Archiv-Beitrag vom 20.10.2008Zweiter Einbürgerungsempfang der Oberbürgermeisterin

In Mülheim sind Einbürgerungen im Trend – die "Neuen Deutschen" werden von der Stadt gebührend empfangen.

Begrüßungsempfang zur Einbürgerung. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und die eingebürgerten Mülheimerinnen und Mülheimer. Restaurant Caruso.20.10.2008Foto: Walter Schernstein

Begrüßungsempfang zur Einbürgerung. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und die eingebürgerten Mülheimerinnen und Mülheimer im Restaurant Caruso.

 

354 Ausländer haben im vergangenen Jahr in Mülheim die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Das sind 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Landestrend ist dagegen rückläufig. Die Stadt scheint bei Ausländern beliebt zu sein, insbesondere bei denen, die Deutsche werden wollen. "Wir waren bei Einbürgerungen in 2007 Spitzenreiter im Revier", freut sich Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. In den letzten Jahren kann Mülheim eine stetig wachsende Zahl von Einbürgerungen verzeichnen, 2006 und 2005 waren es 282 und 243. Es wurden auch schon mal Spitzenwerte von über 500 Menschen erreicht, das war Anfang des Jahrtausends.

Hingegen nahm landesweit die Neigung sich einbürgern zu lassen in 2007 um über elf Prozent ab. Im benachbarten Oberhausen sogar um mehr als ein Drittel. In diesem Jahr haben sich bislang 242 Ausländer einbürgern lassen. Sie alle haben ihre Einbürgerungsurkunden unmittelbar nach Abschluss eines landesweit sehr förmlichen Verfahrens durch die Ausländerbehörde der Stadt erhalten.

Auf Anregung von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld wurden sie zum zweiten Mal zu einem gemeinsamen – in dieser Form im Revier einmaligen - "Begrüßungsempfang"  eingeladen.

Zuvor konnte Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld im Rathaus den förmlichen Akt zur Einbürgerung von Dimitra Grammatika vornehmen.

Dimitra Grammatika erhält von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld die Einbürgerungsurkunde.20.10.2008Foto: Walter Schernstein

Dimitra Grammatika erhält von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld die Einbürgerungsurkunde.

Fotos: Walter Schernstein

Woher kommt die Bindungswirkung in Mülheim? Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und Enver Sen, Vorsitzender des Integrationsrates, führen mehrere Punkte an: "Wir verfügen über eine besondere Bürgerfreundlichkeit der Ausländerbehörde," so Dagmar Mühlenfeld. Enver Sen, selbst seit knapp 15 Jahren Deutscher, vermutet: Mülheim habe mit vielen Facharbeitern und Akademikern schon immer unter den Ausländern ein höheres Bildungsniveau als die Nachbarstädte gehabt und somit sei der Wunsch, die vollen Bürgerrechte zu erlangen, um auch politisch mitentscheiden zu können, hier stärker ausgeprägt. Auch das Miteinander zwischen Deutschen und Ausländern habe hier besser funktioniert. Als Ausländervertreter habe er immer für die Einbürgerung als komplette Integration geworben, so dass er in den Zahlen eine "mutmachende, positive Entwicklung" erkennt.

HINTERGRUND

Grundsätzlich gilt: wer Deutscher werden will, muss einen gesicherten Aufenthaltsstatus haben und acht Jahre in Deutschland gelebt haben; diese Frist kann durch einen erfolgreich absolvierten Integrationskurs, der seit 2005 Vorschrift ist, um ein Jahr oder durch die Ehe mit einem deutschen Partner weiter verkürzt werden. Da die Antragsteller nicht vorbestraft sein dürfen und sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen sollen, zählen Erkundigungen beim Verfassungsschutz und eine Sichtung des Strafregisters für die Einbürgerungsbehörde zum Standardprogramm. Auch eine Einkommensbescheinigung muss vorgelegt werden, aus der hervor geht, dass der künftige Neubürger finanziell auf eigenen Füßen stehen kann. Der Nachweis von Sprachkenntnissen (mit dem so genannten B 1-Abschluss) sowie der Rechts- und Gesellschaftsordnung entfällt, wenn das Abgangszeugnis einer deutschen Schule vorliegt. Zudem muss seit dem 1. September 2008 ein Einbürgerungstest bei der Volkshochschule erfolgreich absolviert werden.

 

Kontakt


Stand: 21.10.2008

[schließen]

Fehler melden

Sie haben einen Fehler gefunden? Bitte teilen Sie ihn uns mit. Ein Redakteur wird sich umgehend darum kümmern.

Ihre Nachricht

Sicherheitscode (Was ist das?)

 

Teilen | Drucken | PDF-Version | RSS-Feed | Fehler melden

Transparenter Pixel