ZEITZEICHEN 30. Oktober 1897: Grundsteinlegung der Kaserne an der Kaiserstraße

Postkartenansicht der Kaserne des 8. Lothringischen Infanterie-Regiments Nr.159Am 30. Oktober 1897 legte Oberbürgermeister von Bock und Polach in einer Feierstunde unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit an der Kaiserstraße den Grundstein für die Infanterie-Kaserne des 8. Lothringischen Infanterieregiments Nr. 159. Mit dieser Grundsteinlegung wurde ein erstes Ziel Mülheims auf dem Weg zur Garnisonsstadt erreicht.

Schon etwa seit 1880 hatte das Deutsche Reich beständig die Friedensstärke seines Heeres erhöht und für die neu gebildeten Regimenter im ganzen Reichsgebiet zusätzliche Kasernenstandorte gesucht. Nachdem die Mülheimer Stadtverordnetenversammlung seit Mitte der 1890er Jahre mehrmals über die Verlegung einer Militärgarnison nach Mülheim beraten hatte, wurde der damalige Oberbürgermeister von Bock und Polach schließlich beauftragt, beim Kriegsminister die Stationierung eines der neuen Regimenter in Mülheim zu beantragen. Obwohl sich Kaiser Wilhelm II. stets dagegen ausgesprochen hatte, Kasernen und Universitäten im Ruhrgebiet zu errichten - Soldaten und Studenten brächten zu viel Unruhe in die ohnehin suspekte Arbeiterbevölkerung - wurde schließlich durch allerhöchste Kabinettsorder die Verlegung des 159er Regiments nach Mülheim beschlossen.

Als einzige Ruhrgebietsstadt wurde Mülheim damit zur Garnison. Angesichts seiner gesellschaftlichen Bedeutung und des hohen Prestiges, welches das Militär im wilhelminischen Deutschland genoss, war dies ein bedeutender Erfolg für die Stadt. Natürlich hatte dieser Erfolg seinen Preis, musste doch die Stadt die Errichtung der immerhin 16 Kasernengebäude selbst finanzieren. Für die zunächst vereinbarte Nutzungsdauer von 25 Jahren sollte der Militärfiskus die Gebäude dann mieten. Während eine Frankfurter Baufirma schließlich die Bauten errichtete, wurde die gesamte Innenausstattung bei einheimischen Handwerksbetrieben in Auftrag gegeben. Nach ihrer Fertigstellung konnte die Kaserne bereits am 29. März 1899 - erneut unter großer öffentlicher Anteilnahme - bezogen werden.

Nachdem die Gebäude seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs endgültig nicht mehr als Kaserne genutzt wurden, dienten sie bis zum Abriss 1975 noch als Wohn-, Schul- und Verwaltungsbauten.

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Stand: 07.03.2016

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