Weitere Impfungen als Empfehlung für Erwachsene

Folgende Impfungen können für Erwachsene sinnvoll sein:

Frühsommermenigoenzephalitis

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Grippe insbesondere allen Menschen, die bei einer Grippe ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben.Diese Impfung ist zu empfehlen, wenn Sie in Deutschland in die sogenannten Risikogebiete, zum Beispiel in den Bayrischen Wald, fahren. In diesen Gebieten sind Zecken mit dem FSME-Virus infiziert. Sofern Sie dort wandern oder Rad fahren und sich vor einem Zeckenbefall nicht schützen können, sollte eine Grundimmunisierung mit einem für Erwachsene beziehungsweise Kinder zugelassenen Impfstoff erfolgen.

Auf der Internetseite des Deutschen Grünen Kreuzes finden Sie unter anderem Informationen über die Ausdehnung dieser Risikogebiete.

Hepatitis B

Nachdem die Hepatitis B-Impfung allgemein von der Ständigen Impfkommission für alle Kinder und Jugendlichen empfohlen wird, gibt es medizinisch keinen Grund, diese Impfung Erwachsenen vorzuenthalten. Nach den aktuellen Empfehlungen sollten folgende Personengruppen gegen Hepatitis B geimpft werden:

  • Dialysepatienten und -patientinnen
  • Patienten und Patientinnen mit häufiger Übertragung von Blut oder Blutbestandteilen, zum Beispiel bluterkrankte Patienten/Patientinnen, vor ausgedehnten chirurgischen Eingriffen
  • Personen mit chronischen Lebererkrankungen und HIV-Positive ohne durchgemachte Hepatitis B
  • Sexualpartner und -partnerinnen von Hbs-Antigen-Trägern
  • Patienten und Patientinnen in psychiatrischen Einrichtungen
  • Risikogruppen, zum Beispiel homosexuell aktive Männer, Drogenabhängige, Prostituierte

Hepatitis A

Die Hepatitis A, auch als Reisehepatitis bekannt, ist nach Durchfallerkrankungen und Atemwegsinfektionen die häufigste Erkrankung, an der Touristen und Touristinnen bei Reisen in die Tropen oder Subtropen erkranken. Diese durch einen Virus hervorgerufene Entzündung der Leber wird meist durch verschmutztes Wasser und Lebensmittel übertragen. In Deutschland sollten folgende Personengruppen geimpft werden:

  • homosexuell aktive Männer
  • Personen mit einer behandlungsbedürftigen Bluterkrankung
  • Patienten und Patientinnen, die an einer chronischen Lebererkrankung leiden und keine Antikörper gegen Hepatitis A besitzen

Influenza

Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, wie zum Beispiel einer chronischen Lungen-, Herzkreislauf-, Leber- oder Nierenerkrankung, sowie Personen über 60 Jahre sollten jährlich im Herbst mit einem Impfstoff mit einer aktuellen Antigenkombination geimpft werden.

Kinderlähmung (Poliomyelitis)

Diese Impfungen empfehlen wir, wenn Erwachsene überhaupt nicht geimpft sind oder die Grundimmunisierung (3 Impfungen gegen Polio als Schluck- oder Injektionsimpfung) unvollständig ist. Die Impfung wird nicht mehr als Schluckimpfung, sondern mit nicht vermehrungsfähigen inaktivierten Polioviren injiziert. Es ist keine routinemäßige Wiederimpfung erforderlich, sofern Auslandsreisen nicht stattfinden.

Meningokokken

Meningokokken (Neisseria meningitidis) sind Bakterien, die eine gefährliche Hirnhautentzündung hervorrufen. Die Erreger werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Anzeichen einer Meningitis sind hohes Fieber, unerträgliche Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit. Eine Hirnhautentzündung tritt häufig bei Kleinkindern oder Jugendlichen auf.

Es gibt verschiedene Unterarten der Meningokokken. In tropischen Gebieten tritt meistens die Bakterienunterart A auf. In Europa werden die Krankheitsfälle eher durch die Untergruppen B (70 Prozent) und C (20 Prozent) verursacht. Die derzeit erhältlichen Impfungen schützen nur gegen die Unterarten A und C. Eine standardmäßige Impfung ist daher nicht empfehlenswert.

Pneumokokkenkrankheiten

Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 12.000 Menschen an Lungen- und Hirnhautentzündungen. Diese Krankheiten entstehen häufig durch Pneumokokken. Für alle Personen über 60 Jahre sowie Patienten und Patientinnen mit chronischen Erkrankungen wird eine Impfung und eine Wiederholungsimpfung im Abstand von jeweils sechs Jahren empfohlen.

Röteln

Diese Impfung empfehlen wir Frauen, die noch nicht geimpft sind, oder Frauen, bei denen im Blut Antikörper gegen Rötelnviren in nicht ausreichender Menge vorhanden sind und die schwanger werden können.

Tuberkulose

Die Impfung mit dem derzeit noch verfügbaren BCG-Impfstoff wird nicht mehr empfohlen.

Windpocken

Windpocken ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die bei Patienten und Patientinnen mit einer Immunschwäche oder schweren Hauterkrankung zu Komplikationen führen kann. Besonders gefährlich ist die Windpockeninfektion einer Schwangeren, sofern sie selbst noch keine Windpocken durchgemacht hat und nicht gegen Windpocken geimpft ist. In der Frühschwangerschaft kann es zu Fehlbildungen oder einer Fehlgeburt kommen. Deshalb sollten folgende Personengruppen gegen Windpocken geimpft werden:

  • seronegative Frauen mit Kinderwunsch
  • seronegative Patienten und Patientinnen mit Leukämie und / oder vor immunsupressiver Therapie oder vor einer Organtransplantation

Weitere Informationen zu der Impfung von Erwachsenen finden Sie auf der Internetseite des Robert-Koch-Institutes.

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Stand: 30.04.2015

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