Zum Tag des Lärms am 30. April:Tipps vom Gesundheitsamt

Lärm ist ein Problem unserer Zeit, bei dem jeder in gleichem Maße Verursacher und Betroffener ist. Kultur, Wirtschaft, Politik und Erfahrung spielen eine Rolle bei der Akzeptanz und Bewertung von Lärm.
Man kann davon ausgehen, dass etwa 20% der Bevölkerung (ca. 20 Millionen Menschen in der BRD) unter unakzeptablem Lärm leiden. Häufig ist dabei leiden der richtige Ausdruck für das Gefühl der Betroffenen. Durch Untersuchungen gerade in den letzten Jahren hat man festgestellt, dass Lärm aber auch körperliche Symptome nach sich ziehen kann. Bekannt ist bei vielen noch die Lärmschwerhörigkeit, die speziell bei Menschen auftritt, die über lange Zeiträume, z.B. im Beruf, einem hohen Lärmpegel [über 85dB(A)] ausgesetzt waren. In dem gleichen Bereich ist aber auch der Lärm zu bewerten, dem vor allem Jugendliche in Diskotheken oder beim exzessiven Walk-, Discman hören ausgesetzt sind. Hier sind über die letzten 20 Jahre deutliche Zunahmen von Lärmschwerhörigkeiten bei Jugendlichen festzustellen.
Es mehren sich aber auch Untersuchungen die ein deutlichen Zusammenhang zwischen Lärmeinwirkung und Gesundheit auch bei Dauereinwirkung von niedrigeren Lärmpegeln zeigen. So belegt eine Studie des Umweltbundesamtes eindeutig einen Anstieg des Herzinfarktrisikos auf das doppelte bei einem nächtlichen Lärmpegel über 55 dB(A) durch Gewerbebetrieb oder Verkehrslärm. Darüber hinaus besteht der Verdacht, dass auch allgemeine Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen, Blutzucker, Blutfette und allergische Reaktionen durch einen hohen Lärmpegel beeinflusst werden.
Neben den direkten gesundheitlichen Auswirkungen sind aber auch indirekte Wirkungen möglich, die z.B. durch einen gestörten Schlaf (fehlende Tiefschlafphasen) oder andere Stressreaktionen auf Lärm hervorgerufen werden. In diesen Bereich fallen auch besonders psychische Störungen wie Nervosität und Aggressivität, die z.B. auch durch eine durch den Lärm gestörte Konzentration verursacht sein können. So ist für Arbeitsplätze mit überwiegend geistigen Tätigkeiten ein maximaler Lärmpegel von 55dB(A) festgelegt, weil durch Versuchsreihen festgestellt werden konnte, dass bei größeren Lautstärken die Konzentration nachlässt und auch die Fehlerhäufigkeit zunimmt und dadurch auch stressbedingte Erkrankungen auftreten können.
Durch Lärm verursachte gesundheitliche Störungen und hier vor allem die Lärmschwerhörigkeit haben gegenüber anderen Erkrankungen einen gravierenden Nachteil, ist man einmal daran erkrankt, gibt es fast keine Heilungsmöglichkeit. In einigen Bereichen gibt es prothetische Hilfsmittel (Hörgeräte), die aber keinen Ersatz für ein gutes Gehör sind.
Weiter Auskünfte gibt das Gesundheitsamt unter Tel. 4 55 53 22, Dipl.-Ing. Klaus Bierod.

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Stand: 24.04.2003

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