Archiv-Beitrag vom 01.04.2009Weitere "Stolpersteine" in Mülheim

Weitere "Stolpersteine" zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus

 

Mülheimer Stolpersteine – Stadtgeschichte zur Zeit des Nationalsozialismus“ gegen das VergessenDie Realschule  Stadtmitte hatte im Jahre 2004 begonnen, in der Erinnerung an ehemalige Schülerinnen und Schüler dieser Schule gemeinsam mit dem Kölner Künstler Gunter Demnig die von ihm entwickelten „Stolpersteine“ zu verlegen. Inzwischen hat es die MITMülheimer Initiative für Toleranz übernommen, diese wichtige Aufgabe zur Aufbereitung eines wesentlichen Teiles unserer Stadtgeschichte fortzuführen.

Am 2. April 2009 verlegte der Künstler Gunter Demnig, der zuletzt im Dezember letzten Jahres in Mülheim war, 8 weitere „Stolpersteine“ an 6 Orten in unserer Stadt. Gegen das Vergessen!

Gegen das Vergessen

An der Düsseldorfer Straße 38 wurde ein Stolperstein für Anna Lehnkering verlegt, an der Liebigstraße 27 für Johann Hörstgen, an der Duisburger Straße 83 für Adolf und Johann Kaufmann, am Winkhauser Weg 82 für den KPD-Stadtverordneten Fritz Terres, an der Bonnstraße 14 für Paul Meister und für Hermann und Hildegard Haber an der Rheinischen Straße 12.

 

Gunter Demnig hat weitere Stolpersteine verlegt. Stolperstein für Anna Lehnkering, Düsseldorfer Str. 38 02.04.2009 Foto: Walter Schernstein Gunter Demnig hat weitere Stolpersteine verlegt. Stolperstein für Anna Lehnkering, Düsseldorfer Str. 38 02.04.2009 Foto: Walter Schernstein

 Fotos: Walter Schernstein

Sigrid Falkenstein und ihr Vater Fritz Lehnkering waren dabei, als der Künstler Gunter Demnig an der Düsseldorfer Straße 38, den Stolperstein für ihre Tante und Schwester Anna Lehnkering in das Pflaster des Gehwegs mauert. Für die Familienangehörigen war dies ein sehr bewegender Moment. Sie bedankten sich ausdrücklich nicht nur beim Urheber der Stolpersteinaktion, Gunter Demnig und der Mülheimer Stifterin ihres Stolpersteines, die ungenannt bleiben möchte, sondern auch bei den 16-jährigen Schülern Jan-Niklas Haag und Christopher Somplatzki. Denn die beiden 16-jährigen Schüler der Realschule Mellinghofer Straße wollen sich als Mitglieder der Schul-Arbeitsgemeinschaft Stolpersteine künftig um die Wartung und den Erhalt des Stolpersteines kümmern, „damit Anna Lehnkering nicht vergessen wird.”Gunter Demnig hat weitere Stolpersteine verlegt. Stolperstein für Anna Lehnkering, Düsseldorfer Str. 38 02.04.2009 Foto: Walter Schernstein

Insgesamt 52 der Stolpersteine liegen nun im Stadtgebiet und halten so die Erinnerung an die NS-Opfer wach. "Die Spendenbereitschaft der Mülheimer Bürger und das Interesse ist enorm, so dass wir bereits das Geld für weitere 44 Stolpersteine zusammen haben.", zeigt sich Jens Roepstorff vom Stadtarchiv erfreut. "Es gibt dankenswerterweise viele Menschen, die die Opfer der Hitler-Herrschaft vor dem Vergessen retten wollen.", ergänzt sein Mitstreiter Friedrich-Wilhelm von Gehlen.

Bundesweit hat der Künstler Demnig nun schon 19000 Steine verlegt, um den Opfern der NS-Diktatur an ihrem letzten Wohnort ein Denkmal ins Straßenpflaster zu setzen.

In Mülheim werden nur Stolpersteine verlegt, wenn die Biografien der Opfer vorliegen. Der Arbeitskreis wirbt daher um Rechercheure, die im Stadtarchiv nach solchen suchen und dies entsprechend dokumentieren.

Die Biografien der Opfer für die jetzige Verlegung sind ebenfalls dort dokumentiert. Weitere Infos zu der gesamten Aktion Stolpersteine gibt es im Netz unter http://stolpersteine.muelheim-ruhr.de

 

 

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Stand: 03.04.2009

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