ZEITZEICHEN 27. Oktober 811: Erste datierte Erwähnung eines Mülheimer Stadtteils

Kupferstich von Mathias Merian dem Älteren in seinem Werk Topographia Westphaliae (1647)

Nicht jedem geschichtlich Interessierten ist bekannt, welche besondere Bedeutung das ehemalige Benediktinerkloster in Werden und seine schriftlichen Aufzeichnungen für die frühe Mülheimer Geschichte haben. So findet sich in den klösterlichen Urkundenbeständen - überliefert im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf - unter anderem die berühmte Urkunde von 1093, in der Mülheim als "Muilenheim" zum ersten Mal urkundlich datiert erwähnt wird. Noch älter ist ein Besitzverzeichnis der Abtei Werden, in dem unter dem Namen "Menethinna" der heutige Mülheimer Stadteil Menden erstmals erwähnt wird. Der damals dem Kloster vorstehende Abt Hildegrim I. (809-827) erwarb dort sechs Morgen Land, was am 27. Oktober 811 schriftlich festgehalten wurde. Damit ist diese Aufzeichnung die älteste datierte Nennung eines Mülheimer Stadtteils.

Ebenfalls im 9. Jahrhundert - nämlich im Jahr 873 - kommt es zur Ersterwähnung von Mintard (Mintyrt) und einer Kirche an eben diesem Ort, dem Vorgängerbau der heutigen Pfarrkirche St. Laurentius. Neben Menden und Mintard erscheinen in den Aufzeichnungen der Abtei Werden auch die frühen Ortsnamen von Dümpten (Dumiti, 10. Jahrhundert), Styrum (Stiarhem, 11. Jh.), Speldorf (Spelthorpe, 11. Jh.), Saarn (Sarnon, 11. Jh.), Winkhausen (Winninghuson, 11. Jh.), Mellinghofen (Mallingforst, 10. Jh.) und Raadt (Rotha, 11. Jh.). Mülheim (Muilenheim bzw. Mulinhem) und der Stadtteil Broich (Brouche) finden ihre Ersterwähnung in der schon zuvor erwähnten Werdener Urkunde von 1093. Noch älter - datiert auf das Jahr 796 - ist der Name Heißen (Heissi) als Bezeichnung eines Waldes, der offenbar zur Rodung vorgesehen war. Jedoch fehlt bei dieser Ortsbezeichnung die tagesgenaue Datierung, so dass gemessen an diesem Kriterium Menden tatsächlich der älteste schriftlich belegte Stadtteil Mülheims ist.

Alle genannten Orte befanden sich vorübergehend oder dauerhaft in einem Abhängigkeitsverhältnis zur Abtei Werden, so dass sie heute in den klösterlichen Urkunden, Karten und Urbaren namentlich nachzuweisen sind. Damit spielt die historische Überlieferung des Klosters eine besondere Rolle bei der Erforschung der frühen Mülheimer Geschichte.

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Stand: 31.08.2018

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