Wilhelm Rettinghaus (1644-1708)

Wilhelm Rettinghaus (1644-1708), Gründer der ersten Papiermühle in NordamerikaDer wohl bekannteste Mülheimer Amerika-Auswanderer ist Wilhelm Rettinghaus. Im Jahr 1644 als Sohn von Georg Rettinghaus und Maria Hagerhoff in Broich geboren, absolvierte er eine vierjährige Papiermacherlehre in der Vorsterschen Papiermühle. Während dieser Zeit hatte er in Kontakt zu dem ortsansässigen Pastor Undereyck und fand über ihn Zugang zu pietistischen Kreisen. Da religiöse Sekten vom Landesherrn nicht geduldet und ihre Anhänger verfolgt wurden, wanderte Rettinghaus schließlich über Arnheim nach Amsterdam aus. In den Niederlanden fand er seine zukünftige Frau Geertruid Kersten Pieters, die er 1665 im holländischen Leonen heiratete. Ein Jahr später, am 15.Juni 1666, wurde in Amsterdam sein Sohn Klaus geboren, vier Jahre danach, 1670, seine Tochter Elisabeth und schließlich 1674 sein Sohn Gerhard.

Rettinghaus pflegte Kontakt zur mennonitischen Gemeinde Amsterdams und traf dabei auf Agenten des Quäkers William Penn, die ihm den Landerwerb in Pennsylvania schmackhaft machten. Er entschied sich für die Auswanderung, begab sich mit seiner Familie an Bord eines Schiffes und erreichte, vermutlich im Laufe des Jahres 1687, den Hafen von New York. Auf dem Landwege gelangte Rettinghaus nach Pennsylvania und Germantown, wo er sich niederließ. Neben einem Grundstück am Ort erwarb er zusammen mit drei Partnern ein Stück Land, gelegen an einem kleinen Zufluss des Wissahickon Creek, etwas außerhalb von Germantown. Zusammen mit seinen englischen Partnern William Bradford, Robert Turner und Thomas Tresse errichtete er dort eine Papiermühle - die erste Papiermühle Amerikas.

Faksimile des Wasserzeichens von William RittenhouseDer eine Mitinhaber der Mühle, William Bradford, ein gelernter Drucker, siedelt bald darauf nach New York über und gründete dort eine eigene Druckerei. Das Papier lieferte die Papiermühle von Wilhelm Rettinghaus. Ein Vertrag zwischen Rettinghaus und Bradford vom 24. September 1797 wurde auf Papier mit dem Wasserzeichen "WR" geschlossen. Das Geschäft mit dem Papier lief gut, auch aufgrund fehlender Konkurrenz. Rettinghaus, der sich nun William Rittenhouse nannte, hatte inzwischen seinen Sohn Klaus als Partner aufgenommen. Gemeinsam zahlten sie die anderen Anteilseigner der Papiermühle nach und nach aus, so dass sich die Mühle 1705 schließlich im Familienbesitz befand.

Ein Hochwasser hatte 1701 zwar erheblichen Schaden angerichtet und große Teile der Papiermühle zerstört, jedoch erhielt William Rittenhouse unerwartet finanzielle Wiederaufbauhilfe von William Penn, dem Gouverneur der Kolonie Pennsylvania. 1702 konnte in unmittelbarer Nähe der zerstörten Mühle mit dem Neubau begonnen werden: am Paper Mill Creek (Papiermühlenbach).

Die Papiermühle von Wilhelm Rettinghaus am Paper Mill CreekNeben der Bradfordschen Druckerei in New York wurden bald auch die nahegelegene Metropole Philadelphia und Germantown selbst mit Papier beliefert. Nach dem Tod von William Rittenhouse am 17. Februar 1708 wurde das Familienunternehmen von seinen Söhnen Klaus (Nicholas) und Gerhard (Garrett) fortgeführt.

Die Herausgabe des "American Weekly Mercury", der ersten örtlichen Zeitung gedruckt auf Papier der Papiermühle Rittenhouse im Jahre 1719, sollte der Unternehmensgründer William Rittenhouse jedoch nicht mehr erleben. Ein berühmter Nachfahre (Urenkel) das Auswanderes Rettinghaus ist der amerikanische Mathematiker und Astronom David Rittenhouse (1732-1796).

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Stand: 12.12.2013

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