Archiv-Beitrag vom 30.04.2015zdi-Partnertreffen

Beim Partnertreffen am 28. April 2015 in der Willy-Brandt-Schule zog das zdi-Netzwerk Mülheim an der Ruhr eine überaus positive Bilanz über sechs Jahre erfolgreiche Netzwerkarbeit zur Förderung des MINT-Nachwuchses an Mülheimer Schulen. Eng damit verbunden ist der Brückenschlag zwischen Schule, Hochschule und regionaler Wirtschaft. Im Beisein von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld, RWE-Vorstand Dr. Arndt Neuhaus, Heinz Lison, Vorstandsvorsitzender des HRW-Fördervereins sowie zahlreichen geladenen Gästen stellte das Netzwerk auch die Weichen für die Zukunft. Die erfolgreiche Arbeit soll in den nächsten Jahren fortgesetzt und ausgebaut werden.

Gruppenfoto, zdi-Partnertreffen am 28. April 2015 in der Willy-Brandt-Schule.

Fotos: Mülheim & Business GmbH

Als vor sechs Jahren am Berufskolleg Stadtmitte das RWE-Schülerlabor eröffnet wurde, war dies gleichzeitig Startschuss für das zdi Netzwerk Mülheim an der Ruhr. Seitdem schlägt das Bildungsnetzwerk sehr erfolgreich eine Brücke zwischen Schule, Hochschule und den Unternehmen am Standort und sorgt so für eine “frühzeitige Förderung des MINT-Nachwuchses zur Vermeidung eines drohenden Fachkräftemangels in der Region.” Diese positive Bilanz zog Jürgen Schnitzmeier, Geschäftsführer der Mülheim & Business GmbH beim Partnertreffen am 28. April 2015. Das zdi-Netzwerk Mülheim an der Ruhr hat sich seit seiner Gründung am 8. Mai 2009 unter Trägerschaft der Mülheim & Business GmbH  zu einer sehr erfolgreichen Kooperation zwischen Schule, Hochschule, regionaler Wirtschaft, Wirtschaftsförderung und vielen weiteren Partnern entwickelt. Insgesamt wurden seitdem 170 Kurse und Projekte mit den Schulen und der Hochschule Ruhr West durchgeführt und dabei rund 3.100 Schülerinnen und Schüler für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik begeistert. Gefördert wurden die Projekte hälftig von der Agentur für Arbeit und der Mülheim & Business GmbH. Dabei hat sich das Fördervolumen von 105.000 Euro in den ersten beiden Jahren auf insgesamt rund 685.000 Euro versechsfacht.

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld beim zdi-Partnertreffen am 28. April 2015 in der Willy-Brandt-Schule.

“Mich freut es ganz besonders, dass es dem zdi-Netzwerk in den vergangenen Jahren gelungen ist, tatsächlich alle weiterführenden Schulen unserer Stadt für diese Idee einer frühzeitigen Koppelung des Schulwissens in den MINT-Fächern mit den Ausbildungs- und Studienbedarfen in den Unternehmen, den Berufskollegs und der Hochschule zu gewinnen”, erklärte Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld (Foto oben) beim Partnertreffen. Wie zukunftsweisend diese frühe Talentförderung und Begeisterung für die MINT-Fächer in den Schulen für die Mülheimer Wirtschaft ist, davon berichtete auch der Vorstandsvorsitzende des Fördervereins der Hochschule Ruhr West, Heinz Lison. Er betonte: “Aus den Unternehmen werden in den nächsten Jahren in großer Zahl erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausscheiden, die durch gut ausgebildete junge Talente ersetzt werden müssen, um den Wissens-, Technologie- und Wettbewerbsvorsprung dieser Unternehmen aufrechtzuerhalten und sichern zu können. Das geht nur mit gut ausgebildetem Nachwuchs.”

Mit Blick auf die Standortqualität der Stadt Mülheim an der Ruhr sei dies eine besondere Herausforderung, betonte Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Denn das Fachkräfteangebot in naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen sei mittlerweile ein wichtiger Standortfaktor geworden: “Für die Sicherung und die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Mülheim an der Ruhr ist das Angebot an Fachkräften mit MINT-Affinität enorm wichtig, um auch in Zukunft den Anforderungen der Märkte gerecht werden zu können”, erklärte sie.

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld beim Partnertreffen am 28. April 2015 in der Willy-Brandt-Schule.

OB Mühlenfeld unterzeichnet die Kooperationsvereinbarung zur weiteren Unterstützung des Mülheimer Bildungsnetzwerkes Schule – Hochschule – Wirtschaft.

Auch für die Energiewirtschaft ist die Nachwuchsförderung im MINT-Bereich von großer Bedeutung. So ist es kein Zufall, dass das bis heute intensiv genutzte RWE-Schülerlabor im Berufskolleg Stadtmitte Keimzelle des zdi-Netzwerks Mülheim an der Ruhr war. Insbesondere für die Energiewende werden qualifizierte MINT-Fachkräfte benötigt, um diese erfolgreich umzusetzen. Darauf verwies Dr. Arndt Neuhaus, Vorstandsvorsitzender der RWE Deutschland AG: “Auch die Energiewende lebt von der Entwicklung und Anwendung innovativer Technologien. Diese basieren meist auf naturwissenschaftlichen Berechnungen und arbeiten zunehmend in digitalen Strukturen. Wir müssen junge Menschen deshalb näher an Naturwissenschaft und Technik heranführen und die Praxisrelevanz in der MINT-Bildung schon sehr früh deutlich machen.”

In Zukunft soll das zdi-Netzwerk Mülheim an der Ruhr seine erfolgreiche Arbeit nicht nur fortsetzen, sondern noch weiter ausbauen. Gemeinsam mit der Hochschule Ruhr West für das zdi-Bottrop hat die Mülheim & Business GmbH Wirtschaftsförderung deshalb erneut EU-Fördermittel zur Finanzierung der Netzwerkarbeit beantragt. Wenn alles gut geht, könnte die Arbeit so bis 2018 fortgesetzt werden. Die Netzwerkpartner jedenfalls sind hoch motiviert, das Mülheimer Bildungsnetzwerk Schule – Hochschule – Wirtschaft in Zukunft weiter zu unterstützen. Hierzu haben die Partner bei ihrem Treffen am 28. April eine entsprechende Kooperationsvereinbarung getroffen, die in den nächsten Tagen auch von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze unterzeichnet werden soll.

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld im Gespräch mit der Schulleiterin Ingrid Lürig, in der Willy-Brandt-Schule beim zdi-Partnertreffen am 28. April 2015.Im Anschluss an die Kooperationsunterzeichnung nutzten die Schulleiterin der Willy-Brandt-Schule, Ingrid Lürig (Foto links: mit OB Mühlenfeld) und ihr Abteilungsleiter Technik, Peter Klatte die Möglichkeit, den Netzwerkpartnern das “Rumänienprojekt” der Gesamtschule vorzustellen. Das Schulprojekt war ursprünglich als humanitäres Projekt gestartet worden, hat sich aber in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Heute bauen Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihrer technischen Projektarbeiten notwendige Ausrüstungskomponenten für rumänische Schulen, die dann im Rahmen der jährlichen Projektfahrt gemeinsam mit den rumänischen Schulkameraden vor Ort installiert werden. Es handelt sich dabei einerseits um ein Projekt mit dem Focus auf der Solartechnik und andererseits um eines rund um das Thema “Netzwerktechnik”. “Auf diese Weise geht soziales Engagement eine vorbildliche Symbiose mit der Förderung technischer Talente bei unseren Schülerinnen und Schülern ein”, erläuterte Ingrid Lürig die Idee.

Welche Kompetenzen sich die einzelnen Jahrgangsstufen in ihrem Technikunterricht grundsätzlich aneignen, das wurde beim Partnertreffen auch noch auf andere Weise deutlich. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 fuhren nämlich während der Veranstaltung mit einem umgebauten Kettcar in die Aula, das sie im Projektkurs “Elektromobilität” zu einem solarbetriebenen Elektrofahrzeug umgebaut hatten. “Unsere Schülerinnen und Schüler haben hierdurch wichtige Einblicke in typische Arbeitsabläufe in den Bereichen Maschinenbau sowie Elektro- und Energietechnik erhalten. Die hier gemachten Erfahrungen könnten für die spätere Berufswahl sicherlich ganz entscheidend sein”, erklärte hierzu Techniklehrer Peter Klatte.


Stand: 30.04.2015

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