1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland (2021)

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland (2021)

Statement für Oberbürgermeister Marc Buchholz

anlässlich der Festveranstaltung „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“

am Sonntag, 6. Juni 2021, 16 Uhr

Jüdische Synagoge, Duisburg

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Meine sehr geehrten Damen und Herren,

auch in Mülheim an der Ruhr brannte in der Pogromnacht die Synagoge, auch bei uns wurden Menschen jüdischen Glaubens während der Terrorherrschaft der Nazis bedroht, gedemütigt, verletzt und vertrieben. Auch Jüdinnen und Juden aus unserer Stadt wurden in Konzentrationslager deportiert, starben dort oder kamen gerade so mit dem Leben davon. Wir gedenken der Toten regelmäßig.

Dass jüdisches Leben wieder in unsere Stadt einkehren sollte, schien undenkbar. Und doch blicken wir heute stolz auf die so positive Entwicklung der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen. Dass dies so ist, verdanken wir maßgeblich einem Mülheimer Bürger, dem wir im vergangenen Jahr aufgrund seines vielfältigen Engagement um die Integration jüdischen Lebens in den Alltag unserer Städte die Ehrenbürgerschaft verliehen haben: Jacques Marx, der ja auch Ehrenvorsitzender Ihrer Gemeinde ist. Herr Marx ist nicht nur interreligiös unterwegs, sondern auch interkommunal!

Dank seiner Vermittlung feiern wir in Mülheim seit Jahren kurz vor Weihnachten das jüdische Chanukka-Fest. Alle Bürgerinnen und Bürger sind dazu auf dem Synagogenplatz im Herzen unserer Stadt eingeladen. Der Zuspruch ist groß - und ich wünsche mir, dass wir in diesem Jahr wieder gemeinsam die Kerzen entzünden können!

In Mülheim sind wir auch stolz auf unsere Städtepartnerschaft mit der israelischen Stadt Kfar Saba, die wir seit 1993 pflegen. Viele Freundschaften sind mit den Jahren entstanden, viele Beziehungen haben sich entwickelt und vertieft.

Wenn wir uns die geografische Nähe unserer Partnerstadt zum palästinensischen Qualquilia vor Augen führen, dann wird uns die fragile politische Lage im Nahen Osten mit ihrer Brisanz besonders bewusst. Wenn Bomben fallen, sind unsere Freund*innen bedroht.

Ich hoffe auch deshalb sehr, dass der Waffenstillstand zwischen Israel und Palästina bestehen bleibt; dass keine Menschen mehr zu Schaden kommen… 

Meine Damen und Herren,

ich möchte den heutigen Tag zum Anlass nehmen, der AJC-Initiative des Berlin Ramer Institutes „Bürgermeister*innen gegen Antisemitismus“ beizutreten.

Ich spreche mich damit persönlich ganz explizit gegen jede Form von Antisemitismus aus. Dafür ist in Mülheim an der Ruhr kein Platz - und wir werden dafür mit allen demokratischen und rechtsstaatlichen Mitteln eintreten.

Vielen Dank und Glück auf!

Kontakt


Stand: 08.06.2021

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