Weitere Impfungen als Empfehlung für Erwachsene

Folgende Impfungen können für Erwachsene sinnvoll sein:

http://dgk.de/gesundheit/impfen-infektionskrankheiten/impfschutz-fuer/erwachsene.html

Frühsommermenigoenzephalitis:

Diese Impfung ist zu empfehlen, wenn Sie in Deutschland in die sogenannten Risikogebiete, z.B. im Bayrischen Wald, fahren. In diesen Gebieten sind Zecken mit dem FSME-Virus infiziert. Sofern Sie dort wandern oder Rad fahren und sich vor einem Zeckenbefall nicht schützen können, sollte eine Grundimmunisierung mit einem für Erwachsene bzw. Kinder zugelassenen Impfstoff erfolgen.

In einer Broschüre des Robert Koch Institutes finden Sie u.a. Informationen über die Ausdehnung dieser Risikogebiete.


Hepatitis B:

Nachdem die Hepatitis B-Impfung allgemein von der Ständigen Impfkommission für alle Kinder und Jugendlichen empfohlen wird, gibt es medizinisch keinen Grund, diese Impfung Erwachsenen vorzuenthalten. Nach den aktuellen Empfehlungen sollten folgende Personengruppen gegen Hepatitis B geimpft werden:

  • Dialysepatienten/-patientinnen
  • Patienten und Patientinnen mit häufiger Übertragung von Blut oder Blutbestandteilen, z.B. bluterkrankte Patienten/Patientinnen, vor ausgedehnten chirurgischen Eingriffen
  • Personen mit chronischen Lebererkrankungen und HIV-Positive ohne durchgemachte Hepatitis B
  • Sexualpartner und -partnerinnen von Hbs-Antigen-Trägern
  • Patienten und Patientinnen in psychiatrischen Einrichtungen
  • Risikogruppen, z.B. homosexuell aktive Männer, Drogenabhängige, Prostituierte

Hepatitis A:

Die Hepatitis A, auch als Reisehepatitis bekannt, ist nach Durchfallerkrankungen und Atemwegsinfektionen die häufigste Erkrankung, an der Touristen / Touristinnen bei Reisen in die Tropen oder Subtropen erkranken. Diese durch einen Virus hervorgerufene Entzündung der Leber wird meist durch verschmutztes Wasser und Lebensmittel übertragen. In Deutschland sollten folgende Personengruppen geimpft werden:

  • homosexuell aktive Männer
  • Personen mit einer behandlungsbedürftigen Bluterkrankung
  • Patienten und Patientinnen, die an einer chronischen Lebererkrankung leiden und keine Antikörper gegen Hepatitis A besitzen

Influenza:

Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, wie z.B. einer chronischen Lungen-, Herzkreislauf-, Leber- oder Nierenerkrankung, sowie Personen über 60 Jahre sollten jährlich im Herbst mit einem Impfstoff mit einer aktuellen Antigenkombination geimpft werden.


Kinderlähmung (Poliomyelitis):

Diese Impfungen empfehlen wir, wenn Erwachsene überhaupt nicht geimpft sind oder die Grundimmunisierung (3 Impfungen gegen Polio als Schluck- oder Injektionsimpfung) unvollständig ist. Die Impfung wird nicht mehr als Schluckimpfung, sondern mit nicht vermehrungsfähigen inaktivierten Polioviren injiziert. Es ist keine routinemäßige Wiederimpfung erforderlich, sofern Auslandsreisen nicht stattfinden.

Meningokokken:

Meningokokken (Neisseria meningitidis) sind Bakterien, die eine gefährliche Hirnhautentzündung hervorrufen. Die Erreger werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Anzeichen einer Meningitis sind hohes Fieber, unerträgliche Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit. Eine Hirnhautentzündung tritt häufig bei Kleinkindern oder Jugendlichen auf.

Es gibt verschiedene Unterarten der Meningokokken. In tropischen Gebieten tritt meistens die Bakterienunterart A auf. In Europa werden die Krankheitsfälle eher durch die Untergruppen B (70 Prozent) und C (20 Prozent) verursacht. Die derzeit erhältlichen Impfungen schützen nur gegen die Unterarten A und C. Eine standardmäßige Impfung ist daher nicht empfehlenswert.


Pneumokokkenkrankheiten:

Jedes Jahr sterben in Deutschland ca. 12.000 Menschen an Lungen- und Hirnhautentzündungen. Diese Krankheiten entstehen häufig durch Pneumokokken. Für alle Personen über 60 Jahre sowie Patienten / Patientinnen mit chronischen Erkrankungen wird eine Impfung und eine Wiederholungsimpfung im Abstand von jeweils 6 Jahren empfohlen.


Röteln:

Diese Impfung empfehlen wir Frauen, die noch nicht geimpft sind, oder Frauen, bei denen im Blut Antikörper gegen Rötelnviren in nicht ausreichender Menge vorhanden sind und die schwanger werden können.


Tuberkulose:

Die Impfung mit dem derzeit noch verfügbaren BCG-Impfstoff wird nicht mehr empfohlen.


Windpocken:

Windpocken ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die bei Patienten / Patientinnen mit einer Immunschwäche oder schweren Hauterkrankung zu Komplikationen führen kann. Besonders gefährlich ist die Windpockeninfektion einer Schwangeren, sofern sie selbst noch keine Windpocken durchgemacht hat und nicht gegen Windpocken geimpft ist. In der Frühschwangerschaft kann es zu Fehlbildungen oder einer Fehlgeburt kommen. Deshalb sollten folgende Personengruppen gegen Windpocken geimpft werden:

  • seronegative Frauen mit Kinderwunsch
  • seronegative Patienten / Patientinnen mit Leukämie und / oder vor immunsupressiver Therapie oder vor einer Organtransplantation

Weitere Informationen zu der Impfung von Erwachsenen finden Sie in den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut und unter Stiko:
weitere Informationen zum Impfen

 

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Stand: 04.02.2010

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