die Höh'

Sse diaden ssich sselig umarme.

und lagen sich in den Armen.

   

Vere-int förr ümmer häult sse-i üm faas

Für immer vereint, so hält sie ihn

Un ssind im Chlück verschlunge,

ganz selig im Glück umschlungen,

Wat vöarheer chanz unmööglich woar,

was vorher ganz unmöglich schien,

Dat öss däm We-indstöart 13 chelunge.

das ist dem Windstoß gelungen!

   
 

gereimte Übertragung: Franz Firla

 

1 draußen 2 Tücher 3 Socken 4 Hose 5 Beine 6 Beine
7 gegenüber 8 Seide 9 albernes Mädel 10 Hintern 11 Geselle
12 geklappt 13 Windstoß

 

Kontakt


Stand: 06.04.2017

[schließen]

Fehler melden

Sie haben einen Fehler gefunden? Bitte teilen Sie ihn uns mit. Ein Redakteur wird sich umgehend darum kümmern.

Ihre Nachricht

Sicherheitscode (Was ist das?)

 

Teilen | Drucken | PDF-Version | RSS-Feed | Fehler melden

Transparenter Pixel
Welcome Card
Hotelbuchung
Prospekte anfordern
Online-Tickets Stadttouren
Wünschen Sie eine persönliche Beratung? Bitte wenden Sie sich an die Mülheimer Touristinfo: Kontaktdaten
Mülheim Film
Terminkalender für Mülheim
Pressebilder