125. Geburtstag von Otto Pankok (2018)

Grußwort von Oberbürgermeister Ulrich Scholten

anlässlich der Feierstunde zum 125. Geburtstag von Otto Pankok

am Mittwoch, 27. Juni 2018, 18.30 Uhr

Otto-Pankok-Schule

***

Sehr geehrter Herr Stockem,

sehr geehrte Schulgemeinde,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr über die Einladung, heute hier zum 125. Geburtstag Ihres Namensgebers Otto Pankok, ein Grußwort an Sie zu richten. Als Oberbürgermeister dieser Stadt ist mir dies eine Ehre – und als ehemaliger Schüler und Schülersprecher dieses Mülheimer Traditionsgymnasiums eine Herzensangelegenheit.

Ich kann mich noch gut an die Diskussionen erinnern, die zwischen 1973 und 1974 der Umbenennung des „Staatlichen Gymnasiums“ vorausgingen. In der Schüler- und Elternschaft hat dies hohe Wellen geschlagen - und die Gemüter erhitzt. Letztendlich haben sich die Elternvertreter einstimmig sowie die Lehrer mehrheitlich gegen den Vorschlag der Stadtverwaltung durchgesetzt.

Diese wollte die Schule, die zuvor von staatlicher in kommunale Trägerschaft übergegangen war, nach ihrer Lage an der Von-Bock-Straße benennen. Doch die Verantwortlichen im Rathaus haben nicht mit dem vehementen Widerstand aus der Schule gerechnet.

Der Stadtrat hat schließlich am 30. Mai 1974 dem ausdrücklichen Wunsch der Schule entsprochen und das ehemals Staatliche Gymnasium in Otto-Pankok-Schule umbenannt. Damit trugen die Ratsmitglieder der Tatsache Rechnung, dass Otto Pankok hier in Mülheim geboren worden war und die Schule an der Von-Bock-Straße besucht hatte. Dieses Plus konnten die anderen Vorgeschlagenen von Albert Schweitzer bis Theodor Heuss nicht für sich verbuchen.

Otto Pankok wurde also Namensgeber. Eine gute Wahl, wie ich finde, denn der bekannte und beliebte Mülheimer Künstler kann für Schülerschaft, Lehrerschaft und Eltern Vorbildfunktion auf vielen Ebenen haben, so zum Beispiel durch seine Zivilcourage und seinen „politischen Mut“.

Während des Zweiten Weltkriegs nahm Otto Pankok etwa Verfolgte auf, obwohl er von den Nationalsozialisten selbst durch Malverbot und Beschlagnahme von Bildern drangsaliert wurde.

Er bewies Neugierde und Toleranz für das Fremde, für Menschen, die ausgegrenzt und verfolgt wurden, wie die damals sogenannten „Zigeuner“, in deren Mitte er zeitweise lebte und die er in seinen Bildern unsterblich machte.

Sein Vorbild sollte die Schulgemeinde immer wieder dazu anregen, sich für ausländische Mitschülerinnen und Mitschüler, für die Schwächeren oder Minderheiten einzusetzen. Und die Schule selbst sollte er immer wieder an Menschlichkeit im Umgang miteinander erinnern. Manchmal könnte es vielleicht richtiger sein, dem Geiste Pankoks zu folgen, als den einzelnen Buchstaben der Verwaltungsregularien…

Eine humanistisch geprägte Schule stellt auch einen besonderen Anspruch an die Umgebung, in der die Schüler und Schülerinnen lernen. Der im Wesentlichen aus den 1970er Jahren stammende Gebäudebestand hier an der Von-Bock-Straße ist in erheblichem Maße sanierungsbedürftig. Nach langen Vorplanungen wird diese Großbaumaßnahmen nach den Sommerferien nun endlich mit der Sanierung der Sporthalle beginnen.

Nach diesem etwa ein Jahr andauernden ersten Bauabschnitt folgen die Sanierung und die Erweiterung des Schulgebäudes. Hierfür sind im städtischen Investitionsprogramm insgesamt 34,5 Millionen Euro vorgesehen.

Ich wünsche uns allen, dass diese Arbeiten den Schulbetrieb so wenig wie möglich stören, und dass die Schüler- und Lehrerschaft sich Stück für Stück an den neuen beziehungsweise sanierten Gebäuden erfreuen kann.

Glück auf!

Kontakt


Stand: 25.06.2018

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