Archiv-Beitrag vom 16.09.2015Wahlinformation zur Oberbürgermeisterwahl 2015 / 2

Ulrich Scholten gewinnt in 113 der 140 Stimmbezirke die Mehrheit, 27 mal liegt Werner Oesterwind vorne!

Oberbürgermeisterwahl. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld verkündet das vorläufige Ergebnis der Wahl. Gewählt wurde Ulrich Scholten (SPD). Foyer, Rathaus. 13.09.2015 Foto: Walter Schernstein

Foto: Walter Schernstein

Der deutliche Vorsprung, mit dem Ulrich Scholten am 13. September 2015 direkt zum Oberbürgermeister  gewählt worden ist, zeigt sich auch, wenn man die kleinräumigen Ergebnisse auf der Stimmbezirksebene betrachtet.
In 95 Urnenwahlbezirken gewinnt der SPD-Kandidat Ulrich Scholten die Mehrheit, in 18 liegt Werner Oesterwind (CDU) vorne. Die Karte auf der Seite 4 der Wahlinformation zur Oberbürgermeisterwahl 2015 / 1 zeigt die Mehrheitsverhältnisse in den 113 Urnenwahlbezirken in den Grenzen der 27 Kommunalwahlbezirke (KWB).

In den 27 Briefwahlbezirken werden die Briefwahlstimmen aus den vier bis fünf Stimmbezirken, die jeweils einen Kommunalwahlbezirk bilden, zusammengefasst. Die Briefwahlergebnisse können somit den einzelnen Urnenwahlbezirken nicht mehr zugeordnet werden und sind von daher auf der Stimmbezirksebene kartografisch nicht darstellbar. In 18 Briefwahlbezirken gewinnt Ulrich Scholten die Mehrheit, in 9 Werner Oesterwind.
Die Einzelergebnisse für alle 140 Stimmbezirke sind in der Tabelle auf den folgenden Seiten 2 bis 4 zusammengestellt. Diese Tabelle enthält auch die Ergebnisse in den drei Stadtbezirken. Die Ergebnisse für die 27 Kommunalwahlbezirke sind in der Wahlinformation zur Oberbürgermeisterwahl 2015 / 1 bereits veröffentlicht. (Die ersten beiden Ziffern der Stimmbezirksnummer entsprechen der Kommunalwahlbezirksnummer).

Endgültiges amtliches Endergebnis festgestellt

Alle Ergebnisse in beiden Wahlinformationen zur Oberbürgermeisterwahl 2015 basieren bereits auf dem endgültigen amtlichen Endergebnis, dass der Kreiswahlausschuss in seiner Sitzung am 15. September 2015 festgestellt hat.

Wahlergebnisse der Oberbürgermeisterwahl 2015 in allen 140 Stimmbezirken

Anteil der ungültigen Stimmen

Der Anteil der ungültigen Stimmen liegt mit 3,1 % in Mülheim an der Ruhr deutlich über dem bei allen anderen allgemeinen politischen Wahlen der jüngeren Vergangenheit. Bei den bisherigen fünf OB-Wahlgängen von 1999 bis 2009 (einschließlich Stichwahlen 1999 und 2003) variierte er zwischen 0,5 % und 1,7 %.
Der Anteil der ungültigen Stimmen liegt in der Urnenwahl im Durchschnitt bei 3,4 % und damit über dem in der Briefwahl (2,4 %).

Mit Abstand am höchsten fällt er im Stimmbezirk 023 (Eppinghofen: Kardinal-Graf-Galen-Straße) mit 9,0 % aus. Danach folgen die Stimmbezirke 172 (Styrum: Augustastraße) und 043 (Stadtmitte: Dickswall/Muhrenkamp) mit 8,1 beziehungsweise 8,0%. Noch über 6 % liegen die Stimmbezirke 081 (Heißen: Schwarzenbergstraße 6,8 %), 032 (Eppinghofen: Klöttschen 6,4 %), 224 (Broich: Kurfürstenstraße 6,3 %) und der Briefwahlbezirk 010 (Stadtmitte 6,4 %). Da nur ein Stimmzettel mit zwei Kandidaten vorlag, ist davon auszugehen, dass die große Mehrheit dieser Wähler bewusst und nicht versehentlich ungültig gewählt haben.

Mehrheitsverhältnisse in den 140 Stimmbezirken

Ulrich Scholten gewinnt in seinen drei stärksten Stimmbezirken 132 (Papenbusch), 154 (Lohhecke) und 131 (Gießerstraße) mehr als drei Viertel der Stimmen. Im 132er erreicht er mit 79,2 % sein bestes Ergebnis. Den viert- und fünfthöchsten Stimmenanteil gewinnt er in seinem direkten Wohnumfeld im Dichterviertel in den Stimmbezirken 034 (zwischen Goetheplatz und Scheffelstraße) und 032 (zwischen Klöttschen und Goetheplatz). Auf mehr als zwei Drittel der Stimmen kommt er in weiteren 23 Stimmbezirken, dazu zählt auch sein bester Briefwahlbezirk 130 (Dümpten-Süd).
Insgesamt liegt der SPD-Kandidat Ulrich Scholten in 113 der 140 Stimmbezirke vor dem einzigen Gegenkandidaten, mit bis zu 58,4 %-Punkten Vorsprung in seinem besten Bezirk 132. Einen sehr deutlichen Vorsprung verbucht er mit mehr als 20 %-Punkten in mehr als der Hälfte der Urnenwahlbezirke (65 von 113) und in fast der Hälfte der Briefwahlbezirke (12 von 27).
Die knappsten Ergebnisse sind alle in vier Saarner Stimmbezirken zu verzeichnen. Die Bezirke 263 (Saarner Kuppe) und 271 (Markenstraße) entscheidet Ulrich Scholten mit jeweils dei Stimmen Vorsprung für sich. Im 241er (zwischen Mintarder und Alte Str.) und im  274er (Mintard) liegt Werner Oesterwind mit drei beziehungsweise zwei Stimmen vorne.

Der CDU-Kandidat Werner Oesterwind kommt in seinen drei stärksten Urnenwahlbezirken 273 (Selbeck), 061 (Menden / Ickten) und 194 (Prinzenhöhe) sowie im Briefwahlbezirk 060 (Holthausen-Süd) auf mehr als 60 % der Stimmen. Sein bestes Ergebnis erreicht er mit 66,4 % in Selbeck.
Da nur zwei Kandidaten zur Wahl standen sind die besten Bezirke des einen jeweils die schwächsten des Konkurrenten.

Wahlbeteiligung in den Stimmbezirken

Die Wahlbeteiligung von 36,6 % bedeutet für Mülheim an der Ruhr ein neues Rekordtief bei allgemeinen politischen Wahlen. Verglichen mit der letzten OB-Wahl 2009 beträgt der Rückgang 15,3 %-Punkte. Da diese letzte OB-Wahl aber gemein-sam mit der Wahl des Rates und der Bezirksvertretungen durchgeführt wurde, ist auch dieser Vergleich entsprechend zu gewichten. Vergleicht man mit der vorletzten OB-Wahl 2003, die wegen des Rücktritts des damaligen Oberbürgermeisters vor Ablauf der Wahlzeit allein in Mülheim an der Ruhr stattgefunden hat, liegt die Beteiligung um 5,5 %-Punkte niedriger als bei der Hauptwahl, in der damals fünf Kandidaten zur Wahl standen, und um 3,1 %-Punkte niedriger als in der Stichwahl.
Dabei liegt die Briefwahlbeteiligung mit 9,2 % sogar um 2,6 %-Punkte über der bei der Hauptwahl und um 2,8 %-Punkte über der in der Stichwahl 2003. Sie variiert aber in den 27 Briefwahlbezirken noch stärker als in den Urnenwahlbezirken. Am niedrigsten fällt die Beteiligungsquote wie immer in den letzten Wahlgängen im Briefwahlbezirk 020 Eppinghofen–Nordwest mit 4,0 % aus. Die stärkste Beteiligung weist diesmal der Briefwahlbezirk 050 Kahlenberg mit 13,0 % auf.

Dagegen fällt die Beteiligung in den Wahllokalen am Wahlsonntag (sogenannte Urnenwahl) mit 27,3 % extrem niedrig aus. Sie liegt damit um 6,0 %-Punkte niedriger als in der Stichwahl 2003, bei der der bisherige Negativrekord in Mülheim an der Ruhr zu verzeichnen war. Sie variiert in den 113 Urnenwahlbezirken deutlich.
Die höchste Urnenwahlbeteiligung wird an der Saarner Kuppe im Stimmbezirk 261  registriert. Sie fällt mit 41,5 % dreimal so hoch aus wie im Stimmbezirk 154 (Lohhecke), wo nur 13,5 % der Wahlberechtigten am Wahlsonntag gewählt haben.

In beiden Extrembezirken hat der SPD-Kandidat Ulrich Scholten die Mehrheit der Stimmen gewonnen, der 154er gehört sogar zu seinen Spitzenbezirken.
In der Karte (siehe unten) unterscheiden sich fünf Gruppen von Stimmbezirken farblich. Die meisten (43 gelbe) liegen mit Beteiligungsquoten zwischen 24 % und 30 % nah am städtischen Durchschnittswert von 27,3 %. Sie verteilen sich über das ganze Stadtgebiet.
23 Stimmbezirke (hellgrün) weisen eine leicht überdurchschnittliche Beteiligung von 30 % bis unter 34 % auf. Selbst in diesen Bezirken beteiligt sich kaum jeder dritte Wahlberechtigte. Sie liegen überwiegend im Süden des Stadtgebietes.

In den 12 Stimmbezirken (dunkelgrün) mit der stärksten Beteiligung liegt die Beteiligung über 34 %. Sie liegen ebenfalls überwiegend im Süden des Stadtgebietes.
17 Stimmbezirke (hellrot) weisen eine für diese Wahl leicht unterdurchschnittliche Beteiligung von 20 bis unter 24 % auf. Das heißt, in diesen Bezirken beteiligt sich nicht einmal jeder vierte Wahlberechtigte an der Urnenwahl. Sie liegen überwiegend im Norden des Stadtgebietes.
Stark unterdurchschnittlich fällt die Beteiligung in 18 Stimmbezirken (dunkelrot) aus, in denen nur weniger als jeder Fünfte ins Wahllokal gegangen ist. Sie konzentrieren sich in Eppinghofen und Styrum. Einzelne dieser Bezirke liegen aber auch in Dümpten, in der Stadtmitte (Hans-Böckler-Platz) und in Mellinghofen. Der Saarner Bezirk 272 wird geprägt durch die Wohnsiedlung am Entenfang und das Theodor-Fliedner-Werk.

Unterschiedliche Wahlbeteiligung in den Stimmbezirken in den Grenzen der Kommunalwahlbezirke

Die unterschiedliche Wahlbeteiligung in den Stimmbezirken in den Grenzen der Kommunalwahlbezirke

Hier auch die Wahlpräsentation zum kleinräumigen Endergebnis als pdf-Datei.

Alle Wahlinformationen des Referates V.1 Stadtforschung und Statistik seit 2003 finden Sie darüber hinaus im Beitrag zur Wahlberichterstattung.

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Stand: 16.09.2015

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