Reichtum des Alters

Ziele des Projektes

Mit dem Projekt soll die Auseinandersetzung vor allem mit den sozialen Fragen des Alterns in unserer Gesellschaft in den Fokus öffentlicher Diskussionen gerückt werden. Mit dem Thema "Reichtum des Alters" sind neben den ökonomischen Ressourcen auch die sozialen und geistigen Bedingungen des Alterns in unserer Gesellschaft angesprochen. Gleichzeitig beinhaltet das Thema die Auseinandersetzung mit den Kehrseiten, nämlich Altersarmut, Altersdiskriminierung etc. Es führt zu Fragen nach dem "Wert" von Alter und zur Auseinandersetzung mit den - sicherlich unterschiedlichen - Altersbildern.

Das Projekt hat zum Ziel, auf regionaler Ebene einen breiten gesellschaftlichen Diskurs zu initiieren, zu forcieren und ihm neue Impulse zu geben.

"Reichtum des Alters": Dieser Begriff legt zunächst die Vermutung nahe, dass es dabei vor allem um den materiellen Reichtum und die finanziellen Ressourcen der älteren Generation ginge. Diese Faktoren spielen selbstverständlich eine Rolle, jedoch geht es nicht nur um Ökonomie. "Reichtum des Alters" meint darüber hinaus sowohl die sozialen und seelischen Bedingungen des Älterwerdens als auch die Auseinandersetzung mit dessen Kehrseiten, nämlich Altersarmut, Altersdiskriminierung usw.

Das Ruhrgebiet und die Stadt Mülheim an der Ruhr eignen sich aufgrund ihrer spezifischen demographischen Entwicklung in besonderer Weise für diesen Dialog:
Mülheim an der Ruhr ist eine kreisfreie Großstadt mit rund 172.000 Einwohner/innen. Im unmittelbaren Umkreis grenzen die Städte Essen, Oberhausen, Duisburg und Düsseldorf an. Der Anteil der über 65-Jährigen beträgt laut Statistischem Jahrbuch 2004 knapp 22,3 %. Der Anteil der Seniorinnen und Senioren liegt damit wesentlich über dem Landesdurchschnitt in Höhe von 18,8 % (Ruhrgebiet: 20 %), so dass sich in Mülheim an der Ruhr bereits gegenwärtig eine Situation in der Bevölkerungsstruktur findet, die für das Land NRW erst für die kommenden Jahre prognostiziert wird.

Darüber hinaus werden in Mülheim an der Ruhr seit vielen Jahren kontinuierlich Erfahrungen mit seniorenkulturellen Angeboten in der offenen Altenhilfe gesammelt. Neben einer aktiven Tätigkeit freier Verbände und anderer Organisationen betreibt das "Theater Mülheimer Spätlese" seit 1990 seine eigene, offene Altenbildungs- und Kulturarbeit, bei den Teilnehmer/innen die Möglichkeit geboten wird, ihre Alltags- und Lebenserfahrungen in die Projektarbeit einfließen lassen zu können. Das Ergebnis ist heute eine selbständige Gruppe, die am kommunalen Geschehen aktiv mitwirkt und für das Leben der dort Aktiven von großer Bedeutung ist. Die zahlreichen Produktionen des "Theater Mülheimer Spätlese", die vielfach das Alter thematisiert haben, wurden nicht zuletzt auch von den Besucherinnen und Besuchern stets als anregend empfunden, weil sie nicht dem Alter einen Spiegel vorgehalten haben, sondern zum Mitdenken über Gestaltungsmöglichkeiten im Alter herausforderten und Mut machten.

 


Stand: 16.01.2012

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